Börse Frankfurt
Dax schließt nach schleppendem Handel im Plus

Mit einem Höhenflug dank Hellas schien der Dax seine Kräfte verbraucht zu haben. Lange schleppte er sich am Dienstag, auch wegen schwacher Konjunkturdaten, durch die Verlustzone. Am Ende gelang ihm dennoch die Wende.
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FrankfurtDer Dax hat sich nach starken Handelstagen eine Pause gegönnt. Nach der Rally rund um das Wochenende der griechisch-europäischen Einigung - seit Donnerstag hat der Dax über sechs Prozent zugelegt - nutzten die Anleger nun die Gelegenheit, um ihre Gewinne zu realisieren. So schleppte sich ein lahmer Dax zwischen leichten und mittleren Verlusten durch den Dienstagshandel. Ein mäßiger Börsenausblick auf die Konjunktur sowie schwache US-Daten ließen etwaigen Rückenwind abflauen. Im Späthandel bekamen die Märkte mit einer anziehenden Wall Street wieder etwas Schwung, sodass am Ende sogar der Sprung über aus dem Minus gelang. Letztlich schloss der Dax 0,3 Prozent fester bei 11.516 Punkten.

Am Nachmittag hatten Anleger auf US-Zahlen gehofft um Schwung in den lahmen Handel zu kriegen. Von den Einzelhandelsumsätzen im Juni erwarteten sie sich Hinweise auf den Zeitpunkt der kommenden Zinswende. Die Verkäufe fielen überraschenderweise um 0,3 Prozent im Vormonatsvergleich. Die Juli-Entwicklung wurde von einem Plus von 1,2 auf 1,0 Prozent korrigiert. Der private Konsum ist das dickste Standbein der weltgrößten Volkswirtschaft - vom Bruttoinlandsprodukt fallen zwei Drittel auf diesen Sektor. Die schwachen Zahlen ließen einige Anleger wieder auf eine spätere US-Zinswende spekulieren, worin auch das Plus der Wall Street seinen Ursprung fand.

Vorher hatten deutsche Kennzahlen die Stimmung etwas gedrückt. Das ZEW-Barometer für die Konjunkturerwartungen in den nächsten sechs Monaten sank im Juli von 31,5 auf 29,7 Punkte. Die vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung abgehaltene Umfrage unter 223 Anlegern und Analysten ging damit zum vierten Mal in Folge zurück. Ökonomen hatten jedoch mit einem noch stärkeren Fall auf 29,0 Zähler gerechnet.

„Der Konjunkturausblick für Deutschland bleibt im Großen und Ganzen positiv“, sagte ZEW-Präsident Clemens Fuest. Weder die Schwierigkeiten im Umgang mit der griechischen Staatsschuldenkrise noch die Turbulenzen an den chinesischen Finanzmärkten hätten die Experten stark beeindruckt. Die Bewertung der konjunkturellen Lage in Deutschland legte sogar leicht zu: Das entsprechende Barometer stieg um 1,0 auf 63,9 Zähler.

Gestern war ein Raunen durch die Handelssäle gegangen. Nach den monatelangen Verhandlungen konnten sich die griechische Regierung unter Ministerpräsident Alexis Tsipras mit den europäischen Partner auf ein Reformpaket einigen. Wie die Anspannung von den Schultern fiel, war den Börsianern deutlich anzusehen. Wenngleich der griechische Schuldenstreit damit noch nicht vollends vom Tisch ist und die Verhandlungsergebnisse - Reformbeschlüsse auf der hellenischen Seite, Kredite auf der resteuropäischen Seite - noch von den jeweiligen Parlamenten verabschiedet werden müssen.

Zunächst könnte es in der griechischen Volkvertretung turbulent werden. Zwar erreicht Tsipras mit den Stimmen der Opposition wohl eine Mehrheit, doch aus seinem eigenen Parteienverbund Syriza bläst ihm von den Flügeln kräftiger Gegenwind entgegen. Es könnte zur Regierungsumbildung im Kabinett des griechischen Premiers kommen. Spätestens am Mittwoch soll eine Entscheidung gefällt werden.

In der zweiten Frankfurter Reihe drehte die Titel ebenfalls spät ins Plus. Der Nebenwerte-Index MDax notierte am Ende nahezu unverändert bei 20.579 Punkten. Die Technologie-Liste TecDax hingegen legte 0,3 Prozent zu auf 1745 Zähler. Der Leitindex der Eurozone, der Euro-Stoxx-50, gewann 0,4 Prozent auf 3603 Stellen. In New York fuhr der Dow-Jones-Index zum Frankfurter Handelsschluss mit 18.031 ein leichtes Plus von 0,3 Punkten ein.

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  • Allein des Namens sollten diesen User sperren...das passt nicht zu HBO....sie sollten einen gewissen Stil beibehalten und so etwas nicht zulassen....nur Klarnamen

  • Dax schließt nach schleppendem Handel im Plus@

    (...)
    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich und achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

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