Börse Frankfurt
Dax schließt so hoch wie nie in diesem Jahr

Nach einem vorsichtigen Start haben sich die Dax-Anleger am Mittwoch doch noch zum Kauf entschlossen. Für den Dax bedeutete das ein Rekord-Schlusshoch in diesem Jahr.

FrankfurtAm Mittwochmorgen sah es noch so aus, als sei die Aktienrally an Europas Börsen vorerst zum Erliegen gekommen. Der Dax startete im Minus, weil sich die Anleger die Gewinne sicherten. Doch: „Der Markt zeigt keine wirkliche Schwäche“, betonte ein Börsianer – und sollte wohl zumindest vorerst Recht behalten. Denn schon am Nachmittag drehte der Dax wieder ins Plus. Das Börsenbarometer schloss 0,7 Prozent höher bei 10.421 Punkten. „Nach dem kräftigen Kursplus am Vortag hat der Dax für einige Anleger Luft bis 10.500 Punkte“, glaubt ein anderer Aktienhändler. Dennoch rechne er nicht mit viel größeren Kursanstiegen

Die Anlegerlaune dämpfen könnte zum Beispiel der sinkende Ölpreis. Zum Tagesbeginn kam es am Ölmarkt zu Verkäufen Ihr Auslöser war das Ende des dreitägigen Streiks der Ölarbeiter in Kuwait. „Die Hoffnungen auf eine längere Produktionsunterbrechung und einer damit einhergehenden Reduzierung des Angebotsüberhangs können ad acta gelegt werden“, schrieben die Analysten der Essener National-Bank. Jedoch verhalf eine andere Nachricht den Rohstoff-Anlegern erneut zu steigenden Kursen: Laut Daten der amerikanischen Energieagentur EIA stiegen die US-Rohöl-Bestände in der vergangenen Woche weniger stark als erwartet an. Zuletzt kostete die Texas-Sorte WTI rund 41,4 US-Dollar je Barrel und damit 0,7 Prozent mehr als am Vortag. Die Nordsee-Sorte Brent verteuerte sich ebenfalls um rund 0,7 Prozent auf 44,4 US-Dollar je Barrell. Wegen der weltweiten Überproduktion von bis zu zwei Millionen Barrel pro Tag ist der Ölpreis seit Mitte 2014 um rund 60 Prozent gefallen.

Bei den deutschen Aktienwerten stach Volkswagen mit einem Kursplus von 6,6 Prozent heraus. Einen konkreten Auslöser für die Rally konnten Börsianer nicht nennen. Einer verwies auf einen Bericht auf der Homepage von „Automotive News“, demzufolge die Aufarbeitung des Abgasskandals in den USA Fortschritte macht. Daher sei ein Gerichtsverfahren aus Sicht des Autobauers nicht notwendig.

Auf der Verliererseite stand dagegen die Commerzbank. Das Geldhaus setzte wegen des schwachen Jahresauftakts ein Fragezeichen hinter seine Gesamtjahresziele. Die Aktien rutschten daraufhin um bis zu 4,3 Prozent ab. Gegen Nachmittag stand die Aktie der Commerzbank noch 2,1 Prozent tiefer. Verloren hat auch der Chip-Hersteller Infineon. Seine Papiere gaben um 1,9 Prozent nach.

Die Papiere des Softwarekonzerns SAP schafften eine Wende ins Plus. Der Aktienkurs stieg zuletzt um 0,1 Prozent auf 71,10 Euro. SAP konnte im ersten Quartal trotz unerwartet schwacher Umsätze sein Ergebnis deutlich steigern. Der Gewinn nach Steuern legte um 38 Prozent auf 570 Millionen Euro zu, wie der Softwarekonzern am Mittwoch mitteilte.

Unter den mittleren Werten kamen Fielmann-Aktien unter die Räder, die sich um bis zu fünf Prozent verbilligten. Der Reingewinn des Brillen-Herstellers ging im abgelaufenen Quartal auf 38,2 von 44,5 Millionen Euro zurück. Gewonnen haben dagegen die Aktien von K+S – sie standen mi einem Plus von 5,1 Prozent an der Spitze des MDax.


Agentur
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