Börse Frankfurt
Dax schließt über drei Prozent fester

Die Erholung des Leitindex kam am Donnerstag auf Touren. Der Dax distanzierte die 10.000-Punkte-Marke deutlich. Vor allem US-Daten halfen. Sie machten die Probleme in China vergessen – zumindest für heute.
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FrankfurtDie Anleger sind aufs Parkett zurückgekehrt. Gleich an beiden wichtigen Börsenbaustellen lockten am Donnerstag Fortschritte die Akteure wieder in den Handel. In China erholten sich die Kurse an den Wertpapierbörsen merklich, neue Maßnahmen konnten die Gemüter zumindest kurzfristig beruhigen. Aus den Vereinigten Staaten kamen überraschend starke Konjunkturdaten, was die Kaufblöcke der Händler füllte – in Zeiten jahrelanger ultralockerer Geldpolitik und einer mittelbar bevorstehenden Zinswende ein selten gewordener Anblick.

Gleich zum Handelsauftakt errang der Dax seine Fünfstelligkeit und konnte die 10.000er Marke im Handelsverlauf deutlich hinter sich lassen. Am Ende notierte der deutsche Leitindex ganze 3,2 Prozent fester bei 10.315 Punkten, zeitweise hatte er Kurs auf ein Plus von vier Prozent genommen. So hat die Konjunkturabkühlung in China auch ihr gutes, wenn sie denn nicht zu stark ausfällt – einige Experten hatten den Konjunkturpessimismus und die daraus resultierende Achterbahnfahrt der vergangenen Tage als überzogen eingestuft. (Nachhaltig nach oben wird der Trend wohl erst wieder zeigen, wenn die Fundamentaldaten aus China eine andere Sprache sprechen.)

Mit den Wachstumsproblemen in China kriegt die US-Notenbank Federal Reserve einen weiteren Grund an die Hand gelegt, die Zinsen in den USA vorerst niedrig zu lassen. Darauf zumindest spekuliert ein Großteil der Börsianer. Sogar die Falken der Geldpolitik, die die Zügel straffer ziehen wollen, ließen zuletzt durchblicken, die September-Sitzung des Fed-Führungsgremiums ohne Erhöhung der Leitzinsen über die Bühne gehen zu lassen.

Dass der erste Anstieg der Zinsen aber wohl noch in diesem Jahr erfolgt, davon zeugen die anhaltend guten Konjunkturdaten aus Washington. So hat die US-Wirtschaft im zweiten Quartal um aufs Jahr hochgerechnete, ganze 3,7 Prozent zugelegt. Diese verrieten die heute veröffentlichten endgültigen Zahlen. Experten hatten revidiert höchstens mit 3,1 Prozent gerechnet. Mit dieser Zahl im Rücken konnten die US-Börsen weiter vorrücken. An der Wall Street legte der Dow-Jones-Index zum Frankfurter Handelsschluss anderthalb Prozent zu auf 16.531 Zähler.

Auch in der zweiten Frankfurter Reihe gingen die Kurse auf Erholung. Der MDax schloss 2,9 Prozent fester bei 19.694 Punkte, der TecDax rückte 3,2 Prozent vor auf 1694 Zähler. Der Leitindex der europäischen Währungsunion, der Euro-Stoxx-50, kam auf ein Plus von 3,7 Prozent und damit 3281 Punkten. Durch die Bank weg entspannten sich die Handelsplätze Europas im Donnerstaghandel.

Das lag nicht zuletzt daran, dass die kriselnden Börsen in China wieder mal eine Gegenbewegung starteten. Die Pekinger Führung hat einen ganzen Maßnahmenkatalog vorgestellt, um die Brisanz aus den Finanzmärkten zu nehmen und die Konjunktur weiter anzufachen. So wurde die Finanzstabilitätsbehörde mit weiteren Geldern ausgestattet, um Aktien im Auftrag der Regierung kaufen zu können. In Schanghai sprang der Composite über fünf Prozent in die Höhe, der Index in Shenzen gewann über drei Prozent. Informierten Kreisen zufolge soll die Regierung auch gleich interveniert haben, um die Kurse zu beruhigen.

„Schwergewichtige Aktien wie die von Banken und Versicherungsunternehmen haben geholfen, den Schanghai-Index nach oben zu ziehen“, sagte der Analyst Zhang Gang der Nachrichtenagentur Bloomberg. Die Börsen bleiben volatil. In den vergangenen zehn Tagen hatten die Kurse über zwanzig Prozent nachgegeben. Die Erholung schwappte auch nach Japan rüber. Auf dem Weg von Küste zu Küste verlor sie aber einiges an Schwung.

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  • Ich schau manchmal auf die berühmte Uhr in Stuttgart die Kleinanleger liegen fast immer daneben, das ist aber auch egal. Spielbank geht auch, Hauptsache die haben Spaß. Lose sind auch keine Sachwerte und die Spieler wissen das.
    Bedenklich ist, daß die Derivate dadurch die Kurse der Sachwerte bestimmen
    und hier entsteht Handlungsbedarf. Das ist am Rande der Kriminalität.

  • Kaufpanik im Future, oder anders gesagt. Der Daxfuture wird aufgebläht, weil die Computer vollautomatisch alles aufkaufen und damit die nächste Kaufwelle auslösen, wenn der Dax eine bestimmte technische Marke genommen hat. Das es in China deshalb nicht besser aussieht als am Montag ist ja wohl auch klar. Wenn es in dieser
    Geschwindigkeit weiter geht, haben wir Weihnachten noch ein Allzeithoch.

  • Herr Spiegel, andere bevorzugen da schon Derivate. Wo sonst kann man aus wertlosen
    Wertpapierkennnummern ein Vermögen machen. Ich denke man sollte diese Chancen
    nutzen, irgendwann müssen sie das einstellen. Sie treiben den Daxfuture immer weiter nach oben. Wundert mich nicht 400 Punkte über Nacht aus nichts. Jetzt kommt die nächste Stufe auf 10400, anders gesagt ihr Gold bringt keine Rendite, gestern nach
    Xetraschluss die 9850er Calls und ihr Einsatz wäre jetzt verzehnfacht. Das sind die Renditen die gefragt sind. Letzte Woche am Freitag genau nach Verfall, ging der große Abverkauf los bis Montag auf knapp 9300 und seither sind die Verkäufer längst auf der Käuferseite. Keinerlei Regulierung, es ist noch extremer geworden als vor der Bankenkrise. Die Auswüchse der Computerhändler sind unvorstellbar,
    heute gibt es daher auch keinen Abverkauf nach Xetraschluss, sondern genau das Gegenteil hoch um jeden Punkt. Jetzt heisst es wieder hochjubeln bis zum Anschlag. Erst wenn die Gewinne wieder realisiert werden, rennen sie wieder hinterher. 2,20 Euro ist ein Call jetzt wert, der heute morgen wertlos war. Darüber sollte die Politik einmal nachdenken. Wie kann so etwas möglich sein

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