Börse Frankfurt
Dax schließt erstmals über 12.600 Punkten

Neuer Handelstag, neues Rekordhoch: Der deutsche Leitindex erreicht auch am heutigen Donnerstag ein neues Allzeithoch und legt um mehr als 100 Punkte zu. Doch wie geht es mit deutschen Börsenbarometer weiter?
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FrankfurtNach dem letzten TV-Duell im Rennen um das französische Präsidentenamt haben die Anleger an den europäischen Aktienmärkten auf einen Sieg des unabhängigen Europa-Befürworters Emmanuel Macron gewettet. Allerdings bleibe ein Restrisiko, dass Marine Le Pen vom rechtsextremen Front National, die mit ihren Pöpeleien offenbar an Zustimmung verloren hat, bei der Stichwahl am Sonntag doch noch die Nase vorn hat, warnten Händler. Sie deckten sich mit Aktien und französischen Anleihen ein, der Euro legte deutlich zu.

„Was die Wahl in Frankreich angeht, ist ein Sieg Macrons nach dem gestrigen TV-Duell eine ausgemachte Sache für die Börse“, sagte Aktienexperte Jochen Stanzl vom Brokerhaus CMC Markets. Der Dax setzte seinen Rekordlauf fort und stieg zwischenzeitlich um mehr als ein Prozent auf noch nie zuvor erreichte 12.648 Punkte. Auf diesem Niveau beendete der Dax auch den Handel - ein Plus von ein Prozent und damit 120 Zählern. Der französische Leitindex CAC 40 erklomm zwischenzeitlich mit 5357 Punkten den höchsten Stand seit über neun Jahren.

Bei einem teils hitzig geführten verbalen Schlagabtausch hatten Macron und Le Pen am Mittwochabend einander mit Vorwürfen überzogen, ihre Landsleute hinters Licht zu führen. Einer Blitz-Umfrage von Opinionway zufolge ging der europafreundliche Macron als Sieger aus der Debatte hervor: 61 Prozent der Wähler würden am Sonntag demnach ihm die Stimmen geben, die EU-Gegnerin Le Pen käme auf 39 Prozent.

Die Spekulationen auf einen Sieg Macrons, der die Wirtschaft in Frankreich reformieren und die Konjunktur ankurbeln will, heizte die Nachfrage nach französischen Anleihen an. Der Rendite-Abstand zu den in Europa führenden zehnjährigen Bundesanleihen schrumpfte deshalb. Der Euro kletterte um mehr als einen halben US-Cent auf 1,0940 Dollar nach oben. Am Mittwochabend hatte die Aussicht auf höhere US-Zinsen den Euro noch belastet. Die US-Notenbank Fed hatte wie erwartet die Zinsen zwar unverändert gelassen, aber die Tür für eine Anhebung im Juni offengehalten.

Rückenwind erhielten die europäischen Börsen und der Euro auch von positiven Konjunkturdaten. Der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft - Dienstleister und Industrie - kletterte im April auf den höchsten Stand seit sechs Jahren. Die Einzelhändler im Euro-Raum steigerten ihren Umsatz im März den dritten Monat in Folge. Zudem ging die Arbeitslosigkeit in Spanien im April so stark zurück wie noch nie in einem Monat.

Unter den größten Gewinner im Dax waren Adidas mit einem Plus von 0,9 Prozent, das zwischenzeitlich mehr als zwei Prozent betrug. Der Sportartikelhersteller verdiente im ersten Quartal mehr als erwartet und sprintet dem Erzrivalen Nike mit schnellen Schritten davon. „Das war ein exzellenter Start ins Jahr 2017“, erklärten Analysten von Baader Helvea.

Auf der Verliererseiten standen Infineon mit einem Kursminus von 2,2 ProzentDer Chiphersteller baute zwar seinen Gewinn im zweiten Quartal deutlich aus und peilt im Gesamtjahr die höchste Rendite seit sechs Jahren an. Analysten hatten aber mit noch besseren Zahlen gerechnet.

In London standen HSBC mit plus 2,9 Prozent mit an der Spitze des „Footsie“, des britischen Börsenbarometers: Anleger waren erleichtert, dass der Gewinn nicht so stark zurückging wie befürchtet. In Mailand deckten sich Börsianer nach einem Umsatzsprung bei Yoox Net-a-Porter mit Aktien des Online-Händlers für Luxus-Mode ein. Der Kurs stieg um 4,8 Prozent.

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  • Quo vadis DAX?

    Wir können darüber diskutieren und spekulieren. Wochen- und Monatelang. Aber die Wahrheit, was wirklich geschehen wird, werden wir nicht herauskriegen. Es gibt eben Fragen, auf die es keine Antworten gibt. Mein Vorschlag ist, dass wir uns damit abfinden und die ewige Diskussion endlich abschließen.

    Warum diskutieren wir nicht über die Dinge, die wir in der Hand haben, die wir selbst beeinflussen können? Da wäre als erstes unser finanzieller Einsatz. Nehmen Sie als Beispiel das Roulette-Spiel. Wir können entweder unser Taschengeld einsetzen oder Haus und Hof verwetten.

    Das kriegsentscheidende Thema heißt asset-allocation. Gemeint ist damit die Aufteilung des Vermögens auf verschiedene Anlageklassen unter Einbeziehung der längerfristigen Ertragschancen und Verlustrisiken. Aber wir leben in einem freien Land. Wer will kann auch darüber diskutieren, wo der DAX Mitte Mai stehen könnte. Nur zu.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Das ist nur der letzte Tanz vor dem Vulkan. Bei dem eruptiven Anstieg kann der Ausbruch nicht mehr lange warten.

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