Börse Frankfurt
Dax schließt zweiten Tag in Folge im Plus

Die Anleger bleiben weiter in Kauflaune. Die Entscheidung der chinesischen Notenbank den Leitzins zu senken sorgte heute für den entscheidenden Impuls. Die Fed warnte indes vor den möglichen Gefahren der Euro-Krise.
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FrankfurtGetrieben von einer Leitzinssenkung in China und einer Anleiheauktion durch Spanien hat der Dax den zweiten Tag in Folge im Plus geschlossen. Der deutsche Leitindex ging mit einem Kursgewinn von 0,82 Prozent auf 6144 Punkte aus dem Handel. Die zweite Reihe konnte ebenfalls kräftig zulegen: Der MDax legte gut zwei um Prozent auf 10 239 Punkte zu, der TecDax konnte um 1,6 Prozent auf 748 Punkte zulegen.

Die Leitzinssenkung in China sei für den Aktienmarkt psychologisch wichtig, denn möglicherweise stehe damit ein neuer Zyklus von Zinssenkungen bevor, sagte ein Händler. Die Auktion Spaniens werde als ein Zeichen der Stabilisierung des spanischen Marktes gesehen, sagte ein Marktanalyst

Enttäuscht über fehlende Hinweise auf eine erneute Lockerung der Geldpolitik haben Investoren am Nachmittag auf Aussagen von Fed-Chef Ben Bernanke reagiert. Der büßte in der Folge einen großen Teil seiner Kursgewinne wieder ein.

Auch der Euro ließ Federn. Die Gemeinschaftswährung fiel zurück auf 1,2568 Dollar, nachdem sie zuvor in der Hoffnung auf neue Konjunkturstützen der US-Notenbank bis auf 1,2625 Dollar gestiegen war. Am Rentenmarkt grenzte der Bund-Future seine Verluste auf 74 Ticks ein, vor den Bernanke-Aussagen hatte er in der Spitze um 112 Ticks nachgegeben.
Der Fed-Chef hat zwar die generell die Bereitschaft der Notenbank bekräftigt, Maßnahmen zum Schutz des Finanzsystems und der US-Wirtschaft zu ergreifen. Er sagte zudem, die bisherige Wirtschaftskraft der USA reiche noch nicht, um bedeutende Fortschritte auf dem Arbeitsmarkt zu erzielen. Allerdings gab er keinen Hinweis auf eine kurz bevorstehende erneute Lockerung der Geldpolitik (QE3). Genau darauf hatten Investoren aber gehofft.

Am US-Jobmarkt gibt es derweil einen leichten Hoffnungschimmer. Rund 377.000 Amerikaner stellten in der vorigen Woche erstmals einen Antrag auf Arbeitslosenhilfe und damit 12.000 weniger als zuvor, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte. Dies war der erste Rückgang seit April. Von Reuters befragte Experten hatten im Schnitt mit dieser Zahl gerechnet.

Hoffnungen auf eine Rettung der spanischen Banken haben am Vormittag für Auftrieb gesorgt. Spanien will unbedingt vermeiden, dass es durch seine Bitte als Schuldensünder gebrandmarkt und mit den Hilfeempfängern Griechenland, Irland und Portugal in einen Topf geworfen wird. Das hoch verschuldete Land könnte aber unter einen - im Rahmenvertrag für den aktuellen Euro-Notfonds EFSF vorgesehenen - "kleinen" Rettungsschirm schlüpfen und nur Geld zur Rekapitalisierung seiner Banken in Anspruch nehmen. Die Hoffnungen auf eine baldige Lösung seien gestiegen, hieß es in einem Kommentar der Royal Bank of Canada.

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