Börse Frankfurt
Dax schließt schwächer – MDax mit neuem Rekord

Der Euro-Raum bleibt ein politisch fragiles Gebilde – das wird derzeit wieder vielen Investoren klar. So hat die Dax-Lethargie auch am Dienstag angehalten. Auch ein neues Rekordhoch beim MDax kann daran nichts ändern.
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FrankfurtItalien wird zum Belastungsfaktor für die Börsen. Spekulationen über baldige Neuwahlen in dem schuldengeplagten Land trieben am Dienstag Euro-Anleger in die Defensive. Die Gemeinschaftswährung rutschte zweitweise um einen halben US-Cent auf 1,1110 Dollar ab. Auch Unsicherheiten über die Zukunft Griechenlands flammten wieder auf. „Die politischen Risiken im Euroraum sind nicht tot“, sagte Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann.

Der deutsche Leitindex Dax schloss 0,2 Prozent tiefer bei 12 598 Punkten und knüpfte damit an seine lustlose Entwicklung seit dem Rekordhoch Mitte Mai und dem anschließenden Kursrückschlag an. Börsianern fehlen derzeit die Gründe für weiter steigende Notierungen. „Der Dax pendelt weiter in seiner Seitwärtsspanne zwischen 12 500 und 12 700 Punkten“, schrieb Jochen Stanzl von CMC Markets. Es bleibe nun zu hoffen, „dass die Spanne nicht in den kommenden Tagen noch enger wird“.

Der MDax, in dem die mittelgroßen deutschen Unternehmen gelistet sind, setzte zwar bei 25 243 Punkten eine neue Bestmarke, verlor aber zum Handelsschluss 0,3 Prozent auf 25 213 Punkten. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es dank Gewinnen von Index-Schwergewicht United Internet und von Rib Software immerhin um 0,3 Prozent auf 2282 Zähler hoch.

Der Eurozonen-Leitindex Euro Stoxx 50 verlor 0,5 Prozent auf 3560 Punkte. Hier belasteten vor allem schwache Bankentitel, nachdem die Deutsche Bank Anlegern empfohlen hatten, die Branche im Portfolio unterzugewichten. Die nachlassende Wachstumsdynamik in Europa werde die Branche in den kommenden Monaten belasten, warnte Analyst Andreas Bruckner.

Im Dax erwischte es daraufhin ausgerechnet die Aktien der Deutschen Bank mi9t am deutlichsten - sie gaben nach Schlusslicht Linde (minus 1,6 Prozent) um 1,5 Prozent nach. Commerzbank-Papiere verloren 0,5 Prozent.

Studien bewegten auch in den übrigen Indizes: So bescherte eine gestrichene Verkaufsempfehlung der britischen Investmentbank HSBC den Uniper-Papieren bei 16,79 Euro ein neues Rekordhoch. Zuletzt standen die Aktien des Energieunternehmens noch 0,9 Prozent im Plus bei 16,68 Euro, womit sie zu den größten MDax-Gewinnern gehörten.

Lanxess-Anteilsscheine legten nach dem Kursfeuerwerk vom Vortag um weitere 0,2 Prozent auf 67,58 Euro zu. Mit 69,18 Euro kosteten sie zwischenzeitlich so viel wie seit Februar 2013 nicht mehr. Zu Wochenbeginn hatte der Einstieg von Starinvestor Warren Buffett die Aktie des Spezialchemiekonzerns beflügelt.

Bei United Internet ging die Klettertour weiter: Die Aktien des Internet- und Telekomkonzerns gewannen dank einer Kaufempfehlung der UBS 2,4 Prozent auf 49,19 Euro und erreichten den höchsten Stand seit Anfang 2016.

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