Börse Frankfurt
Dax schließt mit Verlusten

Die Krisen im Irak und in der Ukraine haben am Mittwoch Anleger am deutschen Aktienmarkt vorsichtig gestimmt. Enttäuschende US-Konjunkturdaten erhöhten am Nachmittag den Druck auf die Kurse. Anleger suchten Sicherheit.
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FrankfurtAm deutschen Aktienmarkt haben die Anleger am Mittwoch das Risiko gescheut und Aktien überwiegend verkauft. Sie reagierten damit auf eine anhaltend angespannte geopolitische Lage im Irak und in der Ostukraine. Der Dax schloss 0,7 Prozent schwächer auf 9867 Punkten. Der Euro Stoxx 50 verlor 0,9 Prozent. „Während im Irak der Vormarsch der Isis-Milizen nach wie vor nicht gestoppt werden konnte, erlitt der erst jüngst gestartete Friedensprozess in der Ukraine durch den Abschuss eines ukrainischen Militärhubschraubers einen argen Dämpfer“, stellte LBBW-Investmentanalyst Uwe Streich fest.

„Die Gemengelage macht einfach nervös“, sagte ein Händler. Viele Anleger suchten daher die Sicherheit deutscher Bundesanleihen. Der Bund-Future auf die zehnjährigen Papiere stieg um 68 Ticks auf 146,79 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Papiere fiel auf 1,270 von 1,323 Prozent. Dies war der niedrigste Stand seit Mai 2013.

In der zweiten Reihe hielten sich die Aktionäre ebenfalls zurück. Der MDax ging 0,8 Prozent leichter auf 16.710 Punkten aus dem Rennen. Der TecDax verlor 1,2 Prozent auf 1305 Punkten. In der USA signalisierte die Wall Street zuletzt dagegen leichte Gewinne, obwohl am Mittag veröffentlichte US-Konjunkturdaten schlechter ausfielen als erwartet. So schrumpfte die US-Wirtschaft im ersten Quartal um 2,9 Prozent und damit stärker als mit 1,7 Prozent erwartet. Die Auftragseingänge für langlebige Güter gingen im Mai überraschend um ein Prozent zurück.

An den Börsen in Asien haben die Anleger am Mittwoch Kasse gemacht. Der MSCI-Index für die Region Asien-Pazifik ohne Japan gab rund 0,4 Prozent nach. In Tokio verlor der Leitindex Nikkei 0,7 Prozent und ging mit 15.266 Punkten aus dem Handel. Das am Dienstag von Ministerpräsident Shinzo Abe vorgestellte Reformpaket zur Ankurbelung der Konjunktur in Japan hatte kaum Überraschungen gebracht.


Nach dem enttäuschenden Zahlen des Ifo-Geschäftsklimaindex vom Vortag, lieferte am Mittwoch die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) aus Nürnberg in einer Studie Erkenntnisse zur Kauflaune der Deutschen. Demnach lässt die Senkung des Leitzinses auf ein neues Rekordtief das Konsumklima um 8,9 Punkte steigen. Die Sparneigung der Verbraucher sei „abgestürzt“, ihre Anschaffungsneigung im Gegenzug habe zugenommen. Daneben werden in den USA die Wirtschaftsdaten für das erste Quartal erwartet.

Das Wachstum der deutschen Wirtschaft wird sich nach Prognose des DIW-Instituts im ablaufenden zweiten Quartal mehr als halbieren. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte um nur noch 0,3 Prozent zulegen, sagte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) am Mittwoch voraus. Zu Jahresbeginn hatte es - begünstigt vom milden Winter - noch ein Plus von 0,8 Prozent gegeben. Besonders die Investitionen dürften sich „angesichts der gestiegenen Unsicherheit im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise moderater als zuletzt entwickeln“. Stütze der Konjunktur bleibe dagegen dank merklicher Lohnsteigerungen der private Konsum. Auch die Exporte dürften im Frühjahr kräftig zugelegt haben.

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  • 200 Stück davon sind 2%? Respekt, dann stehen die Statussymbole wohl eher im Hangar als in der Garage.

  • Alles bestens, weil nur durch das Wetter bedingt ;-)
    Und Drohnen-Janet hat ein Argument mehr, es munter weiter regnen zu lassen.

  • Die US-Wirtschaft boomt. Das müssten doch mindestens neue ATHs im Dow + S&P bedeuten:-)

    Bad to worse: US economy shrank more than expected in Q1
    he Commerce Department said on Wednesday gross domestic product fell at a 2.9 percent annual rate, the economy's worst performance in five years, instead of the 1.0 percent pace it had reported last month.

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

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