Börse Frankfurt
Dax schließt knapp über 6.900 Punkten

Nachdem das Rettungspaket für Griechenland verabschiedet worden ist, hofften nicht wenige auf einen Sturm auf die Marke von 7.000 Punkten. Doch nach dem jüngsten Kursanstieg ging es am Dienstag wieder abwärts.
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Frankfurt Trotz abermals abgewendeter Griechenlandpleite ist von Feierlaune am deutschen Aktienmarkt nichts zu spüren. Der deutsche Leitindex schloss am späten Nachmittag 0,6 Prozent tiefer auf 6.908 Punkten, nachdem er am Morgen noch kurzzeitig ins Plus drehte. Mit 6.948 Punkten schloss der Dax am Montag auf dem höchsten Stand seit August 2011. Der MDax gab um 1,1 Prozent auf 10.469 Punkte nach. Der TecDax sank um 0,9 Prozent auf 785 Zähler.

Die Einigung auf neue Milliardenhilfen für Griechenland hat die Anleger am deutschen Aktienmarkt kalt gelassen. „Mit der Einigung war gerechnet worden, eine große Überraschung ist das nicht mehr“, sagte ein Händler. „Die Märkte haben das positive Ergebnis bereits in den vergangenen Tagen vorweggenommen.“ Die Euro-Länder hatten in der Nacht zum Dienstag das zweite Rettungspaket für das von der Pleite bedrohte Griechenland geschnürt.

Dass das Rettungsprogramm für Griechenland nun auf den Weg gebracht worden ist, sei zwar positiv, „aber nur ein Pyrrhussieg“, wie Marktstratege Robert Halver von der Baader Bank sagte. Er erwartet angesichts der Probleme dennoch im Sommer einen kontrollierten Austritt Griechenlands aus der Eurozone. Thema am Markt sei zudem auch der hohe Ölpreis samt der Möglichkeit eines israelischen Angriffs gegen den Iran. Angesichts der Ölpreisrally seit Ende Januar haben Investoren am Dienstag ihre Gewinne mitgenommen. Das Barrel Brent verbilligte sich um knapp einen Dollar auf etwas über 119 Dollar. Zu Wochenbeginn war der Preis auf ein Acht-Monats-Hoch von über 121 Dollar gestiegen.

Bankenwerte zählten wieder einmal zu den Verlierern im Dax. So gaben die Titel der Deutschen Bank um zwei Prozent nach. Ein Grund dafür könnte laut Halver sein, dass Griechenland als Blaupause für das ebenfalls schwer angeschlagene Portugal gesehen wird.

Der Dialysespezialist Fresenius Medical Care (FMC) ist mit seinen Geschäftszahlen für 2011 leicht unter den Erwartungen der Analysten geblieben und hat damit die Anleger enttäuscht. Die Aktien verloren am Dienstag knapp ein Prozent und zählten zeitweise zu den schwächsten Werten im Dax. Auch der Ausblick für 2012 sei mit einem angepeiltem Umsatz von 14 Milliarden Euro etwas mutlos ausgefallen, sagte ein Händler. Dasselbe gelte für den Mutterkonzern Fresenius.„Das gibt nicht gerade Raum für viel Fantasie.“ Die Aktien blieben am Ende allerdings auf Vortagesniveau. DZ-Bank-Analystin Christa Bär lobte allerdings die Prognose von Fresenius: „Der positive Ausblick 2012 für alle Segmente sollte das Vertrauen in das Geschäftsmodell und das hohe Wachstumspotential des diversifizierten, globalen Healthcare Unternehmens weiter stärken.“ Fresenius-Chef Ulf Schneider peilt für das laufende Jahr einen währungsbereinigten Anstieg des Umsatzes um zehn bis 13 Prozent an.

Der Chemikalienhändler Brenntag lässt sich von den trüberen Konjunkturaussichten nicht aus dem Tritt bringen. Nach einem Rekordgewinn 2011 steuert der weltgrößte Chemikalienhändler für dieses Jahr wechselkursbereinigt weitere Ergebniszuwächse an, wie das Unternehmen aus Mülheim an der Ruhr mitteilte. Die positiven Trends in der Branche hielten an. Falls nötig will Brenntag mit Sparmaßnahmen seine Schlagkraft erhöhen. Konzernchef Steven Holland kündigte zudem an, die Position in den Schwellenländern weiter auszubauen. Wie bisher sollen auch Zukäufe das Geschäft erweitern. Erst jüngst hatte der Konzern eine Firma in Mexiko übernommen. Seit 1990 hat Brenntag mehr als 100 zumeist kleinere Unternehmen geschluckt. Für die im MDax gelisteten Titel ging es indes 2,1 Prozent abwärts.

Mit einem als schwach empfundenen Ausblick auf das laufende Jahr hat die Aareal Bank die Anleger sehr enttäuscht. Die im MDax gelisteten Aktien stürzten zeitweise um fast elf Prozent ab und gaben damit den gesamten Gewinn des Februars wieder ab. Die Bank geht wegen der Euro-Schuldenkrise von einem Gewinnrückgang für 2012 aus. 2011 hatte sie ein Betriebsergebnis von 185 Millionen Euro erzielt. „Ein Betriebsergebnis leicht unter den 2011 erzielten 185 Millionen Euro kommt einer Gewinnwarnung bezüglich unserer Prognose von 262 Millionen Euro gleich“, stellte LBBW-Analyst Martin Peter fest. Selbst bei der Unterstellung einer sehr vorsichtigen Haltung sei die Abweichung überraschend hoch. „Wir scheinen insbesondere den verwässernden Effekt der niedrigen EZB-Verzinsung für das Parken von Liquiditätsüberschüssen deutlich unterschätzt zu haben.“ Auch DZ-Bank-Analyst Christoph Bast beschrieb den Ausblick für 2012 als sehr vorsichtig. Er habe für das laufende Jahr einen Gewinn von 240 Millionen Euro veranschlagt. „Aufgrund der Tatsache, dass das Management mit einem deutlichen Anstieg des Provisionsergebnisses und niedrigeren operativen Kosten rechnet, halten wir diese Guidance für zu konservativ“, stellt Bast fest.

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  • Der Blackout steht kurz bevor .Edelmetalle rauschen in den Keller .
    Der Dax fällt auf 6000.
    Die US -Wirtschaft geht auf Expansion !

  • als daytrader ist es die Nachrichtenlage ziemlich schnurz - die Musik wird eh in NY gemacht - und da ist Griechenland nochmehr schnurz; was zählt ist equity und das daily p/l

  • Immer schön flexibel bleiben, dann ist die Richtung auch egal.

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