Börse Frankfurt
Dax schließt mit Kursverlusten

Fallende Ölpreise und enttäuschende Konjunkturdaten haben am Montag bei Anlegern für Zurückhaltung gesorgt. Der Deutsche Aktienindex beendet den Handelstag mit einem Minus von 0,8 Prozent.

FrankfurtNach ihrer Kursrally der vergangenen Wochen haben die europäischen Börsen am Montag den Rückwärtsgang eingelegt. Dabei drückte der enttäuschende Ifo-Index auf die Stimmung. Der Dax schloss 0,8 Prozent tiefer bei 10.294 Punkten. Der Euro Stoxx 50 gab ebenfalls um 0,8 Prozent nach und fiel auf 3117 Punkte. Angesichts der anstehenden US-Notenbanksitzung gingen Anleger auf Nummer sicher und machten erst einmal Kasse, sagte Jochen Stanzl, Analyst des Online-Brokers CMC Markets. Sein Kollege Ulrich Leuchtmann von der Commerzbank betonte zwar, dass eine Zinserhöhung nicht zu erwarten sei. „Aber dennoch wird die Sitzung spannend. Denn die einzelnen Stimmen von FOMC-Mitgliedern sind zu divers”. Der Offenmarkt-Ausschuss der Fed (FOMC) berät über die US-Geldpolitik und wird seine Entscheidung am Mittwochabend bekanntgeben. Vor diesem Hintergrund verteuerte sich der Euro am Montag zeitweise auf 1,1274 Dollar.

Der Ifo-Geschäftsklimaindex brachte nicht die erhofften positiven Impulse für die Börse. Die Stimmung in den deutschen Chefetagen verschlechterte sich überraschend. „Wirtschaftliche Frühlingsstimmung will derzeit nicht aufkommen”, sagte Thomas Gitzel, Chef-Volkswirt der VP Bank. „Der Stachel der Finanzmarktturbulenzen zu Jahresbeginn sitzt noch tief.” Außerdem schwebe der Brexit weiter wie ein Damokles-Schwert über Europa. Die Wetten der Buchmacher deuten allerdings darauf hin, dass nach dem Werben des US-Präsidenten Barack Obama für einen Verbleib Großbritanniens in der EU die Wahrscheinlichkeit hierfür auf etwa 75 Prozent gestiegen ist.

Bei den deutschen Unternehmen stand Covestro im Rampenlicht. Dank eines Anstiegs des Betriebsgewinns von 29 Prozent kletterten die Titel der Bayer -Kunststofftochter kurzzeitig auf ein Rekordhoch von 35,69 Euro. Im Sog des fallenden Gesamtmarktes rutschten sie ins Minus und notierten zum Handelsende mehr als drei Prozent tiefer. Absatz und operatives Ergebnis entwickelten sich positiv, der Preisdruck dürfe aber nicht außer Acht gelassen werden, betonte DZ Bank-Analyst Peter Spengler. Die Covestro-Zahlen seien ein gutes Omen für die Bayer-Ergebnisse, die am Dienstag vorgelegt werden sollen. Die Papiere des Chemiekonzerns konnten ihre Anfangesgewinne aber ebenfalls nicht halten und verloren etwa ein halbes Prozent.

Börsianer blickten außerdem nach München. Dort sprach das Landgericht den Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen sowie seine Vorgänger Josef Ackermann und Rolf Breuer vom Vorwurf des versuchten Prozessbetrugs frei. Die Aktien des deutschen Branchenprimus waren am Montag dennoch größter Verlierer im Dax und schlossen 4,3 Prozent im Minus. In den vergangenen drei Woche hatten die Titel mit einem Plus von gut zwölf Prozent drei Mal so stark zugelegt wie der deutsche Leitindex.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%