Börse Frankfurt
Dax schließt vor EZB-Entscheidung mit leichten Gewinnen

Anleger warten mit Spannung auf den Zinsentscheid der EZB. Der Dax fuhr am Mittwoch Achterbahn. Nach Verlusten aufgrund veröffentlichter Konjunkturdaten der Euro-Zone schloss der Index sieben Punkte fester.
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FrankfurtDer Präsident der Europäischen Zentralbank hat es in der Hand. Nur über Mario Draghi kann der Dax die symbolische Marke 10.000 Punkte knacken. Investoren erwarten, dass die Notenbank ihre Geldpolitik erneut lockern und die Zinsen senken wird. Doch nach gemischt ausgefallenen Konjunkturdaten aus der Euro-Zone rutschte der Dax am Mittwoch zunächst deutlicher ins Minus, kämpfte sich am Nachmittag jedoch zurück und schloss sieben Punkte fester bei 9926 Punkten. Börsianer erklärten, die Kursreaktionen seien aufgrund der anstehenden EZB-Sitzung nicht überzubewerten.

Der MDax schloss unverändert auf 16.865 Punkten. Der Technologieindex TecDax gewann 1,1 Prozent auf 1301 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stand 0,2 schwächer da. Der Euro hat am Mittwoch nach den Vortagesgewinnen gegenüber dem Dollar leicht abgegeben. Die europäische Gemeinschaftswährung notierte 0,08 Prozent niedriger bei 1,3618 Dollar.

Die Wirtschaft der Euro-Zone bleibt dank ihrer Konjunkturlokomotive Deutschland im ersten Quartal zwar auf Wachstumskurs. Die Nummer zwei Frankreich stagnierte hingegen, während das Bruttoinlandsprodukt der Nummer drei Italien um 0,1 Prozent schrumpfte.

Enttäuschende Zahlen vom US-Arbeitsmarkt haben die Anleger an der Wall Street am Mittwoch zunächst zum Rückzug bewogen. Wie der private Arbeitsvermittler ADP mitteilte, schufen die US-Unternehmen im Mai unerwartet wenig Stellen. Die Zahl stieg um 179.000, das war der geringste Zuwachs seit Januar.

Die Wirtschaft in der Eurozone hat sich im ersten Quartal weiter auf vorsichtigem Wachstumskurs bewegt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs gegenüber dem vierten Quartal 2013 um 0,2 Prozent, wie das EU-Statistikamt Eurostat am Mittwoch mitteilte. Im Vergleich mit dem ersten Quartal des Vorjahres stieg das BIP in den 18 EU-Ländern mit der gemeinsamen Währung den Schätzungen zufolge um 0,9 Prozent.

In der Europäischen Union insgesamt aus, also den 18 Ländern mit dem Euro und den zehn Ländern mit eigener Währung wuchs das BIP laut Eurostat im ersten Quartal um 0,3 Prozent. Gegenüber den ersten drei Monaten 2013 war es ein Zuwachs von 1,4 Prozent.

Die Dienstleister bleiben der Garant für den Aufschwung in Deutschland. Ihre Geschäfte liefen im Mai so gut wie seit drei Jahren nicht mehr, wie das Markit-Institut in seiner am Mittwoch veröffentlichten Umfrage unter 500 Unternehmen herausfand. Der Einkaufsmanagerindex stieg um 1,3 auf 56,0 Punkte und liegt damit deutlich über der Wachstumsschwelle von 50 Zählern. Das ist der beste Wert seit Juni 2011.

„Angesichts der vermehrten Neuaufträge, zunehmender Beschäftigung und noch ungenutzter Kapazitäten besteht die Hoffnung, dass der steile Wachstumskurs des Dienstleistungssektors auch in den kommenden Monaten fortgesetzt werden kann“, sagte Markit-Ökonom Oliver Kolodseike.

Die Dynamik in der Industrie hatte sich dagegen zuletzt wegen der schwächen Weltkonjunktur abgeschwächt. Der Einkaufsmanagerindex für die gesamte Privatwirtschaft fiel um 0,5 auf 55,6 Punkte. Das ist ein Zwei-Monats-Tief.

Auch die Arbeitslosigkeit geht langsam zurück, was vor allem den privaten Konsum stützen dürfte. Im April fiel sie mit 18,75 Millionen auf den tiefsten Stand seit anderthalb Jahren. Das waren 76.000 weniger als im Vormonat und 487.000 weniger als ein Jahr zuvor.

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Der Blick auf die Unternehmen

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  • Es ist angerichtet. Der letzte 4-stellige Daxkurs für eine sehr lange Zeit steht bevor.

    deltaone kann schon mal Platz in seinem Sammelalbum für den 10.170er Short-Dax-ETF machen. Das muss schon wahre Liebhaberei sein ähnlich wie Numismatik halt eben ohne intrinsischen Wert. Beides hat mit investieren aber nichts zu tun.

    Anleger, die wie farmer tom oder ich seit mehreren Jahren in Aktien investiert sind, liegen größtenteils mit 3-stelligen Prozentwerten im Plus. Das war nicht schwer, das schafft so gar ein Typ aus dem unteren Quantil. Sollte es tatsächlich irgendwann zu einer 25%igen Korrektur kommen, werden teilweise Gewinne realisiert und bei den abgeltungssteuerfreien Werten ist man dann eben immer noch 3-stellig im Plus.

    Einen schönen Abend & genießt die Draghi-Show!

  • Das es nur noch um die Entscheidungen der Notenbanken geht, können wir jetzt immer auf die nächste Sitzung wetten, was die "Entscheider" so treiben. Was real in der Wirtschaft sonst passiert, ist zumindest an den Aktienmärkten nicht mehr wichtig, meiner Meinung. Und da Herr Draghi seit 4 Wochen tagtäglich irgendwie "im Gespräch" ist, wird morgen wohl NICHTS PASSIEREN. Der kann machen was er will, die Börse nimmt es gelangweilt auf. Schon wegen der "Finanzmarktwetten", bis zum großen Verfall werden die Aktien weiter hin- und hergeschoben. So einfach wie zur Zeit kann man mit Aktien das Geld nicht machen, zumindest wenn man die richtigen "zockt".
    Schönen Tag noch

  • Schön, was die Experten im November so alles für den Dax 2014 prognostiziert haben. Eines der Highlights:

    "Analysten der Deutschen Bank erwarten einen Absturz des deutschen Aktienmarkts. Dies berichtet das "Wall Street Journal". Die Prognose: Zum Jahresende werden der Dax nur noch bei 8400 Punkten liegen. Der Pessimismus rührt von den relativ schwachen Zahlen für das dritte Quartal her, die viele Unternehmen in den letzten Wochen vorgelegt haben.

    Eine Aufwärtsbewegung soll es demnach erst im kommenden Jahr wieder geben. "Ende 2014 dürfte der Dax mit der Erholung der Weltwirtschaft [...] zulegen und auf 9700 Punkte steigen", lautet die Prognose der Deutsche-Bank-Analysten."

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