Börse Frankfurt
Dax schließt im Plus

Nach schwachem Start klettert der Dax zeitweise wieder über die Marke von 6 800 Zählern. Am Ende schließt er knapp darunter. Zu den großen Gewinnern zählen die Aktien von MAN. Gerüchte über eine bevorstehende Übernahme machen die Runde.
  • 0



HB FRANKFURT. Dank kräftiger Kursgewinne bei Autowerten hat der Dax zu Wochenbeginn Fahrt aufgenommen. Der deutsche Leitindex schloss 0,82 Prozent höher bei 6 791 Punkten. Auslöser der Kursgewinne waren laut Händlern Spekulationen über ein Zusammengehen des Lkw- und Maschinenbauers MAN mit seinem schwedischen Rivalen Scania.

MAN-Aktien ragten mit einem Plus von mehr als sechs Prozent aus dem Dax heraus. Einem Bericht des "Spiegel" zufolge beabsichtigt VW seine MAN-Anteile an seine Tochter Scania zu übertragen. Die Schweden sollten dann den übrigen MAN-Aktionären ein Angebot unterbreiten. Scania und MAN bestätigten am Montag, ein engeres Zusammenrücken auszuloten. "Die Gerüchte um MAN deuten auf eine neue Dynamik in der Kooperation/Fusion bei MAN und Scania hin", kommentierte NordLB-Analyst Frank Schwope. "Sollte das Nebeneinander von MAN und Scania allerdings nicht funktionieren, so könnten sich die Entscheidungsträger bei Volkswagen möglicherweise gezwungen sehen, einem der beiden Unternehmen die Führungsrolle zu übertragen." VW-Papiere verteuerten sich um 2,28 Prozent. "Eine Übernahme von MAN durch Scania wäre für VW vorteilhaft, dann hätten sie keinen eigenen Finanzierungsbedarf und könnten doch die Kontrolle bei MAN erlangen", sagte ein Börsianer. Im Fahrwasser der VW-Papiere verteuerten sich die Aktien der Konkurrenten Daimler und BMW um zwei beziehungsweise 1,39 Prozent.

Die Zurückhaltung der Investoren begründeten Händler vor allem mit der noch offenen Frage, ob nach Griechenland nun auch Irland auf Finanzhilfen der EU angewiesen sein wird. "Damit ist die gesamte europäische Schuldenkrise wieder voll ins Bewusstsein der Leute zurückgekehrt", sagte ein Händler. Mit Spannung erwartete US-Daten fielen gemischt aus und blieben weitgehend ohne Kursreaktion. Während der US-Einzelhandel im Oktober ein unerwartet kräftiges Umsatzplus verbuchte, fiel der Konjunkturindex der US-Notenbank von New York kräftig.

Bayer-Aktien profitierten von Studienergebnissen für das Mittel Xarelto und legten 3,87 Prozent zu. Eine mittelfristig ungeklärte Führungsfrage belastete unterdessen den Aktienkurs von Metro. Anleger nahmen entsprechende Diskussionen zum Anlass Kasse zu machen. Die Aktien des Handelskonzerns gaben ganz leicht nach. Auslöser war ein Bericht der "Financial Times Deutschland", wonach der Konzern die Nachfolge von Vorstandschef Eckhard Cordes vorbereite. Von der Metro selbst hieß es allerdings, Cordes habe sich noch nicht entschieden, ob er seinen im Oktober 2012 auslaufenden Vertrag verlängere.

Im MDax trennten sich von der Quartalsbilanz enttäuschte Anleger von Rheinmetall-Aktien. Die Titel fielen um 2,9 Prozent. "Wir betrachten die Gewinnprognose als etwas vorsichtig", schrieb Equinet-Analyst Adrian Pehl. Dagegen führten den Nebenwerte-Index die Aktien des Stahlhändler Klöcker & Co mit einem Plus von 3,77 Prozent an. Händler verwiesen auf eine Kaufempfehlung der Commerzbank.

Kommentare zu " Börse Frankfurt: Dax schließt im Plus"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%