Börse Frankfurt
Dax schließt nach Putin-Rede im Plus

Russlands Präsident Wladimir Putin will keine Spaltung der Ukraine. Das versicherte er in einer Rede vor dem Moskauer Parlament. An den Märkten reagierten die Anleger erleichtert. Der schließt über der 9200-Punkte-Marke.
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FrankfurtDer heutige Handelstag hat gezeigt, dass die Börsen auch weiterhin politisch geprägt sind. Schwach gestartet ließen die Anleger Unternehmenzahlen und den miesen ZEW-Konjunkturerwartungsindex links liegen, bis Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin vor das Moskauer Parlament trat. Seine Worte sorgte für einen steilen Kursanstieg. Der Dax schnellte von einem Minus von bis zu 0,8 Prozent auf ein Plus von maximal 1,3 Prozent. Sein Tageshoch markierte der Dax bei 9315 Punkten. Zum Ende nutzten einige Anleger das Zwischenhoch des Dax für weitere Gewinnmitnahmen. Der Leitindex schloss bei 9242 Punkten 0,7 Prozent im Plus.

Wladimir Putin betont in seiner Rede vor dem Moskauer Parlament, enge Beziehungen Russlands zum ukrainischen „Brudervolk“ seien bedeutsam und würden dies auch bleiben. Der neuen Führung in Kiew warf er zugleich vor, mit einem Staatsstreich an die Macht gekommen zu sein. Diejenigen, die dafür verantwortlich seien, seien „Nationalisten, Neo-Nazis, Russland-Feinde und Antisemiten“. Außerdem versicherte Putin, dass er keine Teilung der Ukraine anstrebe.

In den USA kamen die Kurse nach einer zurückhaltenden Eröffnung immer mehr in Fahrt. Nach Frankfurter Börsenschluss notierte der Dow Jones 0,5 Prozent im Plus auf 16.332 Zählern.

„Putin hat gesagt, was der Markt hören wollte“, erklärte ein Händler. Daher decken sich jetzt viele Anleger wieder ein. Davon profitierte auch die zweite deutsche Börsenliga. Der MDax ging mit einem Plus von 0,8 Prozent auf 16.422 Punkten aus dem Handel. Der TecDax legte 0,8 Prozent zu auf 1253 Punkten.

Die Situation bleibt allerdings angespannt: Russlands Präsident Wladimir Putin will laut einem Bericht des Senders CNN mit eigenen Sanktionen auf die Strafmaßnahmen der USA in der Krim-Krise reagieren. Japan setzt derweil Gespräche über Visa-Erleichterungen aus und legt geplante Verhandlungen über ein Investitionsabkommen auf Eis.

Den USA wirft Putin vor, ihre Außenpolitik nach dem „Recht des Stärkeren“ auszurichten. Er wolle den Konflikt nicht weiter anheizen, russische Interessen aber verteidigen. Ungeachtet dessen drohte US-Vizepräsident Joe Biden mit weiteren Strafmaßnahmen. Wenn Russland seinen Kurs nicht ändere, werde sich die „politische und wirtschaftliche Isolation vergrößern. Die USA und die EU werden weitere Sanktionen verhängen“, sagte er bei einem Besuch in Warschau.

Mittelfristig könnte sich der Konfliktherd also von der Ukraine auf eine internationale Bühne verschieben. Und solange das Verhältnis zwischen dem Westen und Russland angespannt bleibt, dürften die Finanzmärkte kaum zur Ruhe kommen.

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  • Gottfried Heller wieder im Interview.Jener Mann der den Rückgang von 8136 von März 2000 auf 7400 im September 2000 nur als kleine Korrektur auf N24 wertete und zum Einstieg blies.
    Das Gleiche im März 2002 bei 5200,beides mal gab der DAX kurz darauf nach.

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