Börse Frankfurt
Dax schließt unter 11.400 Punkten

Die gute Laune der Anleger hielt am Mittwoch nicht lange an. Enttäuschende Konjunkturdaten aus den USA drückten den Index ins Minus. Selbst die entspannten Rentenmärkte konnten die Anleger nicht beruhigen.
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FrankfurtDie Finanzmärkte wanken. Besonders deutlich sind die Auswirkungen auf den Anleihemärkten. Der Bund-Future befindet sich seit Wochen auf Talfahrt, die Renditen deutscher Staatsanleihen steigen im Gegenzug auf Niveaus, die lange nicht mehr erreicht worden sind.

Heute war die Situation auf den Rentenmärkten etwas entspannter. Der Ausverkauf scheint vorerst gestoppt: Die Kurse der zehnjährigen deutschen Anleihen erholen sich leicht, im Gegenzug sinken die Renditen. Die Titel werfen 0,626 Prozent ab nach 0,682 Prozent im Schlussgeschäft des Vortages. Und auch an den Aktienmärkten ging es zunächst etwas entspannter zu. Bis die Daten zu US-Handelsumsätzen kamen. „Die Einzelhandelsumsätze enttäuschen auf ganzer Linie”, schrieb Helaba-Analyst Ralf Umlauf in einem Kommentar. Die US-Notenbank Fed macht eine Zinswende vor allem von einer nachhaltigen Erholung der US-Wirtschaft abhängig. Der Dax schloss rund ein Prozent im Minus auf 11.351 Punkten.

Neben Griechenland bekamen die Anleger heute einen Eindruck, wie es um die Wirtschaft anderer Euro-Staaten steht. So hat die schwächelnde Weltkonjunktur das deutsche Wachstum halbiert. In Frankreich haben dagegen die steigenden Konsumausgaben die Wirtschaft angeschoben. Auch aus Italien gibt es gute Nachrichten: Die italienische Wirtschaft ist erstmals seit Sommer 2013 wieder gewachsen. Insgesamt befindet sich die Wirtschaft der Euro-Zone auf Erholungskurs - trotz des deutschen Schwächeanfalls. Die überraschend gute Konjunktur in den anderen großen Mitgliedsstaaten ließ das Bruttoinlandsprodukt von Januar bis März um 0,4 Prozent steigen. Sinkende Benzinpreise kurbelten den Konsum an, während der schwache Euro die Exporte anschob, wie aus den am Mittwoch vom Statistikamt Eurostat veröffentlichten Daten hervorgeht. Am schlechtesten steht Griechenland da, das wegen des ungelösten Schuldenstreits in die Rezession zurückfiel.

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  • Es geht hier um Liquiditätszugabe versus Liquiditätsentzug.
    Die Haupttriebkraft der Aktienhausse der letzten Jahre war zudem nicht die Erwartung der Marktteilnehmer auf höhere Unternehmensgewinne, sondern die Entwertungsflucht der Anleger.
    Die DAX-Korrektue begann ziemlich genau an dem Punkt, als der Dollarindex (USDX) dazu ansetzte, durchs Dach zu gehen (= die Mauer von 100 dauerhaft zu durchbrechen) - auf gut deutsch: die am stärksten im Dollarindex gewichtete Währung, der EUR, stand kurz vorm Abnippeln und musste wohl "gerettet" werden. Der USDX fiel in der Folge von > 100 auf nun ca. 93,5 zurück.
    Ein solcher (künstlicher) Anstieg des EUR gegen den USD geht aber nur zusammen mit einem massiven Liquiditätsentzug, also einer Deflation im eigentlichen Sinne.
    Diese Korrektur auf den Aktienmärkten wurde also bewusst herbeigeführt.
    Womit man aber vermutlich nicht gerechnet hat (außer, man wäre auf Suizid-Kurs), ist, dass man mit dem Liquiditätsentzug offenbar auch die Bond-Bubble mit angestochen hat. Spannende Zeiten also... ;-)

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • @P.Preungesheim
    Ja klar, auch Firmen nutzen das. Man bekommt aber den Eindruck, dass das Firmen sind, die am Anleihemarkt deshalb bereit sind höhere Zinsen zu bezahlen weil sie den Weg zur Bank scheuen. Genau hier sind oft die hohen Renditen zu ziehen. Bei oft nicht gesicherter Geschäftsentwicklung.

    Bei den AAA-companies gibts aber häufig bessere Dividendenrenditen als Anleiherenditen. Daher würde ich hier die Aktie deutlich bevorzugen, eben weil die ordentliche Geschäftszahlen haben und daher ein Zuwachs am Formenwert zur Dividende oft oben drauf kommt.
    Wie immer gilt die Frage was man will : Sicherheitsorientiert oder an Chancen orientiert?
    Bei zweiterem muss man ggf. Zeit mitbringen.

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