Börse Frankfurt: Dax schließt knapp unter 9600 Punkten

Börse Frankfurt
Dax schließt knapp unter 9600 Punkten

Einen Krieg zwischen der Ukraine und Russland wird es vorerst nicht geben. Die Börsianer atmen tief durch und kehren an die Börsen zurück. In Frankfurt konnte der Dax einen Großteil seiner Verluste wieder wettmachen.
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FrankfurtDie Dax-Anleger sind erleichtert. Vorerst wird es keine russische Militäroperation gegen die Ukraine geben. Das jedenfalls sagte der russische Präsident Wladimir Putin in einem Fernsehen-Interview. An Märkten reagierten die Akteure mit einem Rückkauf der gestern abgestoßenen Aktien.

Der Dax, der von Beginn an im Plus notierte, baute im Anschluss an das Interview seine Gewinne noch deutlicher aus. Am Ende schloss er mit einem dicken Plus von 2,5 Prozent auf 9589 Zählern. Damit konnte der Dax einen großen Teil seiner gestrigen Verluste wieder wettmachen.

In der zweiten Reihe gingen die Indizes ebenfalls mit einem dicken Plus aus dem Handel. Der MDax notierte 2,3 Prozent fester auf 16.826 Punkte. Der TecDax verzeichnete einen Aufschlag in Höhe von 2,8 Prozent auf 1276 Zähler.

Der russische Micex, der gestern noch über elf Prozent abgeben musste, konnte heute immerhin über fünf Prozent zulegen.

Auch an der Wall Street holten die Kurse auf. Der Dow Jones lag 1,2 Prozent im Plus auf 16.367 Punkten. Der S&P-500 erklomm mit einem Plus von 1,4 Prozent auf 1870 Punkten sogar ein neues Rekordhoch.

„Das hört sich alles sehr deeskalierend an“, sagte ein Börsianer. „Die Kriegsgefahr scheint damit geringer zu werden.“ Von einer Lösung des Konflikts kann aber noch lange nicht die Rede sein. Die Lage bleibe angespannt und die Marktteilnehmer nervös, sagte ein Händler. „Unsere Blicke bleiben fest auf den News-Ticker gerichtet.“

Auch wenn eine Militäraktion vorerst vom Tisch zu sein scheint, dürfte der Konflikt zwischen der Ukraine und Russland nur wenig von seiner Brisanz eingebüßt haben. Dieser könnte sich nämlich auf eine ökonomische Ebene verschieben. Heute erst hatte Gazprom seine Gas-Rabattverträge mit der Ukraine aufgekündigt. Weitere wirtschaftliche Sanktion seitens russischer Staatsunternehmen dürften folgen.

Auf internationaler Ebene sind die Meinungsverschiedenheit ebenfalls noch nicht ausgeräumt. Besonders kritisch ist das Verhältnis zwischen den USA und Russland. Am Morgen hatte ein Kreml-Berater Drohungen gegen die USA ausgesprochen, falls diese Sanktionen gegen Russland verhängen. Sollte etwa die Regierung in Washington die Konten russischer Geschäftsleute und anderer Personen einfrieren, werde Moskau allen Haltern von US-Staatsanleihen empfehlen, diese zu verkaufen.

Von den Drohgebärden lassen sich die Amerikaner nicht beirren. Nach Angaben eines Regierungsvertreters wollen die USA Sanktionen gegen Russland umsetzen. Dies werde „höchst wahrscheinlich sehr bald“ geschehen. Man gehe von einigen Tagen, nicht Wochen aus.

Darüber hinaus sollen die USA nun bereit sein der Ukraine bei ihren Energieversorgungsproblem zu helfen. US-Außenminister John Kerry kündigte bei seiner Ankunft in Kiew an, dass der Ukraine eine Milliarde Dollar Hilfe für die Versorgung von Gas und Strom bereitgestellt werden sollen. Außerdem sollen Experten in das Land entsandt werden, um der Ukraine bei der Bekämpfung der wirtschaftlichen Probleme und der Korruption zu helfen.

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  • "Real-Politik hat hier wohl nur Putin verstanden..!"??? Nicht wirklich! Seine Oligarchen werden ihn "überzeugt" haben, sein Vorgehen marktschonender zu gestalten. Marktkonforme (Fassaden-)Demokratie eben.

  • Was ist bisher für wertvolle Zeit verschwendet worde..! Die eigentlich wichtigsten Gespräche hätten im Vorhinein! mit Putin geführt werden müssen. Das naiv-zögerliche Verhalten all der ach so tollen West-Politiker wird sich noch übel rächen. Aber man hatte sich viel zu sehr mit dem korrupten Rauschgold-Engel Timoschenko gekümmert, die sich mit ihrem blonden Zopf wohl wie eine griechische Göttin vorkommt, und um den Boxer und Nicht-Politiker Klitschko, der sich wohl auch schon als großer Staatsmann vorkommt. Und die Presse hatte ja so viele schöne Fotos von den beiden, die man dauernd zeigen konnte, um so die eigentliche Real-Politik verdrängen zu können. Real-Politik bezogen auf Russland, Frau Merkel, Herr Steinmeier, Herr Obama und Ihr Medien, sieht anders aus..! Real-Politik hat hier wohl nur Putin verstanden..! Ich wünschte mir, dass Brüssel sich für die EU-Bevölkerung ebenso einsetzen würde, wie es Putin für die ethnische Mehrheit der Russen tut, in der Ukraine und auf der Krim..!

  • Wie ich gestern hier schon ausführte:"politische Börsen haben kurze Beine.".
    Putin wird bis zum Referendum in der Krim dort unten bleiben.So lange,wird die Unsicherheit anhalten.
    DAX-technisch stehen wir wieder am gestrigen Ausgangspunkt bei IG-Markets London,gestern vorbörslich 7.00 UHR MEZ 9575 Punkte.
    An ein neues ATH im P-DAX glaube ich nicht,bis die Krimkrise gelöst ist.Im Kursdax fehlen ohnehin noch fast 30% bis zum ATH.Der DAX ist im Übrigen im Durchschnitts KGV auch nicht zu teuer.Schuld daran sind wie immer die 10 beständigen Underperformer im DAX,die ihrerseits jeder mit jeweils mindestens 50 % von ihrem ATH weg sind.

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