Börse Frankfurt: Dax schließt unter 9200 Punkten

Börse Frankfurt
Dax schließt unter 9200 Punkten

Am deutschen Aktienmarkt herrschte am Montag große Nervosität. Schwache Konjunkturzahlen sorgen für fallende Kurse. Der Dax verliert rund 1,5 Prozent. Auch der Euro musste einen Rückschlag hinnehmen.
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FrankfurtDie Verlustserie der vergangenen Tage setzt sich fort. „Die große Sorge ist, dass die Währungsturbulenzen in den Schwellenländern nur der Beginn einer tiefgreifenden Konjunkturkrise sind“, sagte ein Händler. Die Verunsicherung wirkte sich auf den Dax aus. Er schloss 1,3 Prozent schwächer auf 9186 Zählern. Die Emerging Markets, die immer wichtiger für die Weltwirtschaft geworden sind, leiden angesichts der strafferen US-Geldpolitik unter massiven Kapitalabflüssen. Währungen von Länder wie Indien, Brasilien und der Türkei gingen daher zuletzt auf Talfahrt.

Der MDax ging 1,2 Prozent tiefer bei 16.013 Punkten aus dem Rennen. Der TecDax verlor 0,75 Prozent auf 1212 Punkten. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es 1,6 Prozent abwärts.

Laut Marktstratege Chris Weston könnten Marktakteure allerdings auch bereits damit beginnen, sich für die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank EZB am Donnerstag und den US-Arbeitsmarktbericht am Freitag zu positionieren. Einige Investoren gingen davon aus, dass die Währungshüter die Leitzinsen senken werden, um Deflationsgefahren entgegen zu wirken.

Ebenfalls für Unruhe sorgten zu Wochenbeginn enttäuschende Konjunkturdaten aus China: Der Dienstleistungssektors wuchs im Januar so langsam wie seit mindestens einem Jahr nicht mehr. „Wir sehen definitiv Anzeichen dafür, dass die chinesische Wirtschaft an Tempo verliert“, sagte James Glenn, Analyst bei der National Australia Bank.

Der Euro fiel zeitweise auf 1,3478 Dollar zurück, den niedrigsten Stand seit Ende November. Ausgelöst wurden die Spekulationen durch einen überraschend schwachen Preisanstieg in der Euro-Zone. Waren und Dienstleistungen hatten sich im Januar nur noch um 0,7 Prozent zum Vorjahr verteuert. Damit ist die Inflationsrate wieder auf das Niveau gefallen, das die EZB im November zu einer Zinssenkung auf das Rekordtief von 0,25 Prozent bewogen hatte. „Wir glauben, dass die Inflation in der Euro-Zone im nächsten Monat auf 0,6 Prozent zurückgehen und im März unter einem Prozent bleiben wird. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung am Donnerstag wächst“, sagte Shin Kadota, Chef-Stratege bei Barclays.

In den Industrieunternehmen des Euroraums hat sich die Stimmung zu Jahresbeginn spürbar verbessert. Der vom Forschungsinstitut Markit erhobene Einkaufsmanagerindex stieg im Januar um 1,3 Punkte auf 54,0 Zähler und damit auf den höchsten Stand seit Mai 2011. Bis auf Frankreich scheint die Industrie in allen großen Euroländern wieder zu wachsen.

In Deutschland fiel der Einkaufsmanagerindex besser als erwartet aus. Analyst Markus Huber von Peregrine & Black konstatierte den Märkten Stabilisierungsversuche in einem Umfeld voller Unsicherheiten. Er verwies dabei vor allem auf die weiterhin schwächelnden Währungen einiger Schwellenländer und das derzeit fehlende Marktvertrauen der Anleger.

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  • @deltaone

    Ja, das sehe ich ähnlich. Das ist übrigens einer der größten Diskussionspunkte in vielen US-Foren a la "why bonds?" und "100% Equities til retirement". Vielleicht auch ein Phänomen eines Bullenmarktes.

  • Ihre Denkweise ist schon falsch, weil Sie von Anschaffungskosten als Referenzpunkt ausgehen. Bei liquididen Wertpapieren haben Sie mit jeder neuen Milli-, Mikro, Nano-, ... sekunde eine "neue Wahrheit" -- Es ist egal was gestern war.

    z.B. "Verluste realisieren" gibt es nicht, weil man die Verluste schon gemacht hat, d.h. von der Vergangenheit bis zur aktuellen Wahrheit.

    Es ist vollkommen egal welche Einstandskurse sie mal hatten, oder wie viel Papiergewinn oder Papierverlust sie mit sich mitragen. Wenn in diesem aktuellen Bruchteil einer Sekunden, meine Erwartung über die Zukunft besser (schlechter) als mein Bestandswert zu diesem aktuellen Bruchteil einer Sekunde ist, dann kann/sollte/wird man kaufen (verkaufen). Alle andere Kalküle sind sekundär (z.B. Steuern, Geschäftsjahr, etc.).


    zu den Indizies kann ich nur sagen, dass es einen ETF/ETN/ETC vollkommen egal sein kann wie der Index berechnet wird (oder welche Annahmen getroffen werden), solange der Anbieter immer Short (d.h. er verspricht den Index zu liefern) in 1x Long-Produkt und 1x Short/Invers-Produkt ist, weil er dann immer abgesichert ist. Praktisch klappt das natürlich nicht immer, was man aber mit einer breiten Palette an korrelierten Indizies und ein paar Swaps hier und da wegbekommt.

  • @GORDONGECKO
    - Sind alle Mitarbeiter der Stahlbranche kriminell, weil einige von denen Preisabsprachen treffen?
    - Sind alle Fußballer kriminell, weil einige Spiele verschieben?
    - Sind alle jüdisch-gläubige ...
    - ...

    Die Deutschen neigten schon immer zu Verallgemeinerungen. Wäre ja nicht so schlimm, wenn die Deutschen nicht jeden Quatsch für bare Münze halten würden.

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