Börse Frankfurt
Dax schließt hauchdünn im Minus

Aus Unsicherheit über die weitere Geldpolitik der US-Notenbank haben die Anleger am europäischen Aktienmarkt am Dienstag ihre Gewinne eingestrichen. Besonders kräftig fielen die Verluste bei den Versorger-Aktien aus.
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HB FRANKFURT. Die Warnung vor neuen Finanzblasen hat die Anleger am europäischen Aktienmarkt am Dienstag nur zeitweise zu Gewinnmitnahmen veranlasst. Mit der Eröffnung der Wall Street keimte am Nachmittag wieder Zuversicht auf, wofür Frankfurter Börsianer eine milliardenschwere Übernahme im US-Pharmasektor verantwortlich machten. Der Dax verfehlte mit 6304 nur knapp den Vortagesschluss, nachdem er am Morgen noch bis zu 1,3 Prozent verloren hatte. Der europäische Stoxx50-Index fiel um 0,2 Prozent, der EuroStoxx um 0,5 Prozent.

Im Fokus der Wall Street stand die Absicht des weltgrößten Arzneimittelherstellers Pfizer, für 3,6 Milliarden Dollar den heimischen Rivalen King Pharmaceuticals zu kaufen. Pfizer notierten kaum verändert, King fast 40 Prozent höher. Zunächst hatten Warnungen der Vize-Chefin der US-Notenbank, Janet Yellen, vor den Folgen zu niedriger Zinsen die Börsen in Europa belastet. Yellen gilt als Befürworterin einer lockeren Geldpolitik.

Händler klagten über relativ geringe Umsätze. Viele Anleger hätten sich bedeckt gehalten, da sie die Veröffentlichung des Protokolls der Fed-Sitzung vom September am späteren Abend abwarten wollten. Nach Handelsschluss an der Wall Street sollte zudem der weltgrößte Chipproduzent Intel seinen Quartalsbericht veröffentlichen.

Besonderen Druck auf den Dax übten die Kursrückgänge bei RWE und E.ON aus, die gut zwei beziehungsweise 1,7 Prozent einbüßten. Händler machten Äußerungen des nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministers Harry Voigtsberger (SPD) für die Verluste verantwortlich. Sollte der Bund den Versuch unternehmen, die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke ohne den Bundesrat durchzudrücken, werde sein Bundesland vor das Verfassungsgericht ziehen, kündigte der Minister an. Aber auch in Paris und Mailand standen die Versorger nicht sonderlich hoch im Kurs: Spekulationen über eine Senkung der Gewinnerwartungen drückten in Mailand den Aktienkurs des italienischen Ölkonzerns ENI um 2,5 Prozent. In Paris fielen GDF Suez und EDF um jeweils mehr als zwei Prozent.

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