Börse Frankfurt
Dax schließt ganze zwei Prozent im Plus

Unerwartet starke US-Arbeitsmarktdaten sorgen für neue Spekulationen um die Zinswende der Federal Reserve. Ein überschwänglicher Leitindex macht sich auf, die schweren Wochenverluste im Zeichen des Brexits aufzuholen..

FrankfurtIn einer turbulenten Woche haben Anleger einen versöhnlichen Wochenausklang nahezu erzwungen. Schon im Frühhandel waren die Börsen dem Erholungskurs der Vortages gefolgt, am Ende wurde der Mut belohnt. Denn die am Nachmittag erschienenen Arbeitsmarktdaten aus den USA fielen unerwartet stark aus. Die gute Konjunktur in den Staaten nimmt Druck vom Parkett. Vor allem aber erhöht sie die Wahrscheinlichkeit eines nächsten Zinsschrittes der US-Notenbank Federal Reserve. Der war nach den Verwerfungen rund um das Brexit-Votum eigentlich schon vom Tisch – die Spekulationen dürften nun neue Nahrung erhalten haben. Die Börsianer aber scheint diese Unsicherheit nicht zu stören, sie feiern die Zahlen. Der Dax schloss ganze 2,2 zwei Prozent fester bei 9.629 Punkten. So reduziert sich das Wochenminus auf 1,5 Prozent.

Damit trat spätestens heute all die politische Unsicherheit rund um den möglichen Brexit in den Hintergrund, standen mit den US-Jobzahlen die wichtigsten Daten des Monats an. Und die konnten sich sehen lassen: Statt von Experten prognostizierten 180.000 Stellen schuf die amerikanische Wirtschaft im Juni ganze 287.000 Stellen außerhalb der Landwirtschaft. Die separat ermittelte Arbeitslosenquote hingegen stieg von 4,7 auf 4,9 Prozent, findet jedoch nur zweitranginge Beachtung.

Zu wissen, wann die Fed das nächste mal an der Zinsschraube dreht – es ist und bleibt die größte Sehnsucht auf dem Parkett.  Die Währungshüter des Greenbacks machen ihre Politik maßgeblich von der Situation auf dem Arbeitsmarkt abhängig. Und da der sich trotz einigen Durchhängern, wie etwa den desolaten Mai-Zahlen, eine Quasi-Vollbeschäftigung erreicht, wird die erste Leitzinserhöhung seit Dezember immer wahrscheinlicher. 

Die Riege der obersten Geldpolitiker um Fed-Chefin Janet Yellen hatte sich angesichts des Brexit-Referendums und schwächerer Konjunktureingaben noch gegen eine Erhöhung im Juni ausgesprochen, aber ungewöhnlich deutlich einen Schritt in den kommenden Sitzungen in Aussicht gestellt. Mit der Entscheidung der Briten für einen Austritt aus der Währungsunion hat sich das Szenario jedoch geändert, bergen die kommenden Wochen damit genug Verwerfungspotenzial.  haben. Mit den frischen Zahlen werden die Fragezeichen vor dem Zusammenkommen des zuständigen Offenmarkt-Ausschusses am 21.Juni erheblich größer.

Auch wenn die Aktienkurse am Freitag deutlich aufholten, eine klare Sache ist die Zinswende ganz und gar nicht nicht. Das zeigt der Blick auf den Devisenmarkt, wo der Euro bis zum Mittag fester lief, dann einige Zeit abwertete, eher er sich wieder verteuerte – das alles wohlgemerkt in engen Bahnen. Mit 1,1080 Dollar notierte die Gemeinschaftswährung zuletzt 0,2 Prozent höher. Es scheint sich keine Mehrheit zu finden, die auf ein engeres Zinsumfeld in naher Zukunft setzt. Hierhin könnte wohl auch der Grund des freitäglichen Aufschwungs liegen: Dass die US-Wirtschaft brummt, freut die Börsianer, doch sie gehen nicht davon aus, dass die Fed in einer solchen Gesamtsituation voreilig Risiken eingeht.

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Commerzbank schießt in die Höhe

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