Börse Frankfurt
Dax schließt so hoch wie nie zuvor

Die Börsen bleiben im Rekordfieber. Eine starke Wall Street und Hoffnungen auf eine lockere EZB-Geldpolitik treiben den Dax an. Der konnte zwar kein neues Allzeithoch erklimmen, dafür aber einen neuen Schlussrekord.
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FrankfurtEin neues Rekordhoch wurde nicht erreicht, ein Rekord wurde aber dennoch gebrochen. Der Dax schloss mit 0,5 Prozent auf 9754 Punkte so hoch wie noch nie zuvor in seiner Geschichte. Die zweite Reihe gab ein geteiltes Bild ab. Während der MDax mit einem Plus von 0,5 Prozent auf 16.596 Punkten aus dem Handel ging, verlor der TecDax gegen den allgemeinen Markttrend 0,7 Prozent auf 1242 Zählern.

Ausgelöst wurde die Rekordjagd an den Finanzmärkten durch stark notierende US-Börsen. Dort konnten die Indizes nach Höchstständen am Montag weiter zulegen. Der Dow Jones stieg um 0,1 Prozent auf 16.704 Punkte. Der S&P-500 übersprang kurzzeitig sogar erstmals die 1900-Punkte-Marke.

Für Kauflaune sorgte auch die Europäische Zentralbank. Nach Einschätzung von Jens Klatt vom Brokerhaus FXCM treibt vor allem die Hoffnung auf neue Liquiditätsspritzen durch die EZB die Kurse im Dax. EZB-Chef Mario Draghi hatte die Türen für eine weitere Lockerung der Geldpolitik auf der letzten Ratssitzung weit geöffnet. EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny erklärte gestern zudem, dass eine Zinssenkung allein zu wenig wäre, um eine niedrige Inflation zu bekämpfen. Der Euro-Zone drohe eine Deflation, eine Spirale fallender Preise und rückläufiger Investitionen. Viele Analysten gehen nun davon aus, dass die Notenbank im Juni aktiv wird.

Ein Grund für die gute Stimmung sind auch die ersten Zeichen einer Entspannung in der Ukraine-Krise. Vor allem die Vermittlungsbemühungen der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) wecken Hoffnungen. Der russische Präsident Wladimir Putin habe seine Unterstützung der Vermittlungsinitiative in einem Telefonat mit dem OSZE-Vorsitzenden Didier Burkhalter zugesagt, teilte die Organisation am Montag mit. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) brach am Dienstagmorgen von Berlin nach Kiew auf.

Für einen leichten Dämpfer sorgte hingegen der überraschend starke Rückgang des ZEW-Konjunkturerwartungsindex für Deutschland. Das Mannheimer ZEW-Institut hat einen Indexwert von 33,1 Punkten veröffentlicht. Im Vormonat lag er noch bei 43,2 Punkten.

„Der erneute Rückgang ist aufgrund der gestiegenen geopolitischen Risiken in Bezug auf die nach wie vor ungelöste Situation in der Ostukraine nicht überraschend,“ sagte Johanes Jander von der Helaba. „Zudem ist die Lagebeurteilung erneut leicht angestiegen, sodass auch aufgrund des weiterhin sehr hohen Niveaus keine generellen Konjunkturzweifel aufkommen sollten.“

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Thyssen-Krupp präsentiert wieder schwarze Zahlen

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  • Alles sehr richtig! In den USA hat QE den breiten Bevölkerungsschichten auch nichts gebracht und das BIP ist sogar eingebrochen... So wird es uns auch gehen, wenn die politisch Verantwortlichen und die EZB nur noch mit Blick auf die Börsenkurse handelt und dabei wesentliche Probleme ignoriert. Außerdem sollte nicht vergessen werden, dass nur ein kleinerer Bruchteil unserer Bevölkerung Aktienbesitzer ist!

  • @ StanLaureel
    Ja, so läuft das Spiel. ;-)
    Den Zentralbanken ist es mit ihren "QE"-Programmen tatsächlich nur gelungen, die Inflation der Vermögenspreise (Asset-Inflation) zu befeuern respektive die Vermögenspreis-Blasen weiter bzw. wieder aufzupumpen (darunter die Aktienblase).
    In welchen Händen befindet sich nämlich der Großteil des "Geldes" (korrekter: der Weltüberschussliquidität) aus diesen Programmen? In den Händen des Finanzsektors natürlich, während der Anteil bei den Bürgern abnimmt. Die Masse der Bürger ist sowieso flach und kann deshalb auch gar keine weiteren Kredite aufnehmen, und auch Heli-Ben war für sie eben nicht mit dem Hubschrauber gekommen. So kann nur die Asset-Inflation steigen, während die Inflation der Güterpreise abnimmt. In der "Logik" der Zentralbankster muss man jetzt auf Teufel komm raus versuchen, die Geldumlaufgeschwindigkeit zu erhöhen, die Sparer "zwangszuentsparen" und zum Konsumieren zu treiben.
    Dass dieser Irrsinn nicht funktioniert, zeigt zwar gerade das klägliche Scheitern der "Abenomics" in Japan - das spielt für die Zentralbankster aber selbstverständlich keine Rolle:
    "Seit der Bekanntgabe des QE-Programms kam es in Japan zu der folgenden Entwicklung:
    Das BIP-Wachstum legte lediglich zwei Quartale lang zu, bevor es wieder fiel.
    Die Preise stiegen neun Monate in Folge, was dazu führte, dass die japanischen Lebenshaltungskosten auf ein 5-Jahreshoch schossen.
    Die Ausgaben der Privathaushalte brachen im Jahresvergleich real um 2,5% ein.
    Der Yen verlor real atemberaubende 25% seiner Kaufkraft.
    Es gab gleich mehrere neue Rekord-Außenhandelsdefizite. Januar war der schlimmste Januar aller Zeiten. Dasselbe gilt für den Oktober, November und Dezember letzten Jahres...
    Das riesige quantitative Lockerungsprogramm der Bank von Japan hat somit offenbart, dass
    QE nicht in der Lage ist, Wirtschaftswachstum zu generieren..."
    http://www.propagandafront.de/1214370/globales-staatsschuldendebakel-gelddruckorgien-bringen-nichts.html

  • Sehr gut erkannt, es hätte eben jeder bei knapp 9000 im Dax vor 4 Wochen einfach kaufen können. Statt dessen liest man hier täglich nur der Dax fällt unter 5000, wohlgemerkt ohne Begründungen. Da der DOW noch ein Stück laufen muss, wird auch der Dax noch einmal Gas geben müssen, meiner Meinung:)

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