Börse Frankfurt
Dax schließt unter 12.000 Punkten

Katerstimmung bei den Anlegern: Unter dem Eindruck der Kursverluste bei der Deutschen Bank ist der Dax am Montag wieder unter die Marke von 12 000 Punkten gerutscht. Die Privatbank hatte eine Kapitalerhöhung angekündigt.
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FrankfurtBis Handelsschluss verlor der Leitindex Dax 0,57 Prozent auf 11 958 Punkte. In der Vorwoche hatte das Barometer mit 12 082 Zählern noch den höchsten Stand seit April 2015 erreicht, zum Wochenende hin aber bereits etwas schwächer tendiert. Ein in diesem Jahr voraussichtlich langsameres Wirtschaftswachstum in China sowie politische Unsicherheiten erwiesen sich dabei als zusätzliche Stimmungsdämpfer. Verwiesen wurde dabei auf neuerliche nordkoreanische Raketentests und die in der kommenden Woche anstehende Parlamentswahl in den Niederlanden. Solange sich aber der Dax über der 11 800er-Marke halten könne, bleibe der kurzfristige Ausblick positiv, hieß es von den Analysten des Brokers AxiTrader.

Die übrigen deutschen Indizes schlugen sich am Montag aber etwas besser als ihr großer Bruder: Der Mittelgroße-Werte-Index MDax gab am Ende moderat um 0,24 Prozent auf 23 381,86 Punkte nach. Die Technologiewerte im TecDax brachte sogar ein Plus von 0,20 Prozent und 1930,57 Punkten über die Ziellinie.

Thema des Tages auf dem Börsenparkett war die Deutsche Bank mit einer Kapitalerhöhung und einem weiteren Konzernumbau. Insgesamt will das Institut rund 8 Milliarden Euro einnehmen. Die neuen Papiere sollen 11,65 Euro kosten – ein kräftiger Abschlag gegenüber dem Xetra-Schluss vom Freitag bei 19,14 Euro und auch gegenüber dem aktuellen Kurs von 17,63 Euro. Dafür fiel der Verlust am Montag mit rund 7,9 Prozent deutlich aus.

„Anleger müssen jetzt erst mal überlegen, ob sie da mitziehen. Ob die Kapitalerhöhung von Erfolg gekrönt ist, muss man sehen“, sagte Aktienhändler Stefan de Schutter vom Brokerhaus Alpha. Analyst Kian Abouhossein von der Bank JPMorgan Cazenove bezeichnete die angekündigten Maßnahmen als Schritt in die richtige Richtung. „Notwendig sind noch weitere Details zu den notwendigen Einsparungen und zur Re-Integration der Postbank, sollte dies zu niedrigeren Refinanzierungskosten für die Gruppe führen.“

Heino Ruland von Ruland Research sagte: „Das ist irritierend, da man bislang davon ausgegangen ist, dass die Deutsche Bank es ohne Kapitalerhöhung schafft. John Cryan hatte vor nicht allzu langer Zeit noch gesagt, dass sie nur im äußersten Notfall neue Aktien ausgeben wollen. Dies scheint nun der äußerste Notfall zu sein.“

Thyssen-Krupp war der zweitschwächste Wert im Dax mit einem Minus von gut 1,9 Prozent. Die Aktionäre fürchten ein Scheitern der Fusion des europäischen Stahlgeschäfts mit der entsprechenden Sparte des indischen Tata-Konzerns.

Als bester MDax-Wert rückten die Aktien von Uniper nach einem Verkauf eines Gasfeld-Anteils in Sibirien um dreieinhalb Prozent vor. Die Veräußerung sei positiv für die Dividendenerwartung, hieß es von RBC-Analyst John Musk. Am MDax-Ende verloren die Papiere des Möbelkonzerns Steinhoff nach einer Abstufung durch Goldman Sachs etwas mehr als eineinhalb Prozent.

An der Tecdax-Spitze legten die Anteile von Morphosys um mehr als 5 Prozent zu. Der Partner Roche plant ein neues Phase-3-Zulassungsstudienprogramm mit dem Mittel Gantenerumab bei Patienten mit bestimmten Alzheimererkrankungen. Der Schritt zeige, dass Roche dem Antikörper viel zutraue, erklärte ein Händler.

In den USA mehren sich unterdessen die Zeichen für eine Leitzinserhöhung noch im März. Janet Yellen, die Vorsitzende der US-Notenbank Fed, hatte diesen Schritt in ihrer Rede am vergangenen Freitag in Aussicht gestellt. An diesem Donnerstag steht aber zunächst der Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) an und am Freitag der US-Arbeitsmarktbericht für Februar.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,05 Prozent am Freitag auf 0,08 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,20 Prozent auf 142,37 Punkte. Der richtungsweisende Bund Future (März-Kontrakt) gewann 0,23 Prozent auf 164,38 Punkte. Der Euro wurde zuletzt mit 1,0602 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitag auf 1,0565 (Donnerstag: 1,0514) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9465 (0,9511) Euro.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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  • Lana Ebsel 06.03.2017, 11:14 Uhr

    "Die Aktie wurde von 9€ auf 19€ schöngeredet und als genug Geld abgezogen (umverteilt) war, kam erst die Wahrheit."

    Das ist genau der Grund, warum Kleinanleger immer bei DAX-Höchstständen dazu animiert werden, Aktien zu kaufen.

    Ich erinnere an die Kolumne von C. Bruns, der als Aktienfonds-Manager hier im HBO die Werbetrommel für Aktien gerührt hatte - bei DAX 13000 +, als schon absehbar war, daß die Party zuende geht.

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