Börse Frankfurt
Dax schließt deutlich über 10.000 Punkten

Nach dem gestrigen Kursfeuerwerk ließ der Dax am Donnerstag lange den Schwung vermissen. Immerhin wehrte er sich gegen Gewinnmitnahmen. Letztlich sorgten starke US-Daten doch noch für ein solides Plus.

FrankfurtDer Dax hat sich in seiner wiedergefundenen Fünfstelligkeit gefallen. Am Donnerstag schritt das wichtigste deutsche Börsenbarometer ab dem Nachmittag weiter voran, nachdem der Handel zuvor gelahmt hatte. Starke US-Arbeitsmarktdaten ließen den Dax etwas weiter vorrücken, zum Handelsschluss notierte er 0,67 Prozent fester bei 10.094 Punkten. Überraschend positive Eingaben aus dem Reich der Mitte hatten Frankfurt gestern ein Zweieinhalb-Prozent-Plus beschert. Die Stimmung nach diesem Befreiungsschlag blieb weiter aufgehellt, wenngleich große Schritte vorwärts nach einem solchen Kraftakt bis zum Nachmittag ausstanden.

Das änderte sich etwas mit dem Blick gen Westen. Die wöchentlichen Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe fielen bei ihrer Veröffentlichung am Nachmittag geringer aus als erwartet. Die ansonsten eher zweitrangig beachteten Eingaben reichten aus, um den Dax einen Versuch Richtung 10.100 unternehmen zu lassen. Dieser fand sein Ende, als die Wall Street wegen schwacher Berichte ihrer Finanz-Platzhirsche Bank of America und Wells Fargo nur auf der Stelle trat. Im Späthandel mitteleuropäischer Zeit notierte der Dow-Jones-Index mit 17.937 Punkten minimal im Plus.

Noch am Morgen hatte der US-Handel eine andere Wirkung entfacht. Am Mittwoch hatten die Indizes durchschnittlich um ein Prozent zugelegt, nachdem die Federal Reserve in ihrem Konjunkturbericht von einem weiteren Wachstum der weltgrößten Volkswirtschaft berichtet hatte. Im sogenannten Beige Book, das zwei Wochen vor jeder Sitzung des maßgeblichen Offenmarktausschusses der Notenbank veröffentlicht wird, präsentieren die Dollar-Währungshüter positive Einschätzungen zur Wirtschaftsentwicklung seit Februar.

In Fernost waren die Kurse noch deutlicher gestiegen. Japanische Aktien erreichten teilweise ein Vier-Monats-Hoch, das auf der Hoffnung weiteren Geldsegens fußte. Die regional wichtige Notenbank Singapurs hatte eine weitere Lockerung ihrer Geldpolitik beschlossen, was allgemein als Reaktion auf die schwächelnde Weltwirtschaft gedeutet wurde. Trotz des Lichtblickes jüngster chinesischer Konjunkturdaten wird sich diese Einschätzung kurzfristig nicht großartig ändern. sodass Asiens Anleger darauf setzen, dass andere Währungsinstitute nachziehen. Das Kalkül: Die Finanzspritzen der Notenbanken landen direkt oder indirekt auf dem Aktienmarkt, was die Kurse weiter treiben dürfte. Der Nikkei sprang starke 3,3 Prozent in die Höhe und kam letztlich auf 16.911 Zähler. Zudem hofften die lokalen Börsianer, genau wie die europäischen, auf eine Belebung der chinesischen Ökonomie.

Nicht nur der Dax, auch die anderen Handelsplätze Europas drehten spätestens am Nachmittag ins solide Plus. Der Euro-Stoxx-50 schloss 0,64 Prozent im Plus auf 3059 Zählern. Ein anderes Bild zeigt die zweite Frankfurter Reihe die gegen den Trend den Gewinnmitnahmen nachgab. Der MDax verlor mit letztlich 20.439 Punkten 0,46 Prozent, der TecDax rutsche ein halbes Prozent ab auf 1657 Stellen.

Auch die Rohstoffmärkte legten am Donnerstag wieder zu, wenn auch nur leicht. Am Nachmittag wendeten sie nach moderaten Verlusten ins Plus. Öl, das in den vergangen Woche ein deutliches Plus verzeichnete, rückte leicht vor. Die beiden marktbestimmenden Sorten Brent und WTI gewonnen 0,3 Prozent und kamen damit auf Fasspreise von 44 beziehungsweise 42 Dollar. Entscheidend für die Entwicklung des wichtigsten Rohstoffes wird das Treffen führender Petro-Staaten am Sonntag sein. Sollten sich in den schwierigen Gesprächen in Doha Russland und die Länder des Opec-Kartells auf ein Einfrieren der Fördermengen einigen, würde der Ölpreis seinen Boden hinter sich gelassen haben und die Börsen einen großen Unruhestifter verlieren. „Die Investoren hatten vor allem wegen des Ölpreisverfalles Angst bei den Finanzwerten“, sagte ein Händler. „Jetzt scheint es, als ob der Tiefpunkt vorbei wäre und man sich wieder eindecken kann.“

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