Börse Frankfurt
Dax schließt unverändert

Die Börsenkurse fuhren am Donnerstag Achterbahn. Die Anleger warten noch immer auf eine Entscheidung für Griechenland. Am Ende kam der Dax auf dem Niveau des Vortages zum Halt.
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FrankfurtZwischen Griechenland und seinen Gläubigern gibt es noch immer keine Einigung. Und auch bei den Dax-Anlegern, die zu Beginn der Woche noch sehr zuversichtlich waren, blieben am Donnerstag die Champagnerflaschen vorerst im Kühlschrank - obwohl eine Meldung der Nachrichtenagentur Bloomberg für kurze Zeit das Gegenteil verhieß.

Unter Berufung auf EU-Kreise meldete die Agentur am Nachmittag, dass eine neue Liste griechischer Reformvorschläge von europäischen Politikern als eine gute Basis für weitere Verhandlungen erachtet werde. Der Dax gewann daraufhin bis zu 0,9 Prozent. Fünf Minuten später war der Spuk vorbei: In einer weiteren Meldung schrieb die Agentur, die Vorschläge seien doch nicht akzeptiert worden. Der Dax rutschte daraufhin wieder ab. Zwischen dem höchsten (11.594 Punkte) und dem tiefsten Tageskurs (11.352) lagen fast 250 Punkte. Am Ende pendelte sich der Index etwa auf dem Niveau des Vortages bei 11.473 Punkten ein.

Die Zeit bis zu einer Entscheidung für Griechenland wird immer knapper. Letzte Möglichkeit für eine Einigung sei Sonntag. Pessimistische Töne gab es zuletzt auch vom Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble: „Die Entscheidungen liegen ausschließlich bei den Verantwortlichen in Griechenland, sie haben sich bisher eher rückwärts bewegt”, sagte Schäuble vor Beginn der Sitzung der Eurogruppe am Donnerstag in Brüssel.

Und auch Bundeskanzlerin Angela Merkel dämpfte die Hoffnung auf eine rasche Einigung: Es gebe noch nicht die nötigen Fortschritte, an einigen Stellen sogar eher Rückfall. Griechenland müsse mit den Institutionen weiterverhandeln, sagt die CDU-Chefin bei der Ankunft zum EU-Gipfel in Brüssel. Der Gipfel werde diese Verhandlungen nicht übernehmen.

Forex-Capital-Markets-Analyst, Jens Klatt, nimmt die Situation trotzdem gelassen: „Die griechische Tragikkomödie wartet also weiter auf ihren letzten Akt, keiner der politischen Protagonisten scheint derzeit sein Gesicht verlieren zu wollen”, sagt er. „Aber dass man sich einigen wird, steht für mich weiter außer Frage.”

Die Dax-Anleger hatten schon am Morgen schlechte Konjunkturnachrichten zu verdauen: Das Barometer für das Konsumklima im Juli sank überraschend um 0,1 auf 10,1 Punkte. Das ist das erste Rückgang seit Oktober 2014. Experten hatten mit einer Stagnation auf dem Niveau des Vormonats gerechnet. Das Szenario einer Pleite und eines Euro-Austritts Griechenlands verunsichert die Konsumenten nach Ansicht von GfK-Experte Rolf Bürkl.

„Der leichte Rückgang des GfK-Konsumklimas sollte nicht überbewertet werden, denn die Zuversicht der deutschen Verbraucher ist nach wie vor sehr hoch”, sagt Ulrike Kastens, Ökonomin von Sal Oppenheim. Das zeige die Anschaffungsneigung. An den Rahmenbedingungen habe sich auch nichts geändert: niedrige Zinsen, bessere Einkommenserwartungen und ein stabiler Arbeitsmarkt.

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