Börse Frankfurt
Dax schließt wieder im Minus

Die Zahlenflut hat dem Dax nicht helfen können. Auch am Dienstag muss der Leitindex Verluste hinnehmen. Verantwortlich für die Verluste waren die schwachen US-Börsen und einmal mehr die Krise in der Ukraine.
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FrankfurtDer Dax kann sich auch am Dienstag nicht erholen. Nur zur Handelsbeginn ließ sich der Leitindex im positiven Bereich blicken. Am Ende des Handelstages gab der Dax allerdings 0,7 Prozent nach auf 9467 Punkte. In der zweiten Reihe nahm der Verkaufsdruck ab dem Nachmittag ebenfalls zu. Der MDax konnte seine anfänglichen Gewinne nicht halten und verlor 0,2 Prozent auf 16.001 Punkte. Der TecDax verringerte sein Plus von bis zu 0,7 Prozent auf am Ende 0,2 Prozent bei einem Kurs von 1233 Zählern.

Eigentlich hätten die Börsen heute keinen Grund zum Sinken. Zahlreiche Unternehmen aus der ersten, zweiten und dritten Reihe präsentierten heute ihre Bilanzen und enttäuschten nicht. Allerdings macht die sich zuspitzende Konfliktlage in der Ukraine den Finanzmärkten zu schaffen. Heftige Kämpfe toben rund um die Separatisten-Hochburg Slawjansk und in Odessa am Schwarzen Meer. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier warnte vor der wachsenden Gefahr eines Krieges: „Die blutigen Bilder aus Odessa haben uns gezeigt, dass wir wenige Schritte von einer militärischen Konfrontation entfernt sind“, sagte Steinmeier in einem Interview.

„Die Ukraine macht immer noch Sorgen und wird die Stimmung weiterhin belasten. Die Marktteilnehmer richten ihr Augenmerk aber auch auf die Konjunkturdaten, die von der Erholung der Wirtschaft in den USA und Europa zeugen“, sagte Analyst Alessandro Fezzi von der LGT Bank Schweiz in Zürich.

In den USA kamen die Börsen ebenfalls auf keinen grünen Ast. Der Dow Jones gab 0,5 Prozent nach auf 16.448 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 und der Nasdaq gaben 0,4 beziehungsweise 0,6 Prozent nach.

Abseits der Geschehnisse in der Ukraine machten heute vor allem die Unternehmen von sich reden. Den Zahlenreigen eröffnete am Morgen Adidas. Schwache Auslandswährungen und Probleme im Golf-Geschäft haben die Gewinne des Sportartikelherstellers zum Jahresauftakt stärker einbrechen lassen als erwartet. Adidas-Chef Herbert Hainer bleibt aber optimistisch. Angesichts der bevorstehenden Fußball-WM erwartet er eine Trendwende. „Das erste Quartal wird der Tiefpunkt unserer Geschäftsentwicklung sein“, sagte Hainer, „Ich erwarte, dass ein starkes zweites Quartal den Weg weisen wird.“ Die Aktie konnte sich heute in keine Richtung beständig entwickeln. Nach mehreren Vorzeichenwechsel schloss die Aktie bei einem Kurs von 76,84 Euro unverändert.

BMW ist mit einem Gewinnsprung ins Jahr gestartet. Das Ergebnis vor Steuern kletterte im ersten Quartal auf 2,166 Milliarden Euro, das sind 8,1 Prozent mehr als vor einem Jahr. Damit übertraf der Konzern die Erwartungen der Analysten. Der Gewinn im Autogeschäft blieb allerdings hinter den Schätzungen der Fachleute zurück. Die Aktie verlor am Dienstag 0,4 Prozent.

Enttäuschende Geschäftszahlen drückten Fresenius Medical Care (FMC) 2,6 Prozent ins Minus, während das Mutterunternehmen Fresenius lediglich 0,1 Prozent verlor. Unterstützung erhielten die Fresenius-Aktien vom Konkurrenten Rhön-Klinikum, der durch die Übernahme zahlreicher Krankenhäuser den Umsatz von Fresenius nach oben treibt. Im ersten Quartal stieg der Umsatz um sieben Prozent auf 5,2 Milliarden Euro.

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