Börse Frankfurt: Dax schließt schwachen Januar im Minus

Börse Frankfurt
Dax schließt schwachen Januar im Minus

Nach Währungsturbulenzen fürchten Anleger eine tiefere Krise in den Schwellenländern. Europaweit gaben die Kurse nach, der Dax büßte zeitweise zwei Prozent ein. Am Ende konnte er das Minus aber etwas wettmachen.
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FrankfurtEin Großteil der Anleger hat am Freitag aus Angst vor einer möglichen Krise in den Schwellenländern die Finger von Aktien gelassen. Zwischenzeitlich kam es dadurch zu Jahrestiefstständen bei Dax und EuroStoxx. Neben den Turbulenzen bei den Schwellenländer-Devisen verunsicherten eine weiter sinkende Inflation in der Euro-Zone und enttäuschende Einzelhandelszahlen für das Weihnachtsgeschäft die Märkte.

Zeitweise betrug das Minus des deutschen Leitindex über zwei Prozent. Doch nach Beginn einer schwachen Wall Street, die im Laufe des Handels erstarkte, kletterte der Dax langsam aus den tiefen Verlustzone und setzte kurz vor Schluss an, die 9300-Punkte-Marke zu erreichen.

So schloss der Dax den Freitagshandel letztlich bei 9306 Punkten, was einem Minus von 0,7 Prozent entspricht. Auf Monatssicht verlor der Dax damit fast drei Prozent, womit der Januar den schwächste Jahresstart seit 2010 hinlegte. Der MDax notierte 0,5 Prozent schwächer bei 16.205 Punkten, der TexDax legte 0,1 Prozent zu auf 1221 Zähler, der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 fiel um 0,4 Prozent auf 3013 Punkte. Auch die Wall Street lief am Nachmittag schwach, doch mit ihrer Eröffnung schien sich der Dax langsam zu fangen - das Minus ging etwas zurück.

Auslöser für die Turbulenzen waren die Schwellenländer. Diese erleben derzeit einen massiven Kapitalabfluss, weil die Straffung der US-Geldpolitik Investitionen in Amerika - aufgrund höherer Zinsen - wieder attraktiver macht. Viele Währungen in den aufstrebenden Ländern sind daher zuletzt in einen Abwertungsstrudel geraten. Obwohl sich die Devisenmärkte etwas beruhigten, wollte kaum einer über das Wochenende Risiken eingehen.

Zudem hätten sich die Börsen seit Monaten sehr gut entwickelt, berichtete ein Händler. Jetzt erfüllten etliche Unternehmensergebnisse aber nicht die hohen Erwartungen der Investoren. „In dieser Situation nehmen dann viele ihre Gewinne erst einmal mit.“

Doch trotz der jüngsten Turbulenzen wollen viele Analysten das Aktienjahr 2014 noch lang nicht verloren geben. „Mittelfristig ist der Aufwärtstrend noch immer intakt“, sagte Ed Smyth, Stratege bei JNF Capital. Auch Jörg Rahn von Marcard, Stein & Co geht davon aus, dass sich die Lage wieder beruhigen wird. Die konjunkturelle Dynamik in den USA und in Europa sei derzeit so hoch, dass sie nicht nur für die Industrieländer, sondern auch für die Schwellenländer Stabilität über eine erhöhte Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen bringen dürfte, erklärt der Experte.

Der Kurstrend nach unten verschärfte sich am Mittag, nachdem Daten für die Eurozone eine überraschend geringe Teuerung im Januar ausgewiesen hatten. Die Preise im Währungsraum sind im Januar um 0,7 Prozent gestiegen nach 0,8 Prozent im Dezember.

Die niedrige Inflation löste Sorgen vor einem Preisverfall auf breiter Front aus, der etwa Japan jahrelang ausbremste. „Das schreit nach Maßnahmen der EZB“, sagte ein Händler. Die Europäische Zentralbank entscheidet am Donnerstag über ihre weitere Geldpolitik.

Einen herben Rückschlag muss der deutsche Einzelhandel hinnehmen: Ausgerechnet im wichtigen Weihnachtsgeschäft sind ihre Umsätze kräftig gefallen. Im Dezember hatten sie 2,3 Prozent weniger in den Kassen als im Vormonat. „Einen stärkeren Rückgang gab es zuletzt im Januar 2009“, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit. Ökonomen hatten hier mit einem Plus von 0,2 Prozent gerechnet.

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  • DAX nächste Woche südlich von 9k ...

  • Ok, das war für mich missverständlich formuliert. Zur Inflationsrate: http://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Bilder/Grafiken/Themen/inflation_in_deutschland.jpg%3F__blob%3Dposter%26v%3D3
    Die Ziele der EZB-Geldpolitik sind richtig beschrieben. Viel Erfolg und ein schönes WE.

  • Na sicher,das meinte ich doch.Aber real liegt die Inflation in Deutschland sicherlich seit 2002 jedes Jahr bei mindestens 2 %.Hier geht es aber der EZB im Speziellen und dem Herrn Draghi im Besonderen doch nur darum,den Süden weiter mit Liquidität zu unterstützen.Je niedriger die offizielle Euro- Inflation,umso eher kann er wieder an der Zinsschraube drehen oder verbriefte Kreditpakete oder Staatsanleihen dieser Länder aufzukaufen/Stichwort Target-Falle von Hans Werner Sinn.

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