Börse Frankfurt
Dax schließt im Plus – Griechen-Drama geht weiter

In Athen brannten die Gebäude, in Frankfurt wurde gekauft. Die Zustimmung des griechischen Parlaments zum Spardiktat hat die Kurse nach oben getrieben. Doch von Entwarnung kann keine Rede sein. Die Lage bleibt brisant.
  • 48

Düsseldorf/FrankfurtGriechenland steht vor der Zerreißprobe. Die Bürger entluden in der Nacht zum Montag ihren Frust über die Zustimmung des griechischen Parlaments zum Spardiktat der Troika und verwüsteten Teile der Athener Innenstadt.

Doch während die Bürger wüteten, entspannte sich die Lage an den Märkten ein wenig. Der Dax eröffnete die Woche im Plus und hielt dieses mit 0,7 Prozent auf 6.738 Punkte bis zum Schluss. Der MDax schloss 0,3 Prozent fester auf 10.280 Punkte und der TecDax notierte 0,6 Prozent fester auf 775 Zähler.

Mit der heutigen Zustimmung des griechischen Parlaments ist nun der Weg frei für die zweite Kredittranche in Höhe von 130 Milliarden Euro. Am Mittwoch wird die Euro-Gruppe über das Rettungspaket entscheiden. Außerdem werden die Details zum abgemachten Schuldenschnitt bekannt gegeben.

Experten gehen davon aus, dass erstens die 130 Milliarden Euro fließen werden, denn anderenfalls steht Griechenland unmittelbar vor der Pleite, und zweitens der hair-cut wohl 70 Prozent betragen wird.

Der griechische Beschluss sorgte neben Kursgewinnen beim Dax auch bei den Indizes der Krisenländer Portugal und Griechenland für ein dickes Plus. Der portugiesische PSI 20 notierte 1,4 Prozent fester und der Athener Leitindex stieg sogar um knapp sechs Prozent.

In den USA schien sich ebenfalls Erleichterung über die Zustimmung breit zu machen. Der Dow Jones lag nach Frankfurter Börsenschluss 0,4 Prozent im Plus auf 12.851 Punkte, der S&P-500 stieg um 0,5 Prozent auf 1.349 Punkte und der Nasdaq-100 notierte 0,6 Prozent fester auf 2.562 Zähler.

„Die Leute waren dabei, die Geduld mit Griechenland zu verlieren“, sagte Markus Huber, Chef-Händler von ETX Capital. „Zum Schluss haben sich die Griechen aber zusammengerauft und dies ist definitiv positiv.“

Euphorie brach dennoch nicht aus, denn Griechenland steht immer noch am Scheideweg. Die Lage des südeuropäischen Staates ist nach der Abstimmung unverändert und über das zweite große Rettungspaket im Umfang von 130 Milliarden Euro stimmen die Verantwortlichen erst am Mittwoch ab. Bis dahin halten sich die Anleger von größeren Investitionen zurück.

Viele Börsianer sehen in den 130 Milliarden Euro allerdings nur eine Zwischenstation. Sie gehen davon aus, dass die Finanzhilfen nicht ausreichen und weitere Rettungspakete geschnürt werden müssen.

Griechenland wird also weiterhin Top-Thema an den Börsen bleiben und für Volatilität sorgen. Mit der heutigen Abstimmung ist zwar eine weitere Etappe zur Rettung gemeistert, von einer Rettung kann aber nicht die Rede sein. Vor allem die sozialen Unruhen im Ursprungsland der Demokratie, lassen viele Experten zweifeln lassen. „Es besteht weiterhin die Angst, dass die griechischen Bemühungen, die Sparziele zu erfüllen, nicht zuletzt wegen des fehlenden Rückhalts der Bevölkerung scheitern könnten“, schrieb Helaba-Analyst Christian Schmidt in einem Kommentar.

Von der Parlamentsabstimmung konnten erwartungsgemäß die Finanztitel am meisten profitieren. Die Commerzbank verteuerte sich am Montag um 1,6 Prozent auf 2,09 Euro und die Deutsche Bank stieg um 0,5 Prozent auf 33,65 Euro. Aktien der Allianz schlossen 1,3 Prozent im Plus auf 88,08 Euro

Dennoch hält sich die Begeisterung noch in Grenzen. Händler mahnten zur Vorsicht: Noch seien nicht alle Etappen geschafft, um Griechenland vor einer Pleite zu bewahren, sagten sie. Erst wenn tatsächlich neue Hilfen für Griechenland freigegeben werden, dürften dies den Aktienmärkte einen ordentlichen Schub geben. „Es wird Zeit für eine Einigung mit Griechenland“, sagt Aktienstratege Jörg Rahn von Marcard, Stein & Co. Wenn diese große Unsicherheitskomponente endlich raus sei, könnte der Dax auch die 7000 Punkte-Marke nehmen. Der Dax hat seit Jahresanfang bereits mehr als 13 Prozent zugelegt, nachdem er 2011 mit einem Minus von 14,7 Prozent eines der schwärzesten Börsenjahre seiner Geschichte verzeichnet hatte.

Seite 1:

Dax schließt im Plus – Griechen-Drama geht weiter

Seite 2:

Fusionsspekulationen um Siemens und ThyssenKrupp

Seite 3:

Die Woche an den Märkten

Kommentare zu " Börse Frankfurt: Dax schließt im Plus – Griechen-Drama geht weiter"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • @deutschkanake: Sie können es nicht kapieren, oder? Das Handelsblattforum ist kein Privateigentum von angeblichen oder tatsächlichen Börsenhändlern. Und wer so armselig schreibt wie Sie, der geht auch in billige "Etablissements"(für teure sind Sie vermutlich nicht erfolgreich genug!), keine Frage! Wenn man Sie hier so liest, versteht man warum das Image von Bankern so verheerend ist. Sie sind eines dieser Exemplare, die das Geld, das Sie bekommen offenbar mit Ihrer Leistung verwechseln. Das macht arrogant und weltfremd. Das richtige Leben ist nicht das, das Sie tagsüber führen (und nachts in den Etablissements. Das werden Sie vielleicht noch merken, wenn sie mal im Zuge der Krise Ihre Anstellung verlieren werden (oder weil man Dinosaurier wie Sie heute nicht mehr benötigt). Und noch eins: Von Dumpfbacken Ihres Kalibers lasse ich mir den Mund nicht verbieten, capiche?!

  • Die Regierung kürzt 20% des Grundgehaltes in der Privatwirtschaft.
    Übersetzung: Du - Steuerzahler, Tagelöhner, usw... - verzichtet auf 20% deines Lohns damit wir - die Politiker - dein Geld den Heuschrecken und sonstige Finanzbetrüger - Hedge Fonds, Private Equity, Bankenspekulanten, usw... - weiterreichen können damit diese weiter erfolgreich aus Sch#### Gold machen können. Und wenn es nicht reicht geben wir denen noch Volkseigentum und Vermögen zum Spottpreis - Inseln, Flughäfen, Lotterie, Stromwerke, etc... - damit Sie Dir deine letzten erarbeiteten Euros aussaugen können.

  • Nachtrag: Niemand glaube daß das friedlich abgehen wird, ein hart durch persönlichen Einsatz und starke Disziplin erarbeitetes Vermögen das weggenommen wird, wir zur Revolte ungeahneten Ausmaßes führen. Es ist letztlich die Verteidigung des eigenen Nestes, das man nicht bereitwillig aufgibt, weil andernorts die Hausaufgaben nicht gemacht werden, hinterzogene Steuern nicht eingetrieben werden (weil ins Ausland verbraucht) z.B. griechische Milliadäre Jachten aus Griechenland gebracht haben unter anderer Flagge, Geld in die Schweiz usw. ein Vermögen das weit größer ist als die griechischen Schulden. Wenn dann den Menschen die sich gesetzestreu und unter grossem Fleiß das erarbeitete Vermögen weggenommen wird dann ist das sozialer Sprengstoff ohne Ende und gleichzeitig die gute europäische Idee endgültig "beim Teufel" man verzeihe mir den Ausdruck, das Gegenteil wird passieren, genauso wie in Griechenland. Da wird der Feind gesucht, mittlerweile auch in Deutschland (Nazivergleiche und nicht was Alles). Die Hauptschuldigen aber die Korruption und das ineffektive nicht funktonierende System in Griechenland mit letztlich "Begünstigung von Steuerhinterziehung" und Nachschieben von Rettungsgeldern ist eine echte Bombe, davon bin ich überzeugt. Das schafft keinen Frieden unter den Völkern. Notwendig ist dass Griechenland erst einmal die Hauptschuld bei sich sucht, aber das ist ein schwieriger Prozeß, an dessen Bewältigung ich nicht so richtig glauben will. Es wäre zu schön wenn es doch der Fall wäre. Und dann ist das Problem aber noch nicht vom Tisch, dann kommt das Hauptproblem - die Umsetzung, die schwierigste aller Aufgaben. Das traue ich Griechenland nicht zu, da muß es erst einmal auf dem totalen Tiefpunkt ankommen, dann ist es reformfähig und wird auch ungemütlich für die Verantwortlichen, die menschlich verständlich Angst haben um Ihre Pfründe.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%