Börse Frankfurt
Dax schließt nach Berg- und Talfahrt im Minus

Nach einer regelrechten Achterbahnfahrt hat der Dax den zweiten Tag in Folge im Minus geschlossen.. Zuvor hatten Gerüchte über eine mögliche Herabstufung Frankreichs den deutschen Leitindex unter Druck gesetzt.
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FrankfurtTurbulente Anleihenmärkte und gemischt ausgefallene Konjunkturdaten haben den deutschen Aktienhandel am Donnerstag in Atem gehalten: Nach einer orientierungslosen Berg- und Talfahrt ging der Dax am Abend mit einem Abschlag von 0,9 Prozent auf 6.671 Punkte aus dem Handel. Damit hat der Leitindex nach der Kursrally vom vergangenen Dienstag seine Gewinne mehrheitlich wieder abgegeben.

Wegen des relativ dünnen Handelsvolumen hätten sich die Indizes schnell in die ein oder andere Richtung bewegt, sagte Aktienhändler Andreas Lipkow von MWB Fairtrade. Auch der MDax rutschte um 0,6 Prozent auf 10.601 Punkte ab, und der TecDax gab um 0,9 Prozent auf 775 Punkte nach.

Der Aktienhandel hatte zu großen Teilen im Sog der EU-Schuldenkrise gestanden. Die am Morgen positiv aufgenommene spanische Anleihenauktion und später die unbegründeten Gerüchte über eine bevorstehende Abstufung der Kreditwürdigkeit Frankreichs hatten den deutschen Aktienmarkt hin und her geworfen. Einen Dämpfer verpassten dem Handel zudem am Nachmittag gemischte US-Konjunkturdaten.

Am Mittag hatten Gerüchte über eine mögliche Herabstufung Frankreichs für Nervosität unter Anlegern gesorgt. Mehrere Händler hatten an verschiedenen europäischen Handelsplätzen von Spekulationen über eine Herunterstufung des Länderratings Frankreichs gesprochen. Als Auslöser nannten sie eine Studie der Citigroup, der zufolge Moody's eine derartige Entscheidung im kommenden Herbst fällen könnte. Die Rating-Agentur hatte vor drei Tagen betont, sie plane vorerst keine Änderung der Bonitätsbenotung.

Die Spekulationen um Frankreich hatte gleichzeitig für Aufregung an den europäischen Anleihe- und Devisenmärkten gesorgt. Ein Ansturm auf die als sicher geltenden deutschen Staatsanleihen trieb den Bund-Future zeitweise auf ein Rekordhoch von 140,78 Punkten. Im Gegenzug fiel die Rendite der zehnjährigen Bundespapiere auf einen Tiefstwert von 1,601 Prozent. Gleichzeitig sackte der Euro auf bis zu 1,3068 Dollar ab. Ein hochrangiger französischer Insider betonte, die Gerüchte seien unbegründet. Vor diesem Hintergrund legte sich die Aufregung an den Finanzmärkten etwas.

Die Verwirrung um das Frankreich-Rating drängte die Emission zwei- und zehnjähriger spanischer Staatsanleihen etwas in den Hintergrund. Die solide Nachfrage erleichterte die Marktteilnehmer zwar, angesichts der immer noch ungelösten Finanzprobleme des hoch verschuldeten Landes hielt sich die Freude aber in Grenzen. "Der Markt hatte ganz klar auf eine erfolgreiche Auktion gesetzt", sagte Zinsstratege Richard McGuire von der Rabobank. "Daher wurde die Messlatte für eine positive Überraschung angehoben."

Spanien sammelte insgesamt 2,541 Milliarden Euro bei Investoren ein. Damit liegt das Emissionsvolumen knapp über der angepeilten Spanne von 1,5 bis 2,5 Milliarden Euro. Die Durchschnittsrendite der zweijährigen Papiere sank auf 3,463 Prozent von 3,495 Prozent bei der vorangegangenen Auktion, während diejenige der zehnjährigen Titel auf 5,743 von 5,403 Prozent anzog.

"Insgesamt sind die Auktionen weitestgehend so verlaufen, wie es zu erwarten war", sagte Christoph Thielmann, Betreuer für institutionelle Kunden beim Bankhaus Metzler. "Trotz der insgesamt soliden Auktion ist Spanien noch nicht aus dem Visier der Märkte. Die Diskussion über die Haushaltsprobleme der Spanier dürfte anhalten und weiter für Skepsis sorgen." In den Turbulenzen rund um die Frankreich-Gerüchte stiegen die Renditen für die zweijährigen spanischen Anleihen auf 3,505 Prozent und diejenigen der zehnjährigen Titel auf 5,921 Prozent.

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  • Man muss dich nur reden lassen. Du entlarvst dich selbst.

    Danke für die aufschlussreichen Beiträge.

  • Um die Uhrzeit gibt es in der Klapse wohl keinen Internetzugang mehr, nicht wahr, an(onym)us maximus?
    Hahahahahahaha......................
    Bis morgen, Du kleines Nichts!

  • Proleten posten plebejische posts.
    Videndum est non modo, quid quisque loquatur, sed etiam quid quisque sentiat atque etiam de qua causa quisque sentiat.

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