Börse Frankfurt: Dax schließt trotz Adidas leicht im Minus

Börse Frankfurt
Dax schließt trotz Adidas leicht im Minus

Der deutsche Leitindex changierte am Montag zwischen Tristesse und Euphorie. Zwar sorgte der Ölpreis abermals für lange Gesichter. Auf Trab hielt die Börse am Montag in erster Linie aber ein einziger Mann.

DüsseldorfDer Dax hielt Kurs – Zickzack-Kurs. Und dafür verantwortlich war vor allem Kasper Rorsted. Erst schockte er die Börsianer, weil er bereits zum 30. April den Konsumgüterkonzern Henkel verlassen wird. Die Folge: Die Aktie von Henkel sackte zeitweise 5,9 Prozent ab. Wenig später wurde klar, warum es Rorsted so eilig von seinem Vorstandsposten treibt: Ab Oktober wird er neuer Geschäftsführer bei Sportartikelkonzern Adidas, bereits zum 1. August rückt er in den Vorstand der Herzogenauracher auf. Anleger freute es: Die Aktie stieg zweitweise mehr als zwölf Prozent im Wert.

Damit hielten die kräftig ausschlagenden Kursbewegungen des noch jungen Jahres 2016 an. Zum Börsenschluss notierte der Dax bei 0,25 Prozent im Minus auf 9521 Punkten, nachdem ihn die Gewinne von Adidas zwischenzeitlich immer wieder ins Plus geschickt hatten.

Zwar konnte sich die Börse insgesamt vom kurzzeitigen Schock erholen – für Henkel selbst gilt das nicht. Noch immer steht ein Verlust von 4,4 Prozent zu Buche. Rorsted ist seit 2008 CEO von Henkel. Er hat seitdem die Schulden des Unternehmens abgebaut und die Marge verbessert. Auf seinen Abgang reagieren Anleger dementsprechend nervös.

Nennenswert zulegen konnten ebenso die Aktien von Infineon (+2,73 Prozent). Zu den größten Verlierern gehörten neben Henkel (Schlusskurs: -4,1 Prozent) auch Bankaktien. Die Deutsche Bank verlor 3,28 Prozent, die Commerzbank war mir 1,87 Prozent im Minus.

Nach zwei Handelswochen des Jahres liegt die Hälfte der 30 Dax-Titel zweistellig im Minus. Ende vergangener Woche hatte nicht nur der Dax deutlich nachgegeben, auch der Dow-Jones-Index in den USA hatte deutlich um 2,4 Prozent nachgegeben und unter 16.000 Punkten geschlossen. An diesem Montag ist der US-Markt wegen eines Feiertags (Martin Luther King Day) aber geschlossen und bleibt als wichtiger Taktgeber aus.

Das Ende der internationalen Sanktionen gegen den Iran hat die Ölpreise am Montag auf den tiefsten Stand seit rund 13 Jahren gedrückt. Der Preis für Öl der führenden Nordseesorte Brent fiel im Handel zeitweise mehr als zwei Prozent auf 27,67 Dollar je Barrel (rund 159 Liter) und war damit so billig wie seit 2003 nicht mehr. US-Öl gab bis auf 28,36 Dollar pro Fass nach.

Da mit der Aufhebung der Sanktionen der Iran wieder mehr Öl am Weltmarkt verkaufen könne, erhöhe dies den Abwärtsdruck auf die Preise, sagten Analysten. Die Ölpreise sind seit Mitte 2014 um 75 Prozent eingebrochen, seit Anfang 2016 um über 25 Prozent. Grund sind ein Überangebot und eine zugleich maue Nachfrage wegen trüber Konjunkturaussichten.

Am Markt herrschte zuletzt die Sorge, dass die Rückkehr des Iran den Preisverfall vorantreiben könnte. Das Land kündigte schon an, die Fördermenge um eine halbe Million Barrel je Tag zu erhöhen. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hatte am Samstag dem Iran bescheinigt, alle Verpflichtungen des Atom-Abkommens vom vergangenen Juli erfüllt zu haben. Die USA und die Europäische Union heben daher ihre Finanz- und Wirtschaftssanktionen auf.

Hedgefonds erwarten, dass der Preis für den Rohstoff weiter fallen könnte. Das Verhältnis von Anlegern, die auf fallende Kurse setzen, zu denen, die steigende Ölpreise erwarten, ist so groß wie nie, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Entsprechende Daten, die Geschäfte bis zum 12. Januar erhalten, veröffentlichte eine US-Finanzmarktbehörde.

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