Börse Frankfurt
Dax schließt nach Endspurt leicht im Minus

Das politische Weltgeschehen hat den Dax fest im Griff. Der eskalierende Jemen-Konflikt verunsichert die Anleger. Der Dax musste zeitweise deutliche Verluste hinnehmen. An den Ölmärkten steigen die Preise hingegen.
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FrankfurtIn Jemen herrscht Krieg und die Auswirkungen sind bis hier spürbar. An der Frankfurter Börse gingen zahlreiche Anleger aus Sorge einer weiteren Eskalation des Konfliktes im Nahen Osten zunächst in Deckung. Der Dax verlor zeitweise bis zu zwei Prozent. Doch gegen Handelsschluss holte der Dax – ohne jeglichen Grund – wieder auf. Am Ende ging er bei 11.844 Punkten mit einem leichten Minus von 0,2 Prozent aus dem Handel. Mit den Luftangriffen im Jemen sei die Weltpolitik schlagartig wieder in den Fokus gerückt – zumindest kurzfristig, schrieb Commerzbank-Analystin Barbara Lambrecht.

Wegen der Jemen-Krise fürchten Investoren um die Öl-Versorgung aus der Golfregion. „Die sich daraus ergebende Gefahr eines breiter angelegten militärischen Konflikts in der Region treibt vor allem die Sorge vor Preisverwerfungen am Ölmarkt“, erklärten Analysten der Metzler Bank am Donnerstag. Der Preis für Nordseeöl der Sorte Brent stieg um rund 4,4 Prozent auf 56,81 Dollar je Barrel. Börsianer fürchten, dass die Kämpfe in der Region außer Kontrolle geraten und auf andere Länder übergreifen könnten.

Neue Spekulationen auf eine nahende US-Zinserhöhung haben den Dollar am Donnerstag angeschoben. Gegenüber dem Dollar verlor der Euro am Abend 0,5 Prozent auf 1,0910 Dollar. Auslöser des Dollar-Anstiegs waren Börsianern zufolge Aussagen des US-Notenbankers Dennis Lockhart. Der Chef der Federal Reserve Bank von Atlanta hatte die Verfassung der heimischen Wirtschaft als „ziemlich solide“ bezeichnet. Sie könne eine Zinserhöhung verkraften. Die enttäuschenden Konjunkturdaten der vergangenen Woche seien vorübergehend. Lockhart hält einen ersten Zinsschritt im Juni, Juli oder September für wahrscheinlich.

EZB-Chef Präsident Mario Draghi hat die Euro-Länder aufgefordert, bei der Reform ihrer Volkswirtschaften nicht nachzulassen. Dass Regierungen jeweils selbst für ihre Reformen verantwortlich seien, bedeute auch, dass die Währungsgemeinschaft fragil bleibe, sagte Draghi am Donnerstag im italienischen Abgeordnetenhaus in Rom. Mit Blick auf Deutschland sagte Draghi, der Handelsbilanzüberschuss der Bundesrepublik verstoße zweifellos gegen EU-Regeln. Deutschland steht seit längerem in der EU für seinen Exportüberschuss in der Kritik. 2014 übertrafen die Aus- die Einfuhren um 216,9 Milliarden Euro – das entspricht rund 7,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Die EU-Kommission stuft Werte von dauerhaft mehr als sechs Prozent als stabilitätsgefährdend ein.

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