Börse Frankfurt
Dax schließt über 7000 Punkten

Der Dax wird das Jahrerfolgreich abschließen: 2010 hat der Index insgesamt 17 Prozent gewonnen. Auch zum Wochenschluss zeigt die Daxkurve nach oben. Der Leitindex knackt wieder die 7000-Punkte-Marke. VW überzeugt mit starken Absatzzahlen. Morphosys erfreut die Anleger mit einem optimistischen Ausblick. Zeiss Meditec überrascht mit einer Sonderdividende.
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HB FRANKFURT. Nach zwei Handelstagen mit leichten Verlusten hat der Dax zum Wochenschluss am Freitag die Marke von 7000 Punkten zurückerobert. Der deutsche Leitindex gewann im insgesamt jedoch impulsarmen Handel 0,60 Prozent auf 7006,17 Punkte. Auf Wochensicht bedeutete dies ein Plus von 0,84 Prozent. Der MDax stieg am Freitag um 0,42 Prozent auf 9846,77 Punkte. Der TecDax rückte um 0,45 Prozent vor auf 827,37 Punkte und legte damit den achten Handelstag in Folge zu.

"Der Dax steigt zwar wieder, aber alles in allem sehen wir erneut ein eher lustloses Geschäft", sagte Marktstratege Christian Schmidt von der Helaba. Gewinne bei den zuletzt unter Druck geratenen Automobilwerten hatten den Dax gestützt. "Das Jahr geht dem Ende entgegen, deshalb stehen einige Anleger offenbar noch unter Investitionsdruck", sagte ein Händler. Während die Gefahr eines Abrutschens nach unten aus seiner Sicht eher begrenzt sei, gebe es nach oben hin noch Luft. Einem anderen Börsianer zufolge legten sich einige Anleger zur Bilanzkosmetik zudem diejenigen Werte ins Portfolio, die in diesem Jahr gut gelaufen sind.

Volkswagen war mit 3,86 Prozent knapp vor BMW (+3,85 Prozent) größter Gewinner im Dax. Die Wolfsburger hatten bekanntgegeben, dass die Auslieferungen der ersten elf Monate des laufenden Jahres das Ergebnis von 2009 bereits übertreffen. Die Papiere von Daimler kletterten zeitweise auf ein Zweieinhalb-Jahres-Hoch und schlossen mit 2,95 Prozent ebenfalls deutlich im Plus.

Auch Infineon-Aktien waren wieder gefragt (+3,43 Prozent). Der Chip-Hersteller gehört zu den Top-Werten der ersten deutschen Börsenliga. Seit Jahresbeginn haben dessen Aktien rund 95 Prozent zugelegt.

Größter Verlierer waren die Papiere von Beiersdorf. Die Absenkung der Jahresprognose setzte die Kurse stark unter Druck. Die Titel des Nivea-Herstellers fielen um 5,2 Prozent auf 43,97 Euro. Durch Maßnahmen zur Neuausrichtung werde die Umsatzrendite 2010 belastet, teilte Beiersdorf mit. "Dass man für das Gesamtjahr zurückrudert und die Prognose scheinbar nebenbei kappt, passt den Anlegern überhaupt nicht", sagte ein Händler.

Auch bei HeidelbergCement machen sich Sorgen breit. Die Aktie verlor 1,7 Prozent. Die EU-Kommission nimmt im Zuge eines Kartellverfahrens gegen insgesamt acht europäische Zementhersteller auch das Heidelberger Unternehmen unter die Lupe. Die Aktien der ebenfalls betroffenen Dyckerhoff gaben im SDax 0,5 Prozent nach. Die Titel der italienischen Buzzi Unicem gaben um 1,8 Prozent nach, die von Lafarge um 0,3 Prozent. Holcim-Papiere retteten sich mit 0,5 Prozent knapp ins Plus.

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  • @ Wolfgang
    Wenn "erfolgreich", dann zweifellos als Abgesang auf die bisherige Art Marktwirtschaft. Es lohnt nicht mehr, sich über diese Dinge argumentativ zu verbreiten. in einer Situation, in der der Schleim unzähliger Milliarden frisch gedruckten Geldes die unabdingbar zu tuenden struckturellen Änderungen am bisherigen Kapitalismus bereits im Ansatz erstickt, wird sich die Objektivität Wirtschaft mit allen ihr innewohnenden inhumanen Sprengsätzen verwirklichen. Die Situation, wo Staatsanleihen mit AAA Rating nicht mehr heiß begehrt sind, weil die Anleger die Solvenz der Emittenten bezweifeln, ähnelt in der Tat der Götterdämmerung einer Wagnerischen Oper. Wenn also die Einsicht in notwendig zu realisierende Wirtschaftspolitik unseren Eliten abgeht, weil diese dauernd nicht zuletzt von der Finanzmarktlobby "bearbeitet" werden, dann müssen wir wohl oder übel den bevorstehenden Verwerfungen ins Gesicht schauen. Oder???

  • Natürlich wird der DAX noch über 7000 gehen.
    Wo soll das billige Luftgeld der Zentralbanken sonst hin ?
    Aber ob man das als "erfolgreich" bezeichnen kann....

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