Börse Frankfurt
Dax schließt in Sichtweite des Allzeithochs

Nach zahlreichen Anläufen schließt der Dax am Freitag oberhalb der 9600-Punkte-Marke. Der Leitindex schafft den höchsten Tagesgewinn seit anderthalb Wochen, am Allzeithoch biss er sich jedoch die Zähne aus.
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FrankfurtLang hat es gedauert bis der Dax an diesem Freitag die 9600-Punkte-Marke langfristig überwinden konnte. Doch mit einer gut gelaunten Wall Street im Rücken nahm das deutsche Marktbarometer am Nachmittag die Hürde und hatte am Abend sogar die nächste Hundertermarke im Blick. Am Ende schloss der Deutsche Aktienindex mit einem Plus von 1,1 Prozent bei 9692 Punkten und ist nur noch knapp 100 Punkte von seinem Allzeithoch von 9794 Zählern entfernt.

Für den deutschen Leitindex war es dies der höchste Tagesgewinn seit anderthalb Wochen. Der MDax notierte 0,2 Prozent fester bei 16.857 Punkten. Der TecDax rückte sogar 1,7 Prozent vor auf 1283 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx50 kehrte ebenfalls zurück ins Plus, zählte 3139 Stellen und ging damit 0,2 Prozent stärker aus dem Handel.

Zwar wuchs die US-Wirtschaft im vierten Quartal 2013 nur um 2,4 Prozent - knapp unter dem von Ökonomen prognostizierten Wert von 2,5 Prozent - doch die Börsen auf beiden Seiten des Atlantiks stiegen weiter an, fand man doch im harten US-Winter einen Schuldigen.

Eine überraschend stabile Inflation im Euro-Raum hatte die Märkte bis lang in den Nachmittag rein beunruhigt, hatte doch ein Teil der Anleger auf eine weiter sinkende Teuerung gesetzt und damit auf eine Ausweitung der ultralockeren Geldpolitik durch die Europäische Zentralbank gehofft.

Die Teuerungsrate im Euro-Raum im Februar blieb nach einer vorläufigen Schätzung der Europäischen Statistikbehörde mit 0,8 Prozent so hoch wie im Januar. Börsianer spekulieren nun über den Kurs der Währungshüter, die am nächsten Donnerstag zu einer EZB-Ratssitzung zusammenkommen werden um über weitere Maßnahmen zu entscheiden.

Am Vormittag konnte auch ein starker deutscher Einzelhandel den Dax nicht weiter vorantreiben. Im Januar stieg der Umsatz der Branche so kräftig wie seit fast sieben Jahren nicht mehr. Sie zogen preisbereinigt (real) um 2,5 Prozent zum Vormonat an, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit. Ökonomen hatten ein Prozent Wachstum erwartet, nachdem im Dezember noch ein Minus von 2,1 Prozent gestanden hatte.

Die Konsumlaune der Deutschen ist wegen der Rekordbeschäftigung und der Aussicht auf steigende Löhne derzeit so gut wie seit sieben Jahren nicht mehr, fanden die Nürnberger Marktforscher der GfK bei ihrer monatlichen Verbraucherumfrage heraus. Allerdings profitiert der Einzelhandel nur bedingt davon, weil das Geld derzeit vor allem in Dienstleistungen, Renovierungen oder Reisen fließt.

Am späten Nachmittag hellten weitere Konjunkturdaten die Stimmung weiter auf. Der Chicago-Einkaufsmanagerindex für Februar stieg überraschend auf 59,8 Punkte , verglichen mit 59,6 Punkten im Vormonat. Volkswirte hatten mit einem Rückgang auf 56,4 Punkte gerechnet. Das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan zog im Februar ebenfalls überraschend an und verbesserte sich von 81,2 auf 81,6 Punkten zuvor.

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  • wow....
    das Niveau ist nicht zu halten!
    Seit Monaten sogar mal in der richtigen Richtung.

  • Immer gern, farmer. Habe viel Sympathie für einige Deiner Passagen. Meine Sparraten für die Altersvorsorge und das Kindergeld für die spätere Ausbildung meiner Kinder geht auch monatlich in den Aktienmarkt - passiv, lohnt sich für die Beträge anders nicht bzw. wäre nicht risikogerecht.
    P.S.: Auch wenn mich die Obrigkeitsgläubigkeit in diesem Land schon lange anwidert, kann ich den Bezug auf Preußen so nicht unkommentiert lassen:
    "Nicht jeder Tag kann glühn im Sonnenlichte;
    Ein Wölkchen und ein Schauer kommt zur Zeit;
    Drum lese keiner mir es im Gesichte,
    Dass nicht der Wünsche jeder mir gedeiht.
    Wohl tauschten nah und ferne
    Mit mir gar viele gerne;
    |: Ihr Glück ist Trug und ihre Freiheit Schein:
    Ich bin ein Preuße, will ein Preuße sein! :|"
    Schönen Feierabend!

  • Da ist nicht ganz richtig,den die Preise für Importgüter z.B.Autos steigen natürlich mit.Natürlich shoppen gehen in New York klappt immer,das I Phone ,Uhren,Anzüge usw. gibt es dort deutlich günstiger als hier in Deutschland,aber Achtung den Zoll nicht vergessen.
    Der Dollar begann im Übrigen die Abwertung so richtig erst mit dem beginnenden Irakkrieg,also den Vorbereitungen dazu ab September 2002.Während des Afghanistankrieges Herbst 01-März 02 hielt er sich noch stabil.Angeblich weil viele Anleger aus dem Nahen Osten,Russland und China aus Verärgerung über diesen ungerechfertigten Krieg massiv Dollars verkauften.Dann kam noch die Immo-Krise 07 und die FED mit dem Geld drucken ab 08 und schon verlor der Dollar immer weiter.Erst wenn die FED die Zinsen schneller und weiter erhöht als die EZB,habe ich wieder Hoffnung für den Dollar.
    Die FED kommt von einem Leitzins von über 5% in 2000,also wenn Sie den in 3-4 Jahren wieder erreicht,sieht es wieder besser für den Dollar aus.

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