Börse Frankfurt
Dax schließt turbulenten Tag mit Kursgewinnen ab

Nach zweitweise herben Verlusten ist der Dax mit deutlichen Kursgewinn aus dem Tag gegangen. Der US-Immobilienbericht hat die entscheidende Wende gebracht . Die Papiere von Rhön-Klinikum legten satte 45 Prozent zu.
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Der Dax hat am Donnerstag seine zwischenzeitliche Schwäche überwunden. Neben guten Daten vom US-Immobilienmarkt stützten auch gute Zahlen deutscher Unternehmen den Leitindex, den enttäuschende Wochendaten vom amerikanischen Arbeitsmarkt am frühen Nachmittag nur kurzzeitig gebremst hatten. Zum Handelsschluss stand er 0,53 Prozent höher bei 6.739 Punkten und knüpfte damit an seine Erholungsbewegung der vergangenen beiden Tage an. Die deutlichen Verluste zum Wochenauftakt machte das Börsenbarometer so mittlerweile fast wieder wett. Für den TecDax ging es am Donnerstag um 0,54 Prozent auf 786 Punkte hoch. Der MDax gewann - angetrieben von einer Übernahmeofferte für Rhön-Klinikum - deutlichere 1,24 Prozent auf 10.761 Punkte.

Nach den heftigen Kursverlusten vom Montag und der Erholung zur Wochenmitte hin versuche der Markt, ein Gleichgewicht zu finden. Verschnupft reagierten die Märkte dabei am Nachmittag auf jüngste Signale vom US-Arbeitsmarkt: Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe waren in der vergangenen Woche etwas höher ausgefallen als erwartet. Laut einem Händler machte dies die Anleger wieder darauf aufmerksam, dass sich die Konjunkturanzeichen in den USA zuletzt eingetrübt hatten.

Am Vormittag sorgte vor allem die geplante Übernahme von Rhön-Klinikum durch Fresenius für Gesprächsstoff auf dem Parkett. Fresenius will den Konkurrenten für rund 3,1 Milliarden Euro kaufen und bietet je Rhön-Aktie 22,50 Euro. Damit will der Gesundheitskonzern das Krankenhausgeschäft seiner eigenen Tochter Helios ausbauen. „Das ist ein stolzer Preis, aber Fresenius will Rhön unbedingt haben und sieht entsprechende Synergien mit Helios“, sagte Analyst Heino Ruland von Ruland Research. Er befürchtete allerdings kartellrechtliche Schwierigkeiten. Fresenius-Aktien fielen im Dax um 5,3 Prozent und führten damit die Verliererliste an. Im MDax gewannen die Papiere von Rhön-Klinikum knapp 45 Prozent.

Unerwartet schlecht fielen die Konjunkturdaten in der Euro-Zone aus und nahmen den Anlegern am Rentenmarkt die Lust am Risiko. Die Investoren setzten am Donnerstagvormittag lieber wieder auf den Bund-Future, der um 57 Ticks auf 140,77 Zähler zulegte. Zugleich zogen die Renditen für italienische und spanische Anleihen auf 5,69 beziehungsweise 5,89 Prozent an. Nach Angaben der EU-Kommission trübte sich das Wirtschaftsklima im April ein - das entsprechende Barometer fiel um 1,7 auf 92,8 Punkte.

Im Blick hatten Rentenanleger zudem die Auktion italienischer Anleihen mit einer Laufzeit von bis zu zehn Jahren am Freitag. Das von der Schuldenkrise geplagte Land will bei der Emission bis zu 6,25 Milliarden Euro einsammeln. Bei einer Platzierung von Geldmarktpapieren mit sechsmonatiger Laufzeit im Volumen von 8,5 Milliarden Euro musste Italien am Donnerstag mit durchschnittlich 1,772 Prozent so hohe Zinsen zahlen wie seit Januar nicht mehr.

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  • Aus diesem Grund sind Aktienempfehlungen seit 2007 out.

  • Die heutige Anlageempfehlung ohne Punkt und Komma:

    Kauft nicht verkauft.

  • Zitat: "Allerdings sehe ich als Ursache dafür eher eine verantwortungslos handelnde Politik."

    Eine verantwortungslose Politik bzw. eine Politik, die nur kurzfristigen Anreizen gehorcht. Klar.

    Das Ganze aber multipliziert und auf die Spitze getrieben von extrem gehebelten Anlageformen und Anlegern.

    Ich denke, an beiden Stellen besteht Reformbedarf. Meines Erachtens sollte das Finanzsystem _und_ die Politik der Realwirtschaft und dem realen Menschen dienen. Keinesfalls nur irgendwelchen "Eliten".

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