Börse Frankfurt: Dax schließt fast ein Prozent im Plus

Börse Frankfurt
Dax schließt fast ein Prozent im Plus

Es geht doch: Neue Konjunkturdaten fallen nicht so schlecht wie erwartet aus. Der Dax kann seine frühen Verluste wett machen und schafft es am Schluss deutlich in die Gewinnzone. Es gibt aber auch Verlierer. Banken notieren im Minus. Besonders hart trifft es erneut die Aktionäre von Infineon.
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HB FRANKFURT. Die Aussicht auf zwar schwächeres, aber doch anhaltendes Wirtschaftswachstum in Deutschland hat dem Dax am Mittwoch zu Kursgewinnen verholfen. Der deutsche Leitindex ging 0,8 Prozent fester bei 6.164 Zählern und damit auf dem höchsten Schlusstand seit drei Wochen aus dem Handel. Auch bei den Nebenwerten war die Tendenz freundlich: Für den MDax ging es um 0,65 Prozent auf 8.518 Punkte nach oben, der TecDax stieg um 0,26 Prozent auf 760 Punkte.

Der europäische Stoxx50 stieg um 1,1 Prozent auf 2.558 Stellen. Die US-Börsen lagen bei Handelsschluss in Europa ebenfalls im Plus. Der Dow-Jones-Index notierte 0,7 Prozent und der S&P 500 um 0,9 Prozent höher. Der Nasdaq-Composite stieg um 1,1 Prozent nach.

„Nach den schwachen Vorgaben aus Asien kam dies für so manchen überraschend“, sagte ein Händler. „Aber es gab einige Meldungen, dass es wirtschaftlich doch weiter nach oben geht.“

Die Industrieproduktion in Deutschland stieg im Juli um 0,1 Prozent. „Ich bin positiv von den Zahlen überrascht, da ich mit einem Minus gerechnet hatte“, kommentierte Commerzbank-Volkswirt Ralph Solveen. „Wir gehen davon aus, dass sich der Aufwärtstrend in der Industrie fortsetzen wird. Das hohe Tempo des ersten Halbjahres wird jedoch nicht zu halten sein.“ Industriewerte wie BMW, Daimler und Siemens gehörten mit Aufschlägen von 1,1 bis 2,4 Prozent zu den größten Dax-Gewinnern.

Die Papiere von Thyssen-Krupp verteuerten sich um zwei Prozent. Der größte deutsche Stahlkonzern will seine Stahlpreise zum 1. Januar zum Teil um 50 Prozent anheben, wie Thyssen-Krupp Steel Europe-Vorstandsmitglied Jost Massenberg ankündigte.

Eine solide über die Bühne gegangene Auktion portugiesischer Staatsanleihen und eine Zinserhöhung in Kanada hellten die Stimmung der Investoren zusätzlich auf. Kanadas Notenbank hatte ihren Leitzins auf ein Prozent angehoben. Und Analysten zufolge äußerte sich die Zentralbank zuversichtlicher als zuletzt für die Wirtschaft.

Im Dax standen die Aktien des Chipherstellers Infineon unter Druck: Die Titel bauten ihre Vortagesverluste um weitere 1,8 Prozent aus, nachdem die Analysten der UBS ihre Anlageempfehlung für die gesamte Branche in Europa gesenkt hatten. Die Aktien der Konkurrenten ASML und STMicro verloren in Amsterdam 0,7 beziehungsweise in Paris 1,4 Prozent.

An der Dax-Spitze standen die Aktien des Düngemittelkonzerns K+S. Sie stiegen um 2,5 Prozent und holten damit ihre Vortagesverluste wieder auf.

Bei den deutschen Nebenwerten hatten Aktionäre des im SDax gelisteten Wettanbieters Tipp24 Glück: Die Aktien schossen um 14,5 Prozent nach oben, nachdem der Europäischen Gerichtshof das staatliche Wettmonopol in Deutschland gekippt hatte.

Auf die Stimmung drückte allerdings die Perspektive, dass viele Banken wegen einer strengeren Regulierung der Branche möglicherweise ihr Kapital erhöhen müssen. In Frankfurt standen zwar bei Handelsschluss die Aktien der Deutsche Bank und Commerzbank mit Abschlägen von 0,9 beziehungsweise 0,6 Prozent auf der Verliererseite, doch holten sie damit einen Gutteil ihrer Verluste wieder auf.

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  • dieser unendliche bail-out von Laendern und Wirtschaften wird in einer massiven Krise enden.
    Aufzuhalten kann man die sich anbahnende Katastrophe nicht mehr, nur noch verzoegern.
    Die maechtigen der Welt haben viel zu verlieren, nicht aber der durch Staat und banken verschuldete buerger.

    Die Karten werden neu gemischt!!!

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