Börse Frankfurt
Dax schließt mehr als vier Prozent im Minus

Der Rücktritt von EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark hat den Anlegern zum Wochenausklang einen Schock versetzt. Nach der Meldung gingen europaweit die Aktienmärkte auf Talfahrt. Investoren flohen vor allem aus Finanzwerten.
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FrankfurtDer Rücktritt des EZB-Chefvolkswirts Jürgen Stark hat die internationalen Finanzmärkte am Freitag in Aufruhr versetzt. Die Aktienmärkte und der Euro bauten ihre Verluste aus, während die „sicheren Anlagehäfen“ Bundesanleihen und Gold zulegten.

„Herr Stark hat eine sehr hohe Reputation und gilt als absoluter Experte“, betonte Markus Huber, Aktienhändler bei ETX Capital. Ein Talent wie ihn zu verlieren, sei für die EZB schlecht - nicht nur im Moment, sondern auch für die bevorstehende turbulente Zeit. „Das könnte zumindest kurzfristig das Vertrauen einiger Investoren in die Fähigkeit der EZB, die Finanzkrise zu lösen und dem konjunkturellen Abschwung entgegenzuwirken, untergraben.“

Ähnlich urteilte Analyst Matthias Gloystein von der Bremer Landesbank: „Im Moment wird das am Markt so interpretiert, dass der Rücktritt die EZB schwächt.“ Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte am Nachmittag den geplanten Rücktritt Starks bestätigt. Grund für die Entscheidung seien persönliche Gründe. Finanzkreisen zufolge soll Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen Stark nachfolgen.

Bereits Rücktrittsgerücht schickte Dax auf Talfahrt

Der Dax war zuvor bereits in Reaktion auf erste unbestätigte Meldungen um mehr als 200 Punkte abgerutscht. Vor der Bekanntgabe hatte der deutsche Leitindex noch ein moderates Minus von 0,3 Prozent verzeichnet. Das Börsenbarometer schloss schließlich 4,04 Prozent im Minus bei 5.189 Punkten. Der EuroStoxx50 beendete den Handel 4,17 Prozent schwächer. Im Gegenzug schossen die Volatilitätsindizes VDax und VStoxx , die die Nervosität der Anleger messen, in der Spitze um neun beziehungsweise 15 Prozent in die Höhe.

Auch der Euro ging in die Knie: Er fiel auf ein Sechseinhalb-Monats-Tief bei 1,3697 Dollar und lag damit rund zwei US-Cent unter dem New Yorker Vortagesschluss. Der Bund-Future kletterte im Gegenzug auf ein Kontrakt-Hoch von 137,73 Punkten.

Gold machte einen Großteil seiner Anfangsverluste wett und kostete zum Börsenschluss 1851,20 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Der Run auf die Bundesanleihen drückte die Rendite der zehnjährigen Bonds auf ein Rekordtief von 1,757 Prozent.

Die EZB-Personalie schürte auch Zweifel an einer nachhaltigen Rettung Griechenlands. Die Absicherung eines zehn Millionen Euro schweren Pakets griechischer Anleihen per Credit Default Swap (CDS) verteuerte sich dem Datenanbieter Markit zufolge um 380.000 auf 3,1 Millionen Euro.

Aktionäre stoßen Finanzwerte ab

Bei den Unternehmen verbuchten die Finanzwerte, die besonders sensibel auf alle Nachrichten rund um die Schuldenkrise reagieren, die größten Kursverluste. Sie wurden zusätzlich von einer Studie von Goldman Sachs belastet. Die Analysten senkten die Kursziele mehrerer Institute wie der Societe Generale und betonten, sollte es bei griechischen Anleihen zu einem „Haircut“, also einer Umschuldung kommen, seien Kapitalerhöhungen notwendig. Angesichts der drastischen Kursverluste der vergangenen Monate wäre dies für die aktuellen Aktionäre finanziell sehr ungünstig.

Vor diesem Hintergrund rutschte der europäische Bankenindex bis zu 6,8 Prozent ab. Acht der zehn größten Verlierer im EuroStoxx50 kamen aus der Finanzbranche. Schlusslicht bildete hier die Societe Generale mit einem Minus von 10,6 Prozent auf 17,44 Euro. Deutsche Bank schlossen 7,25 Prozent schwächer auf 23,08 Euro und Commerzbank verloren 8,7 Prozent auf 1,67 Euro.

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  • Nicht zu übertreffende Scheinheiligkeit unsrer Regierung (merkel pus Schäuble), wo sie doch eine konträre Richtung letztens unterstützt haben:


    Merkel lobt Starks Einsatz für Euro-Stabilitätskultur


    BERLIN (Dow Jones) - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat auf den am Freitag angekündigten Rücktritt von EZB-Direktoriumsmitglied Jürgen Stark mit dem Bekenntnis zu einer von Stark vertretenen Stabilitätskultur reagiert. "Ich danke Jürgen Stark dafür, dass er sich in allen seinen Funktionen, ganz besonders aber als Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank, jahrelang konsequent und erfolgreich für eine stabile europäische Gemeinschaftswährung eingesetzt hat", erklärte Merkel am Abend in einem vom Bundespresseamt verbreiteten Statement. "Er steht damit für eine Stabilitätskultur, die den Interessen der Bürger in der Eurozone dient und der sich die Bundesregierung dauerhaft verpflichtet fühlt," betonte die Kanzlerin


    weiter unter

    http://www.boerse-go.de/nachricht/Merkel-lobt-Starks-Einsatz-fuer-Euro-Stabilitaetskultur,a2638322.html

  • Da sind wir mal gepannt, wie es weitergeht. Hätt ich doch noch shorten sollen :-(

  • Aus dem Vorabdruck eines Gastbeitrages des Handlesblatt für Monta:

    Stark selbst äußerte in einem auszugsweise vorab veröffentlichten Gastbeitrag für das "Handelsblatt" indirekt scharfe Kritik an den Staatsanleihenkäufen. "Wir befinden uns", schreibt Stark, "in einer Situation, in der massive Tragfähigkeitsrisiken in den öffentlichen Haushalten die Finanzstabilität untergraben." In dieser Krise sei alles falsch, was weitere Ausgaben unterstützt. "Ein fiskalischer Stimulus würde die Schuldenstände nur weiter ansteigen lassen und daher diese Risiken noch weiter erhöhen. Die Anpassungskosten würden durch die Verschiebung der Konsolidierung in die Zukunft deutlich steigen", warnt der EZB-Chefökonom.

    Man darf gespannt sein, ob dies das Abstimmungsverhalten demnächst im Bundestag beeiflußt

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