Börse Frankfurt

Deutsche Aktienmärkte brechen erneut ein

Dem gestrigen Kurseinbruch folgte nicht die erhoffte Gegenbewegung. Im Gegenteil: Anleger verkauften auch am Dienstag im Dax quer durch alle Branchen. Besonders betroffen waren diesmal auch die Aktien der zweiten Reihe.
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Die Märkte im Griff der US-Schuldenkrise

FrankfurtUnsicherheit über ungelöste Schuldenprobleme und Anzeichen einer weltweiten Konjunktureintrübung haben den deutschen Aktienmarkt am Dienstag erneut belastet. Der deutsche Leitindex schloss auf einem Viereinhalb-Monats-Tief von 6.797 Zählern. „Das sind Verkäufe zur Verlustbegrenzung“, sagte ein Börsianer. Spekulationen auf einen Rückfall der USA in die Rezession und um eine Ausbreitung der europäischen Schuldenkrise drückten das Barometer den fünften Handelstag in Folge ins Minus. In diesem Zeitraum büßte er rund acht Prozent seines Wertes ein. Der MDax sank um 3,7 Prozent auf 9.957 Punkte, der TecDax fiel um 3,5 Prozent auf 788 Punkte.

Die Berichtssaison für das zweite Quartal läuft derzeit auf Hochtouren. Dennoch konnten die Quartalszahlen von fünf Dax-Konzernen die Marktstimmung nicht aufhellen: Der Gesundheitskonzern Fresenius überzeugte mit seinen Quartalszahlen und einer angehobenen Ergebnisprognose. Die Aktie war nach einem starken Auftakt am Ende mit 0,4 Prozent auf 72,75 Euro einziger Gewinner im Dax.

Die Verabschiedung des Schuldenkompromiss durch das US-Repräsentantenhaus gab dem Markt nur wenig Halt. „Offenbar sehen einige darin einen faulen Kompromiss“, sagte ein Händler. „An der hohen Verschuldung ändert sich vorläufig ja nichts, und außerdem hat der Streit der Welt die politische Zerrissenheit der USA vor Augen geführt.“ Zudem trübt sich das konjunkturelle Bild in der weltgrößten Volkswirtschaft ein. „Die US-Volkswirtschaft gibt im Moment wenig Anlass zur Freude“, spielte Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research auf die enttäuschenden Konjunkturdaten aus den USA an.

Zugleich rückte die europäische Schuldenproblematik wieder stärker in den Vordergrund. Am Rentenmarkt brachen die italienischen Anleihen ein, was die Renditen der zehnjährigen Staatsanleihen zeitweise auf den höchsten Stand seit 1997 trieb. Vertreter des italienischen Wirtschaftsministeriums, der Zentralbank und der Aufsichtsbehörden wollten Kreisen zufolge über die Marktturbulenzen beraten.

Zach Pandl von Goldman Sachs fragt nach den geldpolitischen Optionen der US-Notenbank (Fed) und deren weiteren Rückkäufen von US-Staatsanleihen – als „Quantitative Easing“ bezeichnet. Fed-Chef Ben Bernanke hatte kürzlich erklärt, man sei zu weiteren monetären Lockerungen derzeit nicht bereit. Dazu seien sowohl die aktuelle Inflation als auch die Inflationserwartungen zu hoch. Zudem erwarte die Fed, dass die Konjunktur anziehe. Experte Pandl kommt zum Ergebnis, dass eine neue Quantitative-Easing-Runde in den USA unwahrscheinlich ist, so lange sich die konjunkturelle Situation dort nicht deutlich verschlechtert.

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97 Kommentare zu "Börse Frankfurt: Dax schließt unter 6.800 Punkten"

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  • Ziemlich wirres Zeug, was die "Trader" da von sich geben. Der Kursrutsch des Dax' hat m. E. vor allem mit einer "versteckten" Meldung zu tun. Offensichtlich sind sich die Schweiz und Deutschland einig hinsichtlich der Besteuerung von sogenanntem Schwarzgeld geworden. Danach wird der Kapitalstock (!) pauschal mit 20 bis über 30 % weggesteuert. Das ist praktisch so wie bei der Enteignungswelle bei Gründung der DDR. Was machen die geneigten Anleger? Alle Wertpapiere werden zu Cash gemacht und verschwinden damit erst einmal aus den Büchern. Nur so kann ich mir erklären, daß der DAX gegen alle anderen Indizes überproportional verliert, obwohl gerade Top-Zahlen berichtet werden. Da paßt fundamental etwas nicht! Kann man so etwas nicht überprüfen? Z.B. wieviel Verkaufsaufträge kommen aus Zürich? Ob unsere Trader-Spezis rauskriegen?

  • Na das darf doch nicht wahr sein, Hatten nicht Zahlreiche Analysten bei DAX 7500 wie Marktschreier behautet Aktien sind billig , einsteigen lohnt sich.
    Ich denke mal die ganzen Finanzfuzzies ticken nicht sauber. !
    Nicht den Finanzverbrater fragen sondern Geld besser in was werthaltiges tauschen.
    Die Aktien Liebhaber , die Papierhalter in Fond und Firlefanz werden noch Tränen in die Augen bekommen.

  • Neulich soll er sich sogar MIT SEINEM PFERD!!! an den eigenen Haaren aus dem Sumpf gezogen haben.
    Sagt er.

  • Dieser Mensch kann die fliegende Kanonenkugel sogar lenken! Ich bin sein größter Fan.

  • Seit wann fliegen Zauberer auf Kanonenkugeln???

  • Du verdienst immer! Du bist (m)ein Zauberer!

  • Ihre Zukunft daytrader wird sich in Konsequenz nicht einen Deut von der anderer Menschen unterscheiden: das macht Ihr Konzept so brüchig.

  • mensch kinners, ihr scheint ja echt ein reges interesse an meiner person, meiner psyche und meiner zukunft zu haben.
    aber um euch zu beruhigen, daytrading ist nur (noch) ein nettes, sehr nettes taschengeld für mich, damit mein physisches gold sich nicht so langweilt.
    daytrading ist die königsdisziplin des handelns. ca. 50-70% verschwinden nach 1-2 jahren auch wieder. aber die, die sich duchsetzen, machen das 10-15 jahre und haben dann finanziell ausgesorgt. und es ist trotzdem jedes mal aufs neue eine herausforderung den markt, die algos, etc. zu schlagen.
    glaubt mir, meine zukunft ist sowas in trockenen tüchern, egal was kommt. daher kann ich über leute wie euch hier nur müde lachen.

  • agreed.

    Betrachtet man nochdazu das Vokabular: Junk etc. pp.,
    scheint es nicht ungerechtfertigt, gewisse Marktsegmente des Finanzmarkts als staatlich geduldete Drogenumschlagplätze mit der Droge Geld zu vermuten; sowas wirkt irgendwie ungesund.

  • @Kaufmann
    Was ich eher beeindruckend finde ist, dass es immer wieder neue "Profis" versuchen und meinen sie seien besser als die meisten oder all die "Experten" zuvor. Auch wenn man keiner Statistik trauen sollte, so klingt es mehr als realistisch, dass 96% der Anleger mittel- bis langfristig verlieren.

    Und was ich auch noch erwähnen möchte. Mein Reichtum - sofern man das so nennen kann - habe ich nicht durch die Börse errungen, sondern durch Patente und Lizenzen, womit ich heute noch ein geregeltes Einkommen habe.
    Eine Grundvoraussetzung ist es nun mal, dass man im Leben mit beiden Beinen auf dem Boden steht und ein Einkommen aus der Realwirtschaft bezieht. Dann kann man auch mal in der Finanzwirtschaft sein bestes geben. Aber das entscheidende ist dabei die Psyche. Die, die wenig haben, gehen hohe Risiken ein und verspielen dabei nicht selten ihr letztes Hemd. Wenn man aber ein gewisses Vermögen angehäuft hat, dann kann man auch sichere Dinge handeln. Relativ macht man dann zwar weniger Gewinn, aber absolut immernoch genug für den Eigenbedarf. Der entscheide Unterschied liegt aber darin, dass ich ruhig schlafen kann...immer.

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