Börse Frankfurt: Dax schließt leicht im Minus

Börse Frankfurt
Dax schließt leicht im Minus

Nach der jüngsten Börsenrally kommt der Dax ins Straucheln. Am Dienstag bewegt er sich nach einem leicht positiven Start im Minus. Dennoch erhöhen die Analysten nach dem überragenden Jahresauftakt ihre Prognosen.
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Wegen des nicht enden wollenden Gezerres um die Sanierung Griechenlands sind einige Aktienanleger am Dienstag auf Nummer sicher gegangen und haben Gewinne mitgenommen. „Es ist alarmierend, dass Griechenland am Montag eine neue Deadline verstreichen ließ, die die neuen Finanzhilfen endlich in trockene Tücher gebracht hätte“, sagte Analyst Daniel Kukalj vom Bankhaus Close Brothers Seydler. „Die Nerven der Investoren werden weiter strapaziert und Griechenland bewegt sich immer mehr auf eine Pleite zu, die auch für die übrigen europäischen Länder zur Bedrohung wird.“

Der Dax schloss am späten Nachmittag nur noch 0,2 Prozent tiefer bei 6.754 Punkten, nachdem er längere Zeit sogar unter der Marke von 6.700 Zählern verweilte. „Der Dax ist charttechnisch gesehen hoffnungslos überkauft“, betonte Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research. Es sei schon positiv, dass er nicht stärker falle. Belastend wirkten sich auch schwache Daten zur deutschen Industrieproduktion aus. Der MDax der mittelgroßen Werte sank um 0,7 Prozent auf 10.307 Punkte. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es 0,8 Prozent auf 764 Punkte runter.

Unterdessen brachen im Nebenwerte-Index MDax Fielmann um 6,9 Prozent ein. Börsianer äußerten sich enttäuscht über die vorgelegten Geschäftszahlen.

Der Commerzbank drohen millionenschwere Zins-Nachzahlungen auf mehrere Genussscheine ihrer Tochter Eurohypo. Die Bank unterlag am Dienstag auch in zweiter Instanz gegen den Hedgefonds QVT, der vor dem Oberlandesgericht Frankfurt (OLG) einen noch größeren Erfolg feiern konnte als beim Landgericht. Am Dienstag notierte das Papier gegen den Markttrend mit drei Prozent im Plus. „Eine Lösung für die Eurohypo wäre ein Riesenschritt nach vorne“, beschrieb ein großer Investor den Optimismus.

Zulegen konnten dagegen die im Technologie-Index TecDax gelisteten Aktien von Centrotherm, die sich 3,9 Prozent verteuerten. Medienberichten zufolge hat der Solarindustrie-Zulieferer einen Großauftrag aus Saudi-Arabien erhalten. Die zuletzt gut gelaufenen Titel von HHLA verloren 1,2 Prozent, obwohl der Containerboom dem Hamburger Hafenbetreiber im abgelaufenen Jahr einen Umsatz- und Gewinnsprung beschert hatte.

Die angeschlagene Fluggesellschaft Air Berlin hat wegen eines deutlich gekappten Flugangebots im Januar weit weniger Fluggäste befördert als ein Jahr zuvor. Insgesamt ging die Zahl der Passagiere um elf Prozent auf 1,9 Millionen zurück, wie Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft am Dienstag mitteilte. Zugleich waren die Maschinen aber besser gefüllt: Die Auslastung verbesserte sich von rund 72,4 auf rund 75 Prozent. Dies sei der beste Januar-Wert, seit Air Berlin die Verkehrszahlen veröffentliche, hieß es. Air Berlin hatte im Zuge ihres Sanierungsprogramms das Flugangebot deutlich zusammengestrichen. Im Januar sank die Zahl der angebotenen Tickets um mehr als 14 Prozent. Unrentable Routen fielen weg, außerdem soll die Flotte schrumpfen. Die mittlerweile im SDax gehandelten Titel verloren 0,2 Prozent.

Gute Geschäftsaussichten beim norwegischen Düngemittelkonzern Yara haben laut Händlern auch die Aktien des Rivalen K+S nach oben gezogen. Die Papiere gewannen am Dienstag 1,7 Prozent und gehörten damit zu den wenigen Gewinnern im Dax. Yara hatte am Morgen mitgeteilt, dass der Stickstoff-Markt im ersten Quartal wieder an Schwung gewonnen habe. Die Aktien schossen in Oslo in der Spitze um 4,6 Prozent in die Höhe. Auftrieb erhielt die K+S-Aktie auch von einen Kommentar der WestLB. Die Analysten setzten die Aktien auf die Large Cap Focus List und bekräftigten ihre Kaufempfehlung. „Wir glauben nicht, dass es am Kali-Markt eine Spekulationsblase gibt und daher größere Preisrückschläge drohen“, hieß es in dem Kommentar.

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  • Ebenfalls schönes Wochenende!

  • Ja, auch ich erinnere mich an Ihre Beiträge, die sich von den anderen "Platzhirschen" deutlich abhoben.
    Aber ich frage mich manchmal schon, wer bei jeder kritischen Anmerkung meint, gegen Realist giften zu müssen und dabei - vermutlich sogar bewusst - Ihre Diktion verwendet.
    Seis drum, ich reduziere meine Beiträge hier ohnehin auf nahe Null.

    In einem Punkt (vermutlich nur in diesem) stimme ich zu 100 % mit Ursula vo der Leyen überein:
    "Die Jüngeren rennen zwar schneller, aber die Älteren kennen die Abkürzung."

    Meine Abkürzung lautet: Schönes Wochenende!

  • Letzter Versuch, weil Sie so schöne Zitate bringen:
    Ich kann mich gut an die vergangenen Reaktionen erinnern, Sie sich auch an meine Beiträge? Egal - eine Sentenz meines Lieblingsphilosophen als Abschluss:
    "Denke daran, dass das, was dich wie an unsichtbaren Fäden hin- und herzieht, in deinem Inneren verborgen ist..."
    Marc Aurel
    eig. Marcus Aurelius Antonius
    röm. Kaiser (161-180) u. Philosoph, 121 - 180

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