Börse Frankfurt
Dax schließt erstmals über 12.800 Punkten

Wieder treiben die Anleger den Dax auf ein neues Rekordhoch. Nach dem Sprung über die 12.800-Punkte-Marke geriet der Handel am Montag zwar kurzfristig ins Stocken – am Ende aber konnte sich das Aktienbarometer behaupten.
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FrankfurtNoch haben sie nicht genug – zumindest können sie es nicht lassen mit den Bestmarken. Aus dem Stand heraus gelang dem Deutschen Aktienindex am Montag der erstmalige Sprung über die 12.800-Punkte-Marke. Mit 12.832 Punkten notierte er kurz nach Handelsbeginn so hoch wie noch nie. Der Schwung ließ zwar nach dem Sprung aufs Rekordhoch rasch nach und im Laufe des Nachmittags rutschte der Kurs gar ins Minus. Mit einem freundlichen Wall Street-Auftakt verbesserten sich die Kurse wieder, der Dax behauptete die Marke von 12.800 Punkten und schloss auf 12.807 Zählern leicht im Plus. Der EuroStoxx50 schloss bei 3.637 Punkten leicht im Minus.

„Alles scheint eingepreist“, meint etwa Joachim Goldberg von Goldberg und Goldberg. „Das Frankreich-Risiko, die Präsidentschaftswahl, ist abgehakt, die Aktien-Bewertungen sind für viele Analysten zu hoch, positive ökonomische Überraschungen eher schwierig und was aus den USA an frischen positiven Impulsen kommen soll, ist für viele Akteure mit einem Fragezeichen versehen“, so Goldberg. Und dennoch steigen die Kurse. Investoren nützten die Rücksetzer dazu, in den Markt einzusteigen, so der Analyst. „Und zwar eher früher als später.“

Auch Anlagestratege Carsten Klude von der Bank MM Warburg äußert sich längerfristig optimistisch. „Unseres Erachtens nach signalisieren die fundamentalen Rahmenbedingungen, dass Anleger dem Aktienmarkt noch die Treue halten sollten.“ Dem Dax traut Klude bis zum Jahresende einen Stand von 13.400 Zählern zu. Denn die Unternehmensgewinne sprudeln, die aktuelle Berichtssaison kann sich sehen lassen. Nach dem zuletzt guten Lauf dürfte die Luft in den kommenden Wochen allerdings dünner werden, mahnt etwa Christoph Geyer von der Commerzbank.

Dass sich die Börsianer zum Wochenbeginn weitervortasteten, dürfte primär mit Neuigkeiten am Rohstoffmarkt zusammenhängen. Die beiden Petro-Schwergewichte Saudi-Arabien und Russland kündigten an, ihre Ölförderdeckelung bis März 2018 zu verlängern. Im November des vergangenen Jahres hatten Mitglieder des Förderkartells Opec und andere wichtige Erdölexporteure sich auf eine Förderbegrenzung bis Juni einigen können, um den Ölpreissturz zu stoppen. Die Hoffnung auf eine Reduktion des Überangebots trieb am Montag die Barrel-Preise. Ein Fass WTI verteuerte sich um 2,3 Prozent auf 48,95 Prozent, Brent um 2,2 Prozent auf 51,96 Euro. „Saudi-Arabien scheint entschlossen, den Ölpreis in die Höhe zu treiben“, sagte Oystein Berentsen vom Ölhändler Strong Petroleum.

Es blieb bisher der einzige Impuls. Auch die zweite Frankfurter Reihe bewegte sich nur wenig. Der MDax rückte leicht auf 25.054 Punkte vor, der TecDax schloss mit 2.226 Punkten ebenfalls leicht im Plus. Der Wahlausgang in Nordrhein-Westfalen hatte auf dem Parkett keinen größeren Effekt. Händler sprachen davon, dass das Ergebnis die Stimmung dennoch anhebe. Bei der wichtigen und letzten Landtagswahl vor den Bundestagswahlen im September musste sich die rot-grüne Regierung der CDU geschlagen geben. Die Christdemokraten kämen zusammen mit der erstarkten FDP auf eine Mehrheit der Sitze im Düsseldorf Parlament.

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