Börse Frankfurt: Dax schließt vor Griechenland-Gesprächen leicht höher

Börse Frankfurt
Dax schließt vor Griechenland-Gesprächen leicht höher

Die Kreditaufstockung des IWF konnte am Mittwoch kein Kursfeuerwerk an den Börsen auslösen. Denn sollten die Gespräche um einen Schuldenschnitt Griechenlands heute scheitern, stehen die Hellenen vor der Pleite.
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DüsseldorfDer Dax beendet einen unbeständigen Handelstag 0,3 Prozent im Plus auf 6.355 Punkte. Die zweite Reihe schloss ebenfalls im positiven Bereich, wobei sie sich im Tagesverlauf konsistenter als der Dax zeigte. Der MDax schloss 0,3 Prozent fester auf 9.753 Punkte und der TecDax ging mit einem Plus von 1,5 Prozent auf 744 Zähler aus dem Handel.

Die US-Börsen eröffneten schwach, schafften kurze Zeit später aber den Sprung ins Plus. Nach Frankfurter Börsenschluss notierte der Dow Jones 0,3 Prozent höher auf 12.522 Punkte.

Am Vormittag sorgten Spekulationen über eine mögliche Kreditaufstockung des Internationale Währungsfonds für Kaufanreize bei den Anlegern. Der Dax erreichte ein Plus von bis zu 1,1 Prozent. Die Meldungen über eine Erhöhung der Mittel um eine Billionen Euro erwiesen sich später jedoch als falsch. Die korrigierte Summe lag bei 500 Milliarden Euro. Zusammen mit der gesenkten Wachstumsprognose der Bundesregierung und dem schwachen Ausblick der Weltbank für das Wachstum der Weltwirtschaft halbierte sich der Gewinn des Deutschen Aktienindex.

„Es gibt viel Verwirrung und wenig Klarheit“, bilanzierte ein Börsianer. „Egal ob eine Billion oder 500 Milliarden Euro - das ganze ist absurd, denn die Frage ist doch, wo das Geld herkommen soll.“

Zur der Verwirrung rund um den IWF kamen die anhaltenden Sorgen in der Causa Griechenland hinzu. Viele Investoren wollten die Ergebnisse der heute Abend stattfindenden Gespräche zwischen Griechenlands Ministerpräsidenten Lucas Papademos und dem Chef des Internationalen Bankenverbandes IIF, Charles Dallara, über einen Schuldenschnitt Griechenlands abwarten. Aus verschiedenen Quellen sickerte vorab durch, dass private Gläubiger für jeden investierten Euro in griechische Staatsanleihen Barmittel und Wertpapiere mit einem Marktwert von etwas 32 Cent erhalten.

Doch sollte es zu keiner Einigung kommen, „wird sich die Troika wohl gegen ein weiteres Hilfsprogramm für Athen entscheiden - und Griechenland stünde dann vor der Pleite“, schrieben die Experten der Metzler Bank. Dieses Risiko dämpft die Kaufneigung vieler Anleger.

Ein weiterer europäischer Wackelstaat konnte heute überzeugen. Die Portugiesen trauten sich heute zum ersten Mal mit ihren Staatsanleihen auf den Kapitalmarkt seit ihrer Abstufung durch S&P auf das Ramschniveau "BB". Die Bilanz der Auktion war erfreulich. Der südeuropäische Staat konnte mit dem Verkauf ihrer Staatsanleihen 2,5 Milliarden Euro in die Staatskasse spülen. Die durchschnittliche Rendite für elfmonatige Papiere lag bei 4,986 Prozent und insgesamt war die Auktion 2,1-fach überzeichnet. Die gute Bond-Auktion ist ein weiteres Indiz dafür, dass die Ratingagenturen immer weniger Einfluss auf das Verhalten der Marktteilnehmer hat.

Aus den USA kamen auch keine überzeugenden Meldungen. Die Investment Bank Goldman Sachs veröffentliche am Nachmittag ihre Zahlen für das vierte Quartal. Demnach verzeichnete die fünftgrößte Bank der USA einen Gewinnrückgang von ganzen 58 Prozent. Auch die anderen Großbanken Amerikas, wie z.B. die Citigroup oder JP Morgan Chase, mussten herbe Verluste hinnehmen.

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  • Hoffentlich ist bald 20.März und Griechenland pleite und verschwindet dann mal aus den Medien, als obs nur Griechenland gäbe die bis zum Hals oder drüber verschuldet wären...

  • Gerne. Bis morgen!

  • Danke für die Info.

    Eigentlich hatte ich die Eulen gemeint, die eine Spekulationssteuer fordern... zu welchem Zweck auch immer.

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