Börse Frankfurt
Dax schließt mit Befreiungsschlag

Seit Wochen lähmt der starke Euro den europäischen Aktienhandel, während die Wall Street auf Rekordjagd geht. Nun fielen amerikanische Jobzahlen besser aus als erwartet – und der Dax kehrte zurück auf die Gewinnspur.
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Amerikas Arbeitsmarkt hat Europas Anleger nicht enttäuscht. Hoffnungsvoll hatten die Börsianer auf die Jobzahlen aus den Vereinigten Staaten gewartet. Als sie dann am Nachmittag kamen – stärker als erwartet –, drehte der so starke Euro endlich mal ins Minus und bescherte dem Dax den Rückenwind, den man auf dem Parkett solange vermisst hat. Der Deutsche Aktienindex ging am Ende mit einem Plus von 1,2 Prozent bei einem Stand von 12.297 Punkten ins Wochenende. Seit Wochen kommen die Aktienkurse in Europa nicht vom Fleck, weil der Euro immer stärker wird. Die Wall Street hingegen schlendert gemütlich von einem Rekordhoch zum nächsten, auch heute wieder– dem schwachen Dollar sei Dank. Zumindest heute sorgten die US-Konjunkturdaten für einen Befreiungsschlag.

Die US-Wirtschaft schuf im Juni außerhalb der Landwirtschaft 209.000 neue Arbeitsplätze. Im Schnitt hatten Analysten und Ökonomen mit 189.000 Stellen gerechnet, Zahlen für die vergangenen zwei Monate wurde jeweils leicht nach oben korrigiert. Die im Gegensatz zu der Anzahl Neu-Jobs eher zweitranginge Arbeitslosenquote fiel wie erwartet auf 4,3 Prozent, einem 16-Jahres-Tief. Alles in einem ein mehr als solider Bericht.

Prompt sorgte der Report für eine Kehrtwende am Devisenmarkt. Der Euro hatte Kurs auf die 1,19-Dollar-Marke genommen, dreht nun aber um und kam zuletzt auf einen Abschlag von einem Prozent bei einem Wechselkurs von 1,175 Dollar. Die schweren Ketten fielen ab vom europäischen Aktienhandel. Der Leitindex der Eurozone sprang um 0,8 Prozent auf 3494 Punkte. Eine aufwertender Euro ist deswegen so hinderlich für die Aktienrally, weil er die Exporte verteuert, was vor allem der deutschen Wirtschaft mit ihrer auf Ausfuhren fokussierten Industrie Probleme bereitet. Seit Jahresbeginn sind es ganze 13 Prozent, um die sich die Gemeinschaftswährung verteuert hat.

Der Arbeitsmarktbericht ist ohnehin immer einer der Konjunkturhöhepunkte eines jeden Monats. Und für beide Gründe, die ihn so wertvoll machen, gab es heute positive Signale für Dax, Stoxx und Co. Erstens erhofft sich die Finanzwelt von den Jobzahlen Hinweise auf die wirtschaftliche Dynamik in den Staaten. Die sieht gut aus, was den Dollar stützt. Und zweitens – der seit Jahren wichtigere Grund: Es lassen sich Rückschlüsse ziehen auf die Geldpolitik der nächsten Monate.

Denn die amerikanische Notenbank, die Federal Reserve, macht ihre Marschroute maßgeblich abhängig von den Verfassung des heimischen Arbeitsmarktes. Anders als im Euro-Raum der EZB ist ein hoher Grad an Beschäftigung in der Fed-Satzung sogar als einer der geldpolitischen Ziele deklariert.

Und weil der US-Arbeitsmarkt boomt und nach Experten-Meinung schon Quasi-Vollbeschäftigung aufweist, fragen sich die Börsianer, wann die Fed den nächsten Zinsschritt wagt – und für Europas Anleger besonders wichtig: Wann der Dollar wieder stärker wird. Im März und Juni erhöhten die Dollar-Hüter die Leitzinsen, für das Jahr 2017 hatte Fed-Chefin Janet Yellen mindestens drei Anhebungen in Aussicht gestellt.

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Allianz will zurück auf die Insel

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  • Der mangelernährte Dax muß von den USA gefüttert werden, die armen Arbeitnehmer dort müssen
    nun auch noch für dieses vom Dieselgasen vergiftete Tier aufkommem. Diese Art von Stütze kann keinen Erfolg haben, das Tier braucht Sauerstoff, schreib echte Käufer.

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