Börse Frankfurt
Dax schließt im Minus

Am Aktienmarkt in Frankfurt regierte die Lustlosigkeit: Zum Handelsschluss notierte der Dax 0,17 Prozent tiefer bei 7 837 Punkten. "Es gibt kaum Kundenl“, klagte ein Börsianer. Für Zurückhaltung sorgte insbesondere der Ifo-Geschäftsklimaindex, der im Dezember unerwartet deutlich sank.

HB FRANKFURT. Eine überraschend deutliche Verschlechterung des Geschäftsklimas in Deutschland und Milliarden-Abschreibungen der US-Bank Morgan Stanley haben am Mittwoch Anleger vom deutschen Aktienmarkt fern gehalten. Der Dax schloss 0,17 Prozent tiefer bei 7 837 Punkten. Händler sprachen von einem lustlosen Geschäft. „Es gibt kaum Kunden und wir haben am Freitag großen Verfall“, sagte ein Börsianer. Es gebe Kursausschläge ohne erkennbaren Grund.

Für Zurückhaltung sorgte der Ifo-Geschäftsklimaindex, der im Dezember unerwartet deutlich auf 103,0 Punkte von 104,2 im Vormonat sank. „Die Daten deuten insgesamt darauf hin, dass eine Abschwächung der Wachstumsdynamik unausweichlich ist“, sagte Unicredit-Volkswirt Alexander Koch. Stefan Mütze von der Helaba ergänzte: „Dies geht aus von der Hypothekenkrise, dem hohen Euro, den hohen Energiepreisen. Das sind alles belastende Faktoren.“

Besonders düster ist es den Ifo-Daten zufolge um den Einzelhandel bestellt. „Die Branche schätzt ihre Lage so schlecht wie seit zwei Jahren nicht mehr ein“, sagte Ifo-Konjunkturexperte Hans Günter Russ zu Reuters. Das Weihnachtsgeschäft laufe nicht gut. Die Aktien des Touristik- und Handelskonzerns Arcandor setzten daraufhin ihre Talfahrt vom Dienstag nach Bekanntgabe von Geschäftszahlen fort und verloren 5,6 Prozent.

Eine insgesamt 9,4 Mrd. Dollar schwere Abschreibung von Morgan Stanley im Zuge der US-Immobilienkrise trübte die Stimmung zusätzlich. „Die Zahlen sind schon sehr schlecht“, sagte ein Händler. Die US-Investmentbank verbuchte im vierten Geschäftsquartal einen rund zehnmal höheren Verlust als von Analysten erwartet. Positiv vermerkten Börsianer jedoch, dass der chinesische Staatsfonds CIC für rund fünf Mrd. Dollar knapp zehn Prozent an der zweitgrößten US-Investmentbank erwirbt, um so deren Kapitalbasis zu stärken.

Deutsche Finanzwerte büßten nur leicht an Wert ein. Deutsche Bank-Titel verloren 0,3 Prozent. Das Minus von 0,8 Prozent bei Commerzbank-Aktien führten Börsianer auch auf die Probleme der Tochter Eurohypo zurück. Der Immobilienfinanzierer rechnet angesichts der Kreditkrise 2008 mit signifikant weniger Neugeschäft.

Unter Druck standen auch Autowerte angesichts drohender Geldbußen bei Verstößen gegen Klimaschutzmaßnahmen der Europäischen Union. „Die Premium-Hersteller werden unverhältnismäßig belastet. Kleinwagen-Hersteller sind wenig in der Pflicht“, klagte BMW. Die Aktien des Autobauers verloren 1,1 Prozent, Daimler-Titel gaben 0,8 Prozent nach. Die Papiere des Sportwagenbauers Porsche rutschten sogar um 3,9 Prozent ab.

Gefragt waren dagegen Technologiewerte wie Infineon und Siemens, die sich um 1,5 und 0,9 Prozent verteuerten. An die Spitze im Dax setzte sich aber der Pharma- und Chemiekonzern Bayer mit einem Kursplus von 1,8 Prozent.

Im MDax gaben die Aktien der Norddeutschen Affinerie nach einem verhaltenen Ausblick 3,9 Prozent nach. Verkauft wurden auch die Titel von EADS, die 1,2 Prozent verloren. Der Luftfahrt- und Rüstungskonzerns geht mit dem Bremer Raumfahrtkonzern OHB als bevorzugten Bieter in finale Verhandlungen für die zum Verkauf stehenden Werke in Augsburg sowie in Varel und Nordenham.

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