Börse Frankfurt
Dax schließt mit enttäuschender Jahresbilanz

Der Dax tat sich heute schwer. Sorgen um Griechenland und der Ölpreisverfall verhindern einen versöhnlichen Jahresabschluss. Der Leitindex beendet das enttäuschende Börsenjahr 2014 mit einem mageren Plus.
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FrankfurtWar 2014 eine gutes Börsenjahr? Auf den ersten schnellen Blick würden viele Aktionäre „ja“ sagen. Immerhin hat der Dax mit 10.093 Punkten ein neues Allzeithoch erklommen. Doch schaut man genauer hin, konnte der Dax im Vergleich zu den Indizes aus den anderen Ländern nicht auftrumpfen. Während beim Deutschen Aktienindex am Ende des Jahres ein mageres Plus von weniger als drei Prozent steht, konnte der Dow Jones immerhin 8,8 Prozent zulegen. Der S&P-500 notiert über 13 Prozent höher als zu Jahresanfang, der Nasdaq über 15 Prozent.

Am letzten Handelstag des Jahres 2014 musste sich der Dax den Sorgen um die politische Krise in Griechenland geschlagen geben. Forcierte Gewinnmitnahmen haben den Dax kurz vor Handelsschluss sogar noch deutlicher ins Minus gerissen. Am Ende ging der Leitindex mit einem Minus von 1,2 Prozent auf 9806 Punkten aus dem Handel.

Es war kein weiteres großartiges Börsenjahr. Wer kann, nimmt jetzt seine Gewinne mit“, bilanzierte Stratege Luca Paolini von Pictet Asset Management in London. „Sorgen um Griechenland und die Eurozone, um den Ölpreis, und wegen der bevorstehenden Zinswende der Fed sind zwar nicht entscheidend, spielen aber eine Rolle“, sagte er. Das Gefühl mache die Runde, dass die besten Zeiten des Bullenmarktes vorüber seien und das kommende Jahr schwieriger werde.

Der MDax musste heute ein Minus von 0,4 Prozent hinnehmen auf 16.966 Punkte. Auf Jahressicht notiert der Index der mittelgroßen Werte 2,2 Prozent höher. Am besten schlug sich der TecDax, der heute 0,2 Prozent zulegen konnte. Im Vergleich zum 1. Januar 2014 steht der Technologieindex sogar 17,5 Prozent höher.

Die erhoffte Jahresendrally fiel im zu Ende gehenden Jahr sehr kurz und spektakulär aus. Innerhalb weniger Tage konnte der Dax über 400 Punkte steigen. Allerdings lag er zuvor kaum über seinem Jahresanfangskurs. Die wirtschaftliche Schieflage Russlands und der immer weiter fallende Ölpreis bremsten den Leitindex aus.

„2014 war nicht unbedingt ein Jahr der guten Nachrichten, nach oben ging es für die Märkte trotzdem – dank des vielen billigen Geldes“, schrieb Roger Peeters, Analyst bei Close Brothers Seydler, in einem Kommentar. Als Heilsbringer erscheint vielen Investoren vor allem die Europäische Zentralbank (EZB), schließlich will EZB-Chef Mario Draghi Anfang 2015 die Geldpolitik seines Hauses überprüfen und bei Bedarf noch schwerere Geschütze im Kampf gegen die drohende Deflation – eine Spirale fallender Preise und rückläufiger Investitionen – auffahren. Als wahrscheinlichste Maßnahme gilt der Kauf von Staatsanleihen nach dem Vorbild der Notenbanken aus den USA und Großbritannien.

Dass die Indizes in den USA soviel besser abschneiden als der Dax liegt vor allen an der starken wirtschaftlichen Lage in der größte Volkswirtschaft der Welt. Dort zieht der Arbeitsmarkt wieder an und damit der Konsum, der die wichtigste Säule der US-Wirtschaft darstellt. Deshalb werden Anleger weiterhin genau auf die Arbeitsmarktzahlen der USA schauen. Die nächsten wichtigen Zahlen werden aber erst nach dem Jahreswechsel veröffentlicht.

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Kommentare zu " Börse Frankfurt: Dax schließt mit enttäuschender Jahresbilanz"

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  • @ Lukas Sickert

    Sie glauben auch noch das Märchen das Gold nur in Krisen steigt. In Asien spart man traditionell in Edelmetallen weil man denmüberschuldeten Westen und seinen FIAT-Währungen nicht traut.

  • @ Herr Pom Muc...

    Sie schreiben :

    Was ist denn aus den "Gold im Sommer 2014 bei 1050 US-Dollar"-Prognosen geworden?

    --------------------------------------------------

    Einerseits haben Sie vollkommen Recht...

    Gold ist längst unter bewertet...

    und die Feinunze müsste längst bei 2500 €uro stehen...

    vergleiche man nur den extremen Gelddruck...

    in dem USA und EUROPA !!!!!

    Anderseits...seien wir froh dass niemanden sich

    derzeitig für Investitionen in Gold aktiviert.

    ODER wollen Sie einen Starken Russland durch seine Gold Reserven einen eventuellen krieg anzetteln sehen ?








  • Im Vergleich zum 1. Januar 2014 steht der Technologieindex sogar 17,5 Prozent höher.

    ---------------------------------------------------

    DEUTSCHLAND IST MOTOR FÜR EUROPA !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    Da muss man an Deutschland fragen :

    Deutschland was kannst Du anders als andere ?????

    Die Antwort lautet dann :

    " TECHNOLOGISCHER ÜBERLEGUNG ! "

    Dann müsste man doch gerade auf diesem Sektor...

    INVESTITIONEN IN DIE ZUKUNFT BETREIBEN !

    Doch gerade innerhalb der " EU " hat man vergessen

    wieder in die Geschichtsbücher von Europa zu schauen,

    um zu erkennen dass Europa auf EXPORT angewiesen ist.

    Wartet die " EU " darauf dass es noch mehr

    Arbeitslose in Europa geben wird ?

    oder erkennt Europa doch dass man in Industrie

    investieren muss ?

    ZUERST MUSS DIE " EU " GELDER VON DER " EZB "...

    IN DIE INDUSTRIE INVESTIEREN...

    UND DANACH PRIVATISIEREN...

    ETWA AUF DEM AKTIENMARKT !!!!!

    Doch diese " EU " pennt...

    und Europa verpennt langsam den Anschluss an die

    Globalisierung.






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