Börse Frankfurt: Dax schließt nur knapp über 9000-Punkte-Marke

Börse Frankfurt
Dax schließt nur knapp über 9000-Punkte-Marke

Der Dax schließt auf dem tiefsten Stand seit Jahresanfang. Dabei hat der Handelstag gut angefangen. Doch am Ende dominierten die Ukraine und China wieder das Geschehen – und lösten hektische Verkäufe aus.
  • 12

FrankfurtGewinne kassieren und raus aus dem Markt – so hieß die Devise der Anleger in den letzten Handelsstunden am Donnerstag. Gestartet mit einem Plus entwickelte der Dax mit zunehmender Handelsdauer auch eine steigende Nervosität. Für die Anleger spielten die guten Unternehmensnachrichten zum Nachmittag hin immer weniger einer Rolle. Am Ende dominierten wieder die Angst vor der Krise in der Ukraine und die Sorgen um die schwache chinesische Konjunktur die Aktienmärkte.

Der Dax schloss heute mit einem satten Verlust von 1,9 Prozent auf 9018 Zähler – der tiefste Stand seit Jahresanfang. Allein in der laufenden Woche gab der Deutsche Aktienindex über drei Prozent nach. In der zweiten deutschen Börsenliga sah es heute nicht viel besser aus. Der MDax notierte am Ende 1,1 Prozent leichter auf 16.067 Zähler. Der TecDax schloss zwei Prozent tiefer auf 1223 Punkten.

Auch die Wall Street hatte mit Verlusten zu kämpfen. Nach Frankfurter Börsenschluss lag der Dow Jones 0,8 Prozent im Minus auf 16.208 Punkten.

Vielen Anlegern bereitet die unklare und instabile Lage in der Ukraine Kopfzerbrechen. Die Befürchtungen, die Krim werde nach dem Referendum ins russische Staatsgebiet übergehen, dürften sich bewahrheiten. Die Europäische Union und die USA können dabei nur zuschauen. Vor allem die EU wird sich die Kritik gefallen lassen müssen, zu wenig unternommen zu haben, um der jungen ukrainischen Regierung in der Krim-Krise unter die Arme zu greifen.

Erneute Rückschläge der chinesische Wirtschaft sorgten neben der Krim-Krise zusätzlich für Unsicherheit an den Aktienmärkten. Im Januar und Februar wuchsen sowohl die Industrieproduktion als auch Einzelhandelsumsatz und Investitionen in der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft so langsam wie seit Jahren nicht mehr. Der Wachstumsmotor der vergangenen zehn Jahre stottere, sagten die Analysten der Varengold Bank. „Das nährt die Zweifel, ob China seine Wachstumsziele erreichen kann.“

Gepaart mit politischen Unsicherheiten sorge das momentan an den Aktienmärkten für Risikoscheu, sagte Unicredit-Analyst Christian Stocker. Wenige Tage vor dem Referendum auf der ukrainischen Halbinsel Krim über einen Beitritt zur russischen Föderation drohte die Gruppe der sieben führenden Industrienationen (G7) Russland mit Strafmaßnahmen.

Bei den Einzelwerten konnten sich am Donnerstag nur die Lufthansa gegen den negativen Trend an den Börsen erwehren. Zwar hat die größte europäische zivile Luftfahrtgesellschaft 2013 wegen der Kosten für den Konzernumbau weniger verdient. Mit seinen Gewinnzahlen schnitt Deutschlands größte Fluglinie aber besser ab als von Analysten erwartet. Doch für die Anleger waren die Zahlen nur zweitrangig. Sie jubelten über die Dividende, die die Lufthansa ausschütten möchte. Rund 0,45 Euro je Aktie sollen an die Anteilseigner ausgeschüttet werden. Der Freude der Anleger konnte sehr gut am Aktienkurs der Lufthansa abgelesen werden. Zwischenzeitlich schoss der Kurs satte 7,8 Prozent in Plus auf 19,32 Euro – der höchste Stand seit 2007. Am Ende rettete die Lufthansa immerhin noch ein Plus von 3,9 Prozent ins Ziel.

Seite 1:

Dax schließt nur knapp über 9000-Punkte-Marke

Seite 2:

Autowerte gehören zu den größten Dax-Gewinnern

Kommentare zu " Börse Frankfurt: Dax schließt nur knapp über 9000-Punkte-Marke"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • "Was viele nicht verstehen,Putin kann gar nicht zurück.Würde er das Referendum abblasen,wäre er seinen Job los."

    Es gibt mittlerweile durchaus akzeptable Möglichkeiten, wie Putin da wieder raus kommt, wenn er will. Das einfachste wäre, das Referendum zu verschieben und dann auf rechtstaatlicher Basis eine Entscheidung herbeiführen. So wie ich das verstanden habe, will die Mehrheit der Krim-Ukrainer sowieso nach Russland. Damit würde er allen eine Menge Ärger und Schaden ersparen und hätte die Krim trotzdem. Damit er das macht, muss die Lage für ihn noch etwas ungemütlicher werden und das ist bis zum Wochenende nicht so gewiss, oder?;) Die Russen werden sich über Putin noch sehr ärgern, befürchte ich.





  • Der immer noch sehr hohe Optimismus- aller Orten- gibt mir doch zu denken.
    Jedenfalls hat der Performance-DAX es nicht geschafft,sich im Bereich des Jahrestiefs zu fangen.Was viele nicht verstehen,Putin kann gar nicht zurück.Würde er das Referendum abblasen,wäre er seinen Job los.Für Putin und die Ukraine bleibt nur zu hoffen,dass das Referendum zu Gunsten des Status Quo ausgeht.Dann könnte er sich auf den Passus des erreichten "Volkswillens" zurückziehen und seine Truppen zurück beordern.

  • Hübsch ;-) cu

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%