Börse Frankfurt
Dax schließt über 9600 Punkten

Trotz der Unsicherheiten durch die Zentralbanken blieben die Händler auf dem Frankfurter Parkett am Dienstag ruhig. Auch wenn einige Anleger am Ende ihre Gewinne einsacken wollten: Der Dax legte zu.
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FrankfurtEin Plus von 0,5 Prozent auf 9603 Punkte bescherte dem Dax den höchsten Schlusskurs seit vier Wochen – machte aber während des gesamten Handelstags keine großen Sprünge. Nach dem Rücksetzer vom Vortag hat der deutsche Leitindex damit zu seinem Aufwärtstrend der vergangenen zwei Wochen zurückgefunden. Ohne besondere Nachrichten konnte etwa die Aktie der Commerzbank um 3,7 Prozent zulegen. In der zweiten Reihe stiegen die Indizes noch etwas mehr: Der MDax notierte 0,9 Prozent fester auf 16.606 Punkte. Der TecDax verzeichnete ein Plus von 1,1 Prozent auf 1265 Zähler.

Die Investoren rätseln derzeit, ob die EZB am Donnerstag eine weitere Lockerung ihrer Geldpolitik beschließen wird. Dies dürfte vor allem von der Interpretation der Inflationsdaten in der Euro-Zone abhängen. Im März stiegen die Preise überraschend nur noch um 0,5 Prozent, die Inflation ist damit so niedrig wie zuletzt im November 2009. Einige Ökonomen fürchten daher eine deflationäre Spirale aus fallenden Preisen und sinkender Nachfrage. Dennoch sind viele Analysten davon überzeugt, dass die EZB am Donnerstag nicht aktiv werden wird. Die Notenbanker um EZB-Präsident Mario Draghi hätten immer wieder betont, dass die Zentralbank keine deflationären Tendenzen erwarte – „daher muss sie schon aus Rücksicht auf ihre eigene Glaubwürdigkeit vorsichtig agieren“, prognostizierten die Analysten der Essener National Bank.

Nach dem Auf und Ab der vergangenen Monate haben die deutschen Maschinenbauer erneut einen Rückschlag erlitten. Während zum Jahresbeginn noch ein Auftragsplus für Hoffnung sorgte, sank im Februar die Nachfrage nach Maschinen „Made in Germany“ um vier Prozent, wie der Branchenverband VDMA am Dienstag mitteilte. Der Orderrückgang im Inland um sechs Prozent könne mit einem ungewöhnlich hohen Vorjahreswert erklärt werden, kommentierte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers.

Die Aktien der Maschinenbauer zeigten sich von der Meldung unbeeindruckt: So gehört Thyssen-Krupp mit einem Plus von 2,3 Prozent auf 19,91 Euro zu den Gewinnern im Dax. Und die Papiere des Spezialmaschinenherstellers Gea legten im MDax um 2,2 Prozent auf 33,90 Euro zu.

Die Software AG verkauft ihr SAP-Beratungsgeschäft in Deutschland, Österreich und der Schweiz an die Saabrücker Scheer Group. Das operative Ergebnis werde deshalb in diesem Jahr nicht so stark zulegen, wie zunächst erwartet, teilte das Unternehmen am Dienstag mit.

Über den Verkaufspreis sei Stillschweigen vereinbart worden. Der Verkauf des SAP-Beratungsgeschäfts, der im zweiten Quartal unter Dach und Fach gebracht werden soll, muss noch von den Kartellbehörden genehmigt werden. Im Geschäftsbereich Consulting sei wegen der Transaktion im laufenden Jahr ein Umsatz- und Ergebnisrückgang zu erwarten. Die Software AG geht nun davon aus, dass das operative Ergebnis (non-IFRS) 2014 um zwei bis sieben Prozent zulegen wird. Bislang war ein Plus von vier bis zehn Prozent in Aussicht gestellt worden.

Den Aktienkursen der betroffenen Unternehmen schadeten die ernüchternden Zahlen nicht: Die SAP-Papiere konnten um 0,4 Prozent steigen. Die im TecDax notierten Aktien der Software AG legten sogar um 2,7 Prozent auf 27 Euro zu.

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Kommentare zu " Börse Frankfurt: Dax schließt über 9600 Punkten"

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  • "Vielleicht sollte ich auf diese Art von Kontraindikatoren hören."

    Schau dir doch einfach an, ob die Begründung die er liefert schlüssig ist und ob alle Fakten auch und im besonderen die gegen einen Ausbruch sprechen behandelt hat. Solltest du etwas wichtiges vermissen oder ist nicht ganz klar, wie er zu seinen Schlussfolgerungen gekommen ist, dann ist die Analyse wohl nicht ausreichend.

    Auch verschriftete Trendeuphorie ist ein Zeichen für wenig Rationalität ;)

  • Wenn ich allerdings den Weygand lese, der nun einen Ausbruch nach oben des DAX prognostiziert... Seine Prognosen waren schon bei DAX 7500 wunderbar (falsch), als er einen Absturz voraussah.

    Vielleicht sollte ich auf diese Art von Kontraindikatoren hören.

  • Stundenlang diskutiert und ich weiß immer noch nicht, wann der Crash mit welcher Wahrscheinlichkeit kommt und wie sehr er reinhaut.

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