Börse Frankfurt
Dax schließt unter 7.300-Punkte-Marke

Die steigende Unsicherheit und die hohe Staatsverschuldung auf beiden Seiten des Atlantiks haben den Dax weiter nach unten gedrückt. Der deutsche Leitindex schloss 1,8 Prozent schwächer.
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Frankfurt/DüsseldorfDer deutsche Leitindex hat sich auch am fünften Tag in Folge weiter von seiner "bärigen" Seite gezeigt. Er schloss am Dienstag 1,8 Prozent tiefer bei 7.257 Zählern. Marktteilnehmer wiesen auf Aussagen des deutschen Finanzstaatssekretärs Jörg Asmussen zur europäischen Staatsschuldenkrise hin. „Asmussen hat erneut von der Beteiligung privater Gläubiger an Rettungspaketen gesprochen, das drückte die Kurse“, sagte ein Börsianer. Händler führten den Kursrückgang am Aktienmarkt aber auch auf technische Faktoren zurück. So seien durch den Fall des Dax unter 7.300 Punkte automatische Verkäufe zur Verlustbegrenzung ausgelöst worden. Nach dem furiosen Jahresauftakt rechnen Börsenprofis ohnehin in den kommenden Monaten mit deutlich weniger Schwung für die deutsche Wirtschaft. Das ZEW-Barometer für die Konjunkturerwartungen fiel im Mai von 7,6 auf 3,1 Punkte und damit bereits den dritten Monat in Folge. "Das ist das niedrigste Niveau seit November 2010", teilte das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag zu seiner Umfrage unter rund 300 Anlegern und Analysten mit. "Konjunktursorgen in Amerika, das Auf und Ab an den Rohstoffmärkten und die Schuldenkrise in Europa - viele Anleger sind derzeit verunsichert und warten lieber ab, bis sie wieder bei Aktien zugreifen", sagte ein Händler.

Der MDax der mittelgroßen Werte verlor 1,2 Prozent auf 10.662 Punkte und der TecDax gab 1,1 Prozent auf 915 Punkte ab. Mit einem hauchdünnen Plus von 0,13 Prozent konnten sich die Titel der Commerzbank behaupten und schlossen damit einsam auf der Gewinnerseite des Daxes. Mit Blick auf die Verluste der jüngsten Zeit ein schwacher Trost für die gebeutelten Anleger der Bank. Das Finanzinstitut hatte angekündigt über 300 Filialen schließen zu wollen.

Hewlett Packard und Millionenstrafe belasten SAP

In die großen Reihe der Dax-Verlierer reihte sich SAP mit einem Abschlag von 1,5 Prozent ein. Die gesenkte Gewinnprognose des weltgrößten Computerkonzern Hewlett Packard (HP) lastete auf den Papieren. Das Unternehmen begründete dies mit einem schwachen PC-Geschäft und dem verheerenden Erdbeben in Japan. Zudem erwartet der Konzern einen geringeren Betriebsgewinn in der Sparte Dienstleistungen. "Das trübt die Stimmung für die gesamte Technologiebranche ein", sagte ein Marktteilnehmer. Zudem ist der deutsche Softwarehersteller in den USA in einem Patentstreit mit der weithin unbekannte US-Firma Versata Software von einem texanischen Gericht zu einer Strafe von 345 Millionen US-Dollar verdonnert worden. SAP erwägt, gegen das Urteil vorzugehen.

ThyssenKrupp nach Abstufung schwächer

Eine Herunterstufung durch die Analysten der Societe Generale hat für Verluste bei ThyssenKrupp gesorgt. Mit einem Abschlag von 3,5 Prozent waren die Aktien des Stahlkonzerns einer der größten Dax-Verlierer. Die Neuordnung des Konzerns dürfte noch einige Zeit in Anspruch nehmen, schrieben die Experten in einem Kommentar. Sie stuften die Aktien von "Buy" auf "Hold" herunter, beließen das Kursziel jedoch bei 34 Euro. Der neue ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger treibt derzeit den tiefgreifenden Umbau des Traditionskonzerns voran.

Aixtron nach Samsung-Auftrag gefragt

Ein Großauftrag von Samsung LED ist hingegen bei Aixtron-Anlegern gut angekommen. Die Aktien des Spezialmaschinen-Bauers verteuerten sich im TecDax um 1,4 Prozent. "Der Großauftrag an sich ist natürlich schon eine gute Nachricht, aber er schürt auch Hoffnungen auf Folge-Bestellungen", so ein Börsianer.

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