Börse Frankfurt
Dax schließt mit größtem Verlust seit drei Monaten

Die Investoren blicken mit Sorge auf den morgigen Handelstag. Sie befürchten, dass neue Zahlen aus den USA ihnen früher als erhofft die Geldspritze wegnehmen könnten. Der Dax muss deutliche Verluste verschmerzen.
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FrankfurtDen Anlegern wird langsam aber sicher mulmig. Mit dem zu Ende gehenden Jahr rückt die Entscheidung der Fed immer näher. An den Aktienmärkten fragt man sich: Kommt das „Tapering“ schon Anfang des Jahres oder lässt es noch auf sich warten?

Die Zahlen sprechen gegen eine Fortsetzung des 85 Milliarden Dollar schweren Anleihekaufprogramms der Federal Reserve. Morgen könnten sich diese Befürchtungen noch verstärken, wenn in den USA der ADP-Arbeitsmarktbericht veröffentlicht wird. Darüber hinaus lässt sich die US-Notenbank am morgigen Abend in ihr Beige Book blicken. Und am Donnerstag folgt die EZB-Ratssitzung.

Für einige Börsianer ist das zu viel – zu viel Unsicherheit. Sie wollen nicht auf dem falschen Fuß erwischt werden und gingen deswegen am Dienstag auf Nummer sicher. Angesichts der wackeligen Höchststände veräußerten sie ihre Beteiligungen und schickten so den Dax satte 1,9 Prozent ins Minus auf 9233 Punkte. In Punkten ausgedrückt verlor der Leitindex heute knapp 180 Punkte. So viel musste der Dax zuletzt vor über drei Monaten an einem Handelstag abgeben.

Auch in der zweiten Reihe sah es düster aus. Der MDax notierte rund zwei Prozent leichter auf 16.075 Punkte. Der TecDax gab 1,9 Prozent nach auf 1135 Zähler.

Wie groß die Nervosität an den Märkten ist, zeigt auch der VDax. Der Volatilitätsindex, der eine Prognose über künftige Schwankungen abgibt, stieg am Dienstag um ganze 8,2 Prozent auf 15,49 Punkte.

Für viele Investoren ist es nun aller höchste Zeit ihre Gewinne zu realisieren. In den vergangenen Wochen vermehrten sich bereits die Gewinnmitnahmen bei Großanlegern und Managern. „Es wird Zeit, Kasse zu machen“, erklärte ein Händler. Seit Jahresbeginn hat der Dax fast 24 Prozent zugelegt. Auch in den USA scheinen sich erste Unsicherheiten zu verbreiten. Der Dow Jones gab bis Frankfurter Börsenschluss 0,6 Prozent nach auf 15.906 Punkte.

Kapitalmarktexperte Robert Halver von der Baader Bank zeigte sich gelassener. „Es ist gesund, dass der Dax sein Überdruckventil geöffnet hat und zwischenzeitlich auch einmal nachgibt“, sagte er in einem Interview.

Neben dem ADP-Arbeitsmarktbericht kommen morgen aus den USA die neuesten Zahlen zum ISM-Dienstleistungsindex und die Kaufzahlen neuer Häuser in den USA im Oktober und September.

Im Fokus stand heute erneut der kriselnde Thyssen-Krupp-Konzern. Der Essener Konzern gab am Montag den Startschuss zu seiner lang erwarteten Kapitalerhöhung. Insgesamt brachte dieser Schritt einen Bruttoerlös von 882,3 Millionen Euro. Dabei wurden 51,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 17,15 Euro je Papier bei deutschen und internationalen Investoren platziert. Brisanter Nebeneffekt der Kapitalerhöhung: Die Krupp-Stiftung ist nach Informationen des Handelsblatts nicht mitgezogen und verliert nun ihre Sperrminorität beim Thyssen-Krupp. Die Beteiligung der Stiftung sei auf 22,99 Prozent gesunken, teilte eine Sprecherin in Essen mit. Damit kann die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung kein Veto mehr gegen eine eventuelle feindliche Übernahme Thyssen-Krupps einlegen.

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Großrazzia in mehreren Commerzbank-Filialen

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  • ..............na, na, na, na,na........wer wird denn da gleich in die Luft gehen? Wird doch gerade jetzt die 20-zigtausender Marke angepeilt. Also Herrschaften reißt Euch zusammen und zeigt standhaftigkeit. Oder seit Ihr Memmen. Wie war das..... Memmen? Wat is dat denn? Ein Wort aus der guten alten Zeit. Also Früher? Ja, früher! Eine Memme, war ein Sonderling. Empfindsam, wie eine alte Jungfer. Aber Spaß beiseite. Also, dat mit dem Strich nach oben, dat soll angeblich weiter gehen. Also tut dat mal schön nachguken..............

  • Vielleicht sehen wir morgen eine kleine Erholung. Drauf wetten würde ich allerdings nicht. Kommt morgen auch ziemlich auf die Nachrichten an.

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