Börse Frankfurt
Dax schließt über zwei Prozent fester

Der US-Arbeitsmarktbericht fällt genau richtig aus. Nicht zu schwach, um Konjunkturängste zu schüren und nicht zu stark, um das Börsianer-Schreckgespenst Zinswende aufleben zu lassen. Das ließ den Dax überraschend erblühen.
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FrankfurtZum Ausklang einer wechselhaften Woche haben die Dax-Anleger ihren Optimismus wiederentdeckt. Wie in einer Trotzreaktion gegen all die Herausforderungen der letzten Wochen nutzten sie die Gunst der Stunde in Form eines solides Arbeitsmarktberichtes aus den USA. Weil der genau richtig ausfiel, erklomm der Dax am Nachmittag unerwartete Höhen. Am Ende schloss der Deutsche Leitindex ganze 2,7 Prozent fester bei 11.709 Punkten. Damit konnte die Frankfurter Benchmark ihre Wochenverluste vergessen machen.

Der US-Arbeitsmarkt hatte sich fast genauso entwickelt, wie es von Ökonomen prognostiziert worden war. Die Ökonomen hatten 224.000 neugeschaffene Arbeitsplätze außerhalb der Landwirtschaft erwartet, die Wirtschaft generierte 223.000 neue Jobs. Die separat ermittelte Arbeitslosenquote schätzen die Experten zwischen 5,4 und 5,5 Prozent, nach 5,5 Prozent im März. Sie betrug letztlich 5,4 Prozent.

Damit fielen die Zahlen stark genug aus, um den sehr schwachen Monat März als Ausrutscher zu bezeichnen und nicht als Meilenstein für eine Trendwende aufzufassen. Andererseits blieben die Zahlen eben auch im Rahmen und bieten damit - in den Augen der Anleger - der obersten US-Notenbankerin Janet Yellen keinen Grund, über eine frühzeitige Zinswende nachzudenken.

Die Zeichen verdichten sich, dass die US-Konjunktur ohne die Extra-Liquidität der Federal Reserve ins Stottern gerät. Die Anleger spekulieren daher weiter darauf, dass die oberste Notenbankerin der USA, Janet Yellen, den Anstieg der Leitzinsen weiter in die Zukunft schiebt. War der gängige Tenor zum Anfangsjahr noch ein Termin um den Juli herum, gehen die Prognosen jetzt ins dritte Quartal des Jahres.

Für den Aufschwung in Frankfurt zeigte sich auch ein schwächelnder Euro verantwortlich. Die Gemeinschaftswährung verlor am Mittag bis zu 0,5 Prozent auf 1,1218 Dollar, erholte sich dann aber etwas. Der Zusammenhang zwischen dem abwertenden Euro und der Dax-Rally wird immer erkennbarer. Unter den europäischen Staaten ist die exportgetriebene deutsche Wirtschaft die, die am meisten von der Abwertung profitieren sollte.

Keinen großen Einfluss auf den hiesigen Handel diagnostizierten Händler dem Ausgang der Wahlen in Großbritannien. Dort hatte sich die Konservative Partei des amtierenden Premiers David Cameron überraschend stark gegen die Opposition durchgesetzt. Womöglich kann Cameron sogar mit absoluten Mehrheitsverhältnissen rechnen. Der wirtschaftsfreundliche Kurs der Konservativen trieb die Investoren an die Börse. In London konnte der FTSE zeitweise bis zu 2,2 Prozent zulegen.

Ähnlich hohe Aufschläge wie der Dax verzeichnete auch der Leitindex der Eurozone. Der Euro-Stoxx-50 schloss letztlich bei 3645 Punkte und einem Plus von 3644 Prozent. In der zweiten Frankfurter Reihe konnten die Indizes sogar noch ein weiteres Stück vorrücken. Die Mittelwerte im MDax schlossen 2,7 Prozent fester bei 20.603 Zähler. Im TecDax verbuchten die Tech-Titel einen Aufschlag von 2,9 Prozent und kamen auf 1661 Punkte.

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