Börse Frankfurt
Dax schließt mit Mini-Plus

Die Kursflaute im Dax setzte sich bedingt durch den niedrigen Ölpreis am Donnerstag fort. Sorgen bereiteten den Börsianern auch Nachrichten aus China. Zum Handelsschluss drehte der Index dennoch ins Plus.
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FrankfurtEine Prüfung von Groß-Übernahmen ausländischer Firmen durch chinesische Behörden machte die Dax-Anleger am Donnerstag nervös. Die Aktien einiger europäischer Unternehmen mit chinesischen Anteilseignern haben am Donnerstag Federn gelassen. So zum Beispiel die Papiere der Deutschen Bank. Ihre Anteilsscheinen schlossen gut ein Prozent im Minus und waren einer der größten Verlierer im Leitindex. Auch die Titel des Touristik-Konzerns Thomas Cook, des Hoteliers NH und des Duty-Free-Shop-Betreibers Dufry büßten bis zu drei Prozent ein.

Insidern zufolge hat die chinesische Bankenaufsicht einige Institute aufgefordert, ihr Engagement bei der Finanzierung von Auslandsübernahmen verschiedener Groß-Investoren zu bewerten. Damit wolle die Behörde Risiken für das chinesische Finanzsystem ermitteln. Im Blickpunkt stünden unter anderem Übernahmen von HNA, Dalian Wanda, Anbang, Fosun und Zhejiang Luosen. Die chinesische Bankenaufsicht CBRC wollte sich zu diesem Thema nicht äußern. Die in Hongkong notierten Aktien von HNA und Fosun brachen um jeweils etwa sechs Prozent ein. HNA ist derzeit größter Aktionär der Deutschen Bank und von NH. Die Firma war zeitweise auch an der kriselnden HSH Nordbank interessiert. Fosun ist unter anderem an der Privatbank Hauck & Aufhäuser und der Modefirma Tom Tailor beteiligt.

Insgesamt hat sich der Index am Donnerstag kaum aus der Deckung gewagt und blieb größtenteils auf dem Niveau des Vortages. Erst am späten Nachmittag drehte der Index in die positive Richtung und schloss 0,2 Prozent im Plus bei 12.794 Zählern. Auch die deutschen Nebenwerte-Indizes hatten es teilweise schwer. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen verlor 0,3 Prozent auf 25.282 Punkte, der Technologiewerte-Index TecDax gewann jedoch 0,4 Prozent auf 2285 Punkte.

Neben den Nachrichten aus China machen die Ölpreise machten die Anleger nervös – auch wenn sie sich zuletzt vom gestrigen Sinkflug erholt haben. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete am Nachmittag 45,6 US-Dollar und damit 1,7 Prozent mehr als am Vortag. Die Texas-Sorte WTI verteuerte sich um 1,5 Prozent auf 43,2 Dollar je Barrel.

„Niemand scheint es eilig zu haben, neue Engagements am Aktienmarkt aufzubauen“, fasste Stratege Jochen Stanzl vom Handelshaus CMC Markets zusammen. Die Sorge vor einer Konjunkturabkühlung mindere die Risikolust der Investoren. „Die Anleger interpretieren die fallenden Rohstoffpreise als ein Signal fehlender Nachfrage, was auf eine schwächere Entwicklung der weltweiten Konjunktur hindeuten könnte“, sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Broker AxiTrader. Die Luft nach oben werde für Aktien damit zwar dünner. „Es deutet aber noch nichts auf eine größere Korrektur hin.“

Händlern zufolge drücken nach wie vor Spekulationen auf ein anhaltendes Überangebot die Preise am Ölmarkt. Diese waren am Mittwoch durch einen etwas stärker als erwartet ausgefallenen Rückgang der wöchentlichen US-Vorräte nur vorübergehend gestützt worden. Nach Ansicht von Experten lastet vor allem die steigende US-Produktion auf den Kursen. „Öl ist billig, weil die USA fracken, was der Schiefer hergibt, und damit die Entscheidung der Opec, bis März 2018 weniger zu fördern, verpufft“, sagte Ulrich Stephan, Anlagestratege der Deutschen Bank. Die richtungweisende Sorte Brent aus der Nordsee verbilligte sich um 0,6 Prozent auf 44,56 Dollar je Barrel (159 Liter), am Mittwochabend war sie auf den niedrigsten Stand seit November gefallen. Im ersten Halbjahr sind die Ölpreise um rund 20 Prozent gesunken.

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  • Morgen soll es regnen. Wie sich da wohl der DAX verhält?

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