Börse Frankfurt
Dax schließt knapp unter 9300 Punkte

Der heutige Handelstag dürfte schnell in Vergessenheit geraten. Keine Impulse, wenig Bewegung und geringe Umsätze. Der Dax schließt kaum verändert. Doch die Ruhe trügt. Morgen dürfte es wieder spannend werden.
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FrankfurtEin Handelstag geht zu Ende, an dem Handel kaum stattgefunden hat. Nach der gestrigen Rekordrally zeigte sich der Dax heute resistent gegenüber jeglichen Impulsen. So konnten sich die Anleger auch nicht für die neuesten US-Immobiliendaten begeistern. Sie beobachteten das Marktgeschehen und hielten ihr Geld beisammen. Die Zurückhaltung lässt sich gut an den geringen Umsätzen des Dax ablesen. Heute wurden beim Dax Wertpapiere in einem Volumen von gerade einmal 1,6 Milliarden Euro gehandelt. An einem normalen Handelstag sind es mehr als doppelt so viel.

Der Dax ging am Ende mit einem leichten Minus von 0,1 Prozent auf 9290 Punkten aus dem Handel. Gravierend anders hatte der Deutsche Aktienindex schon zur Eröffnung nicht notiert. Der heutige Kursverlauf war mehr eine Horizontale denn eine steigende beziehungsweise sinkende Kurve. „Der Markt ist ein wenig müde nach der jüngsten Rally“, kommentierte Philippe Gijsels von BNP Paribas Fortis Global Markets das Börsengeschehen.

In Amerika wurden die Wohnbaubeginne im Oktober veröffentlicht, die ein Indikator für den konjunkturellen Zustand der USA sind. Erwartet wurden im Schnitt 930.000 Baubeginne. Diese Zahl wurde übertroffen. Die offizielle Zahl der Baubeginne in den USA lag im Oktober bei 1,03 Millionen.

Die gestiegene Zahl der Baubeginne könnte mit der stetigen Erholung des US-Arbeitsmarktes zu tun haben, die es mehr Menschen erlaubt, sich ein Eigenheim zu leisten. Außerdem erleichtern die niedrigen Zinsen den Häuserbau günstig durch Kredite mitzufinanzieren.

Dass die Zahlen keinen Einfluss auf die Börsen genommen haben, weder in Europa noch in den USA, mag damit zusammenhängen, dass morgen stichhaltigere Daten aus Amerika veröffentlicht werden. Am Mittwochnachmittag werden nämlich die wöchentlichen Erstanträge für die Arbeitslosenhilfe erwartet. Die Arbeitsmarktdaten werden von der US-Notenbank eng an ihr Anleihekaufprogramm geknüpft. Fallen die Zahlen erheblich besser aus als erwartet, würde das den nebulösen Zeitpunkt der Drosselung des Anleihekaufprogramms näher rücken lassen und zugleich die Börsenkurse beeinträchtigen. Sollten die US-Jobdaten hingegen die Prognosen nicht erfüllen können, dürften wieder einmal neue und verwegene Spekulationen über das „Tapering“ an den Börsen herumgeistern und den Kursen einen weiteren irrationalen Schub verleihen.

Einige Händler verweisen hierzulande auch auf ein mögliches Platzen der Koalitionsverhandlungen in Berlin, die vor allem in Frankfurt und Europa die Kurse beeinträchtigen könnten. Die Aussicht auf Neuwahlen in der größten Volkswirtschaft der Euro-Zone könnten die Anleger zu einer Überprüfung ihrer derzeitigen Dax-Strategie bewegen, kommentierte ein Börsianer. Union und SPD haben vor den Schlussberatungen in Berlin nach eigenen Angaben noch keinen zentralen Streitpunkt gelöst.

Bei den Einzelwerten konnte Bayer nur kurz von der Meldung profitieren, den norwegischen Algeta zu übernehmen. Die Papiere stiegen am Morgen ins Plus, verloren dies aber schnell wieder. Am Ende gingen die Papiere mit einem Abschlag von 0,3 Prozent aus dem Handel.

Es ist nicht sicher, dass das Angebot auch zu einer Übernahme führen werde, erklärte Algeta. Die „Frankfurter Rundschau“ hatte bereits am Montagabend vorab über das Vorhaben berichtet. Algeta arbeitet mit Bayer schon seit längerem bei dem Krebsmittel Xofigo zusammen. Das Präparat zählt zu den fünf wichtigsten neuen Arzneien von Bayer.

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  • Morgen früh reissen wir den Widerstand bei 9325 und dann gehts nur noch UP UP UP!

    Widerstände: 9325 + 9400 + 9567

    Unterstützungen: 9255 + 9170 + 9120

    Charttechnischer Ausblick:

    Neues Hoch! Mit dem Sprung über 9255 gab es gestern kein Halten mehr. Der Freudentanz dauerte gestern bis 9324.
    Bullische Flagge seit dem gestrigen Tageshoch 9324.
    Oberhalb von 9254 geht es daher früher oder später direkt weiter aufwärts bis 9400 und 9567.

    Nur unterhalb von 9170 ergibt sich eine Konsolidierungsphase im sehr stabilen, übergeordneten Bullenmarkt.

  • Der Dax wird NIEMEHR unter 9200 fallen. Das ist so sicher wie einst das Sparbuch. Für mich sind die 9200er Calls Sparbuchersatz. Geldvermehrung ohne Limit. Geld macht Geld. Auch morgen ab 8 Uhr ist das Casino wieder eröffnet. Tretet ein!

  • Die glauben auch alle noch an die Jahresendrally!

    Börsengehandelte Indexfonds (ETFs) auf den deutschen Leitindex DAX hatten im vergangenen Monat ungewöhnlich hohe Mittelabflüsse zu verzeichnen. Dies geht aus einer Analyse des Research-Unternehmens Morningstar hervor. Im Oktober wurden demnach netto 2,6 Milliarden Euro aus DAX-ETFs abgezogen, und damit fast halb so viel wie in den ersten neun Monaten insgesamt. Aktive Fonds, die den deutschen Aktienmarkt abdecken, verzeichneten im Oktober nur Abflüsse von rund 100 Millionen Euro.

    Wie Morningstar nun analysiert hat, betraf die Flucht der Anleger vor allem ein Produkt, den db x-trackers DAX ETF der Deutschen Bank. Dieses Produkt verzeichnete alleine 2,76 Milliarden Euro an Nettoabflüssen, während ähnliche Produkte anderer ETF-Anbieter netto sogar geringe Zuflüsse verbuchen konnten.

    Innerhalb des Monats Oktober schrumpfte das Volumen des ETFs der Deutschen Bank um fast die Hälfte. Im November setzte sich der Anlegerschwund weiter fort. Im bisherigen Jahresverlauf ist das Fondsvermögen des ETFs bereits um rund 72% geschrumpft, weil die Anleger ihr Geld abzogen, wie aus der Analyse von Morningstar hervorgeht.

    Auch die Experten von Morningstar finden keine Erklärung für die ungewöhnlichen Entwicklungen rund um den db x-trackers DAX ETF. Die Deutsche Bank begründete die ungewöhnlichen Mittelabflüsse gegenüber Morningstar mit „Anlageentscheidungen einzelner Investoren“. Offenbar haben also einige sehr große Investoren ihre Anteile an dem ETF verkauft. Wer das war und warum sie dies taten, bleibt aber offen.

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