Börse Frankfurt: Dax schließt schwach – Skepsis macht sich wieder breit

Börse Frankfurt
Dax schließt schwach – Skepsis macht sich wieder breit

Der Dax beendete heute seine Rally. Die Anleger werden zunehmend skeptischer und neigten am Mittwoch zu Gewinnmitnahmen. Meldungen aus Italien brachten die Euro-Krise wieder zurück ins Gedächtnis.
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FrankfurtJahresanfangsrally beendet: Nach den beiden guten ersten Handelstagen in der ersten Woche des Jahres hat sich heute schon wieder Skepsis unter den Anlegern breit gemacht. Sie wollten kein Risiko eingehen und verkauften ihre Aktien. Der Dax beendete den Mittwoch mit einem Minus von 0,9 Prozent auf 6.112 Punkte. Die kleineren Indizes mussten beendeten ebenfalls ihre Aufwärtsbewegung. Der MDax verlor heute 0,4 Prozent auf 9.190 Punkte und der TecDax sank um 0,6 Prozent auf 707 Zähler.

Für den heutigen Rückschritt an den Börsen gab es zwei generelle Gründe: Zum einen die beiden ersten erfreulichen Handelstage, an denen der Dax 4,5 Prozent zulegen konnte. Zum anderen die langsam wieder in den Fokus rückende europäische Schuldenkrise. Der erste Grund führte bei den Anlegern zu Gewinnmitnahmen, der zweite Grund verstärkte die ihre Tendenz Aktien in Geld zu machen.

Für die Börsianer waren die beiden letzten Handelstage ohnehin wenig aussagekräftig. Die Umsätze waren vergleichsweise gering und am Montag waren die Börsen in New York, London und Japan geschlossen.

Analysten der Barclays Bank sahen in der Erholung der vergangenen Tage vor allem technische Gründe. Die Kurse vieler Anlagen seien so tief gefallen, dass sie wieder attraktiv würden. Gleichzeitig werde es für Investoren zu teuer, auf weitere Kursverluste zu spekulieren, so lange es keine neue Serie schlechter Nachrichten gebe. Auch Makoto Noji, Finanzmarktstratege bei SMBC Nikko Securities, riet angesichts der zu erwartenden Kursausschläge zur Vorsicht. „An den Rahmenbedingung hat sich im Vergleich zu 2011 nichts geändert. Die Wirtschaft der entwickelten Staaten wird unter der Schuldenkrise und ihren Folgen leiden, während die anziehende Inlandsnachfrage in den Schwellenländern die Exportnachfrage in den Industrienationen stützt.“

Michael Hewson von CMC Markets machte außerdem darauf aufmerksam, dass der Dax im letzten Jahr eine ähnliche Performance vorwies und am Ende trotzdem 15 Prozent verlor. "Und damals waren die Aussichten bei weitem nicht so trübe waren wie jetzt.“, fügte er hinzu.

Den Kursanstieg gestern hatten vorwiegend gute Konjunkturdaten aus China und den USA zu verantworten. In beiden Ländern überschritten die wichtigen Einkaufsmanager die Wachstumsschwelle von 50 Prozent. Die US-Börsen stiegen am Dienstag mit satten Gewinnen in das Jahr ein.

Heute konnte die Wall Street nicht an den guten Ergebnissen vom Vortag anknüpfen. Der Dow Jones lag nach Frankfurter Börsenschluss 0,2 Prozent im Minus auf 12.376 Punkte, der S&P-500 sank um 0,3 Prozent auf 1.274 Punkte und der Nasdaq-100 lag 0,1 Prozent im Minus auf 2.321 Zähler.

Auf dem deutschen Aktienmarkt mussten die Finanztitel heute die größten Verluste hinnehmen. Größter Verlierer waren die Aktien der Commerzbank mit einem Abschlag von fünf Prozent auf 1,28 Euro. Die Deutsche Bank folgte mit einem Minus von 3,4 Prozent auf 29,63 Euro. Belastend auf die Bank-Titel wirkte sich die heutige Kapitalerhöhung bei der Unicredit aus, die zugleich bei den Anlegern die Euro-Krise zurück ins Gedächtnis brachte.

Die italienische Großbank konnte bei ihrer 7,5 Milliarden Euro schweren Kapitalerhöhung die Investoren nur mit einem 43-prozentigen Abschlag locken. Der Abschlag verdeutliche, wie schwierig Kapitalerhöhungen für die Banken seien, sagte ein Börsianer. Mit einem Minus von 2,5 Prozent auf 76,15 Euro komplettierte die Allianz das Trio der schwachen Finanzwerte.

Die Titel von K+S gaben heute ebenfalls nach. Gestern noch schossen sie nach der Verkündung einer Übernahme eines Konkurrenten in die Höhe, heute neigten die Anleger dazu die gestrigen Gewinne mitzunehmen. Die Aktien des Salz- und Düngemittelherstellers beendeten den heutigen Handelstag mit einem Minus von 2,7 Prozent auf 36,29 Euro.

Zu den Gewinnern zählten heute die Aktien der Deutschen Post mit einem Plus von ein Prozent und die Anteilsscheine des Industriegasherstellers Linde mit einem Aufschlag von 1,3 Prozent.

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  • Die Kursgewinne der letzten Tage sind fundamental nicht zu erklären und stehen auf sehr "tönernen Füssen". Es "brennt die Eurohütte"; schon erkannt? In Griechenland und Italien beginnt ein "Bankenrun" und Unicredit "verramst" die Aktien!

  • Dann eher meine Paare der angesprochenen:
    Brent/WTI, Dax/ESX, BASF/Bayer, Eon/RWE

  • Aber careful. Der TDAX-Future ist ziemlich illiquide. Dafür ist der SMI absolut hot. Die Schweizer pennen nämlich immer ein paar Minuten .....
    Nur leider hängen da auch immer schon sehr viele Quote-Maschinen dran !!!

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