Börse Frankfurt: Dax schließt über 9700 Punkten

Börse Frankfurt
Dax schließt über 9700 Punkten

Ein Milliardenverlust bei der Deutschen Bank hat den Dax ins Minus gedrückt. Er schloss knapp über 9700 Punkten. Aus Furcht vor ähnlich schwachen Zahlen der Mitbewerber trennten sich Anleger auch von anderen Finanzwerten.
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FrankfurtEine enttäuschende Jahresbilanz der Deutschen Bank und schwache Konjunkturdaten aus China haben dem deutschen Aktienmarkt den Start in die Woche vermiest. Vor allem bei den Finanzwerten gab es deutliche Verluste. Am Schluss verlor der deutsche Leitindex Dax 0,28 Prozent auf 9715 Punkte. Nach den Rekorden der jüngsten Zeit habe die schwache Bilanz der größten deutschen Bank den Anlegern einen willkommenen Grund geliefert, etwas durchzuatmen, sagte Marktstratege Christian Henke vom Broker IG. Der MDax sank um 0,16 Prozent auf 16.919 Punkte, der TecDax gab um 0,26 Prozent auf 1249 Punkte nach.

Die chinesische Wirtschaft ist im vierten Quartal mit 7,7 Prozent langsamer gewachsen als in den drei Monaten zuvor. Volkswirte sagten daraufhin eine weitere Abkühlung der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft voraus.

Wegen eines schwächelnden Investmentbanking-Geschäfts, teurer Altlasten der Finanzkrise und des Abbaus von Risiken in der Bilanz verbuchte die Deutsche Bank im vierten Quartal 2013 einen Vorsteuerverlust von 1,15 Milliarden Euro. Im Gesamtjahr verbuchte sie zwar einen Gewinn von 2,07 Milliarden Euro - das ist aber nur etwa halb so viel wie von Analysten erwartet. Darüber hinaus äußerten sich die Vorstandschefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen zurückhaltend über die Geschäftsaussichten für 2014. Die Papiere des deutschen Branchenprimus brachen am Montag um bis zu sechs Prozent ein. Der Branchenindex für die europäischen Bankenwerte verlor 0,8 Prozent.

„Es wäre folgerichtig, von Banken wie Barclays oder Royal Bank of Scotland (RBS) ebenfalls eine schwache Geschäftsentwicklung zu erwarten“, sagte Analyst Gary Greenwood von Shore Capital. Deren Aktien gaben am Montag 1,3 und 1,9 Prozent nach. Commerzbank verlor zeitweise rund fünf Prozent, Aareal Bank rutschte etwa zwei Prozent ins Minus. Die österreichische Erste Bank büßte 2,1 Prozent ein und die italienische Unicredit gab um 0,7 Prozent nach.

Trotz enttäuschender Geschäftszahlen einiger großer europäischer Firmen wie Deutsche Bank oder Royal Dutch Shell erwarteten die Analysten von Goldman Sachs für die Bilanzsaison insgesamt eher positive Überraschungen. „Ein Großteil davon geht darauf zurück, dass die Markterwartungen an die Ergebnisse deutlich gesenkt wurden, während das konjunkturelle Umfeld weitgehend unverändert geblieben ist.“

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  • Sind denn Alcoa und UPS typische Fälle, die den Zustand der US Wirtschaft abbilden? UPS zum Beispiel ist daran gescheitert, dass sie mehr Aufträge als erwartet abarbeiten mussten. Und dann sagen Sie, es wäre kein nachhaltiges Wachstum erkennbar? ;)

    Und wenn Sie sich China ansehen werden Sie vielleicht feststellen, dass dieser Schrumpfkurs der chin. Regierung zukünftige Risiken für die Weltwirtschaft eher mindert, als erhöht.

    Wenn das ihre einzigen Bedenken sind würde ich sagen: Das ist jetzt nicht so gravierend, dass ich meine Papiere morgen verkaufen müsste, oder ? ;)

  • Es zählt doch einzig und alleine, wo der Wert xyz in 5, 10, 20 Jahren steht - was auch immer der Zeithorizont ist.

    Ob ich eine Nestle für 55 Euro heute teuer einkaufe, kann ich erst einschätzen, wenn sie in 5 oder 10 Jahren bei x steht.

    Plus was ist die Alternative? Bei Nestle bekomme ich 3-4% Dividende p.a. also simplifiziert ausgedrückt in den nächsten 10 Jahren 30-40% alleine an Dividende ohne Wiederanlage & jegliche Kursbewegung.

  • @Hantasilf
    Warum denn ausgerechnet jetzt?

    Dann schauen wir uns doch mal ein paar „Fakten“ an:

    - Shiller PE über 25
    - Aktienbewertungen sind den Unternehmensgewinnen bereits weit voraus, was bereits in den ersten Daten deutlich wird (Alcoa, UPS, Shell etc.)
    - Risiko, dass die FED das „Falsche“ tut
    - Geschönte US-Jobdaten
    - Bisher kein nachhaltiges Wachstum erkennbar
    - China-Wachstum schrumpft
    - Risiken in F & ITA werden aktuell ausgeblendet

    Märkte haben in der Vergangenheit nicht korrigiert, weil die Bewertungen zu hoch waren. Typisches Muster wäre ja Liquiditäts-Rally, dann übernehmen die Unternehmensdaten (bleibt bisher aus), dann kommt die Korrektur, wenn nicht ausreichend Liquidität kommt.

    Wie gesagt, vielleicht haben wir noch gute 6-12 Monate, ich bin lieber etwas zu früh draussen als 5 Minuten zu spät.

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