Börse Frankfurt
Dax schließt über 9000 Punkten

Konjunkturdaten für die Euro-Zone haben dem Dax wieder Beine gemacht. Erstmals seit fast zwei Wochen knackt der Leitindex wieder die 9000 Punkte-Marke. Auch die US-Börsen profitieren von den Meldungen.
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FrankfurtWenn eines an der Börse in Frankfurt Bestand hat, dann die Unbeständigkeit. Der Dax kommt seit vergangener Woche nicht mehr zur Ruhe. Aufgrund der unsteten Konjunkturlage in der Euro-Zone und der Ungewissheit bezüglich der Geldpolitik der Notenbanken werden derzeit alle möglichen Daten und Kennzahlen hinzugezogen, um an neue Erkenntnisse über die mittelfristige Zukunft zu gelangen.

So prasseln von allen Seiten neue Einflussfaktoren auf den Dax, die einen äußerst nervösen Aktienhandel verursachen. So auch heute: vom Start weg verzeichnete der Dax Verluste in Höhe von bis zu 0,9 Prozent. Doch kurz danach setzte eine Erholung an. Am Ende schloss der Dax mit 1,2 Prozent auf 9047 Punkten deutlich im Plus.

Ausgelöst wurden die Gewinne von starken Konjunkturdaten aus Deutschland. Der Einkaufsmanager des verarbeitenden Gewerbes in Deutschland stieg im Oktober auf 51,8 Punkte. Einen Monat zuvor lag er noch unter der Wachstumsschwelle von 50 Zählern. Experten hatten im Vorfeld sogar mit einem Absinken auf 49,5 Punkten gerechnet. „Aufatmen ist angesagt“, schrieb Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank. „Die schwächere Währung verhilft der deutschen Wirtschaft zu einem neu hinzugewonnenen Wettbewerbsvorteil. Rezessionsängste sind jedenfalls nicht angebracht.“

Eine halbe Stunden nach den deutschen Zahlen folgten die Daten aus der Euro-Zone. Der Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor in der Euro-Zone konnte seinen Stand von 52,4 Punkten halten. Auch hier waren die Prognosen pessimistischer. Analysten gingen nur von 52 Punkten aus.

Noch besser sah es im verarbeitenden Gewerbe aus. Dort stieg der Einkaufsmanager von 50,3 auf 50,7 Punkte. Die Prognosen waren in diesem Bereich ebenfalls weniger zuversichtlich. Vor Veröffentlichung der Daten gingen die Märkte von einer Verschlechterung auf 50 Zähler aus.

Die USA konnten im Kielwasser der europäischen Börsen ebenfalls deutlicher zulegen. Der Dow Jones startete den Handel mit einem satten Plus von einem Prozent auf 16.623 Punkte. Der S&P-500 legte 0,9 Prozent zu. Der Nasdaq stieg um 1,1 Prozent auf 4430 Zähler.

Doch trotz der verbesserten Wirtschaftsdaten herrscht an den Börsen weiterhin große Nervosität, die sich fast tagtäglich an der hohen Volatilität erkennen lässt. „Deutschland hat den Tag gerettet, aber die Stimmung ist immer noch pessimistisch und ich rechne mit weiteren Kursverlusten“, sagte ein Londoner Händler.

Vor allem die anstehende Veröffentlichung der Ergebnisse des EZB-Bankenstresstests besorgt neben der Konjunktur viele Anleger. Große Unruhe löste gestern ein Bericht der spanischen Nachrichtenagentur EFE, wonach mindestens elf Banken aus sechs Euro-Ländern den seit Monaten laufenden Fitnesscheck der Aufseher nicht bestanden haben.

„Die Erwartungen der Anleger an den Stresstest sind hoch, da dieser von der EZB als wichtige Orientierungshilfe für den Bankensektor angekündigt wurde“, sagte Vincent Papa vom Finanzverband CFA. „Bei einigen europäischen Banken könnten wir Eigenkapitallücken sehen.“

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  • "Doch trotz der verbesserten Wirtschaftsdaten herrscht an den Börsen weiterhin große Nervosität, die sich fast tagtäglich an der hohen Volatilität erkennen lässt. „Deutschland hat den Tag gerettet, aber die Stimmung ist immer noch pessimistisch und ich rechne mit weiteren Kursverlusten“, sagte ein Londoner Händler."

    Man sollte auf jeden Fall skeptisch gegenüber einem so schnellen Absturz auf unter 8400 Punkten und dann einer so schnellen Erholung auf über 9000 Punkten sein. An Höchststände wollte letzte Woche niemand mehr glauben und heute kann man schon wieder gegenteiliges hören.

    Die Gründe für den Rückgang von über 10000 sind nicht über Nacht verschwunden. Das größte realistische Risiko für einen richtigen Absturz ist immer noch die Zinswende.

    Es hilft aber auch nicht, sich etwas in *dieser* Situation vor zu machen: In *beide* Richtungen sind *größere* Ausschläge nicht sehr unwahrscheinlich. Wenn das Argument JER verfängt dann sind noch ein paar hundert Punkte nach oben drin. Angesichts der Konjunktur und Zinsrisiken gibt es aber keine Garantie, dass dies längere Zeit beständig ist.

  • Werden Sie in diesen herbstlichen Tagen etwa noch zum "Bullen"?

    Wenn ich mich richtig erinnere, dann ging doch Ihre Prognose eher Richtung 5.000 bisher. Was hat sich geändert?

  • Vielleicht schafft es der DAX den Monat Oktober zu retten.Dazu müsste er aber noch weiter steigen.Erst bei 9450 wäre der Oktober wieder bei plus,minus null angelangt.Vor Tagen schrieb hier schon Forumsteilnehmer,zum Thema Jahresendralley:"Jahresendralley ist,wenn der DAX von 8500 auf 9600 steigt,dem Ausgangspunkt 2014."Ist bisher genau so gekommen.Der Forist muss eine Glaskugel gehabt haben.Ich hoffe der Trend geht aber weiter: Bis 10050.Allerdings war dort meist Schluss.Trotzdem,das wären noch viele hundert Punkte im plus.Die Begründungen,warum er erst so stark fiel,sind genau so nebulös,wie die,warum er jetzt so stark steigt.Es hatte sich doch wenig verändert.Gut es gab Ebola und Russland.Aber das schon lange bekannt,das schien mir doch reichlich fadenscheinig und an den Haaren herbei gezogen.Also erst mal bis 10050 .Und nicht wieder diese Abschläge.Und dann müsste man sehen,ob mehr kommt.Die Jahre 2012 und 2013 mit einem Aufschlag von über 25% im Schnitt wird er nicht schaffen.Aber wenigstens die 10 050 Punkte bis Ende des Jahres.

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