Börse Frankfurt
Dax schließt über 8600 Punkten

Der Dax erklomm zum Wochenstart völlig neue Höhenregionen. Auslöser des Kaufrauschs waren erfreuliche Nachrichten von der Fed. Auch das Dauerthema Syrien sorgte für Entspannung – allerdings nur für trügerische.
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FrankfurtEin neuer Rekord und dann? Nach einem schnellen Vorstoß auf ein neues Allzeithoch bei 8626 Punkten verwaltete der Dax im weiteren Handelsverlauf nur noch seine Gewinne. Am Ende ging der Leitindex mit einem Plus von 1,2 Prozent auf 8610 Punkten aus dem Handel.

In der zweiten Börsenliga sah es ähnlich aus. Nach schnellen Gewinnen tendierten die Indizes überwiegend in seitliche Richtung. Der MDax schloss den Montag mit einem Plus von einem Prozent auf 15.004 Punkte ab. Allerdings erklomm der Index der Midcaps wie der Dax bei einem Kurs von 15.034 Punkten ein neues Rekordhoch. Außerdem konnte der MDax erstmals in seiner Geschichte die 15.000-Punkte-Marke durchbrechen. Der TecDax beendete den Handelstag 1,2 Prozent fester auf 1076 Zähler.

Verantwortlich für den Kaufrausch war wieder einmal die Federal Reserve. Bei der Notenbanken scheint sich ein sanfter Personalwechsel abzuzeichnen. Denn mit der überraschenden Rücknahme der Kandidatur Larry Summers' rückt die Fed-Vizepräsidentin Janet Yellen in den Kreis der Favoriten auf. Die Vizepräsidentin gilt als Verfechterin der lockeren Geldpolitik.

Er halte es für möglich, dass die Fed mit Yellen an der Spitze die Leitzinsen erst ab 2016 und nicht wie bislang geplant 2015 anzuheben beginnt, sagte Chris Rupkey, Chef-Finanzvolkswirt der Bank of Tokyo-Mitsubishi UFJ. Darüber hinaus könnte Yellen eine Arbeitslosenquote von 5,5 Prozent statt wie bisher 6,5 Prozent als Zielmarke für ein Ende der Fed-Konjunkturhilfen ausgeben.

„Der Summers-Rückzieher sollte aber keinen Einfluss auf die Entscheidung des FOMC diese Woche haben“, betonte Aktienhändler Adam Seagrave von der Saxo Bank. Der Fed-Offenmarktausschuss (FOMC) will am Mittwochabend verkünden, ob und wie stark die Notenbank ihre Wertpapier-Käufe drosseln wird. „Eine Drosselung von mehr als 15 Milliarden Dollar wäre negativ für den Aktienmarkt“, sagte Anlagestratege Gerard Lane von Shore Capital.

Auch die Anleger in den USA ließen sich von den Neuigkeiten der Fed an die Börsen locken. Nach Frankfurter Börsenschluss verzeichnete der Dow Jones ein Plus von einem Prozent auf 15.534. Der breiter gefasste S&P-500 legte 0,8 Prozent zu. Die Technologiebörse Nasdaq lag 0,3 Prozent im Plus.

Doch nicht nur das Notenbankgeschehen mischte heute die Aktienmärkte auf. Das Syrien-Problem spielte heute wieder eine Rolle – und zwar eine die Stimmung anhebende. Denn die Außenminister Lawrow und Kerry einigten sich in Genf auf eine diplomatische Lösung im Streit um die Chemiewaffen des Regimes. Die Kompromisslösung sieht vor, dass Assad bis Ende der Woche seine C-Waffen der internationalen Kontrolle übergeben soll. Ein militärischer Schlag der USA konnte dadurch verhindert werden – zumindest zunächst. Denn sollte sich der syrische Diktator nicht an die Abmachung halten, werden die Militärpläne wieder auf den Verhandlungstisch zurückgeholt. Die schwebende Lösung des Syrien-Konflikts beinhalten insofern ein großes Risiko für die Börsen und sollte nicht unterschätzt werden.

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